Illegale Kundenabsprachen Kartellamt verhängt Millionenstrafe gegen Lesezirkel-Anbieter

Lesezirkel kaufen Zeitschriften und verleihen sie an Arztpraxen und Friseursalons. Acht solcher Anbieter haben sich dabei die Kunden aufgeteilt - und müssen nun Strafe zahlen.

Magazine eines Lesezirkels (Symbolbild)
DPA

Magazine eines Lesezirkels (Symbolbild)


Das Bundeskartellamt hat Geldbußen in Höhe von insgesamt drei Millionen Euro gegen acht Unternehmen verhängt, die als sogenannte Lesezirkel Zeitschriften an Arztpraxen, Friseursalons und Gaststätten verleihen.

Sie hätten verbotene Kundenabsprachen getroffen, teilten die Wettbewerbshüter mit. "Durch die Kundenaufteilung wurde ein Preiswettbewerb zwischen den Lesezirkel-Anbietern vermieden", sagte Kartellamtschef Andreas Mundt.

Beim Lesezirkel kaufen Firmen Zeitschriften von Verlagen, um sie Privatpersonen und Geschäften zeitlich befristet zur Verfügung zu stellen - mit den Zeitschriften soll sich die wartende Kundschaft die Zeit vertreiben. Nach Erkenntnissen des Kartellamts gab es zwischen der deutschlandweit tätigen Hamburger Daheim Liefer-Service GmbH und sieben anderen, regional tätigen Lesezirkel-Firmen bilaterale Absprachen.

Im Video: Abzocke in Deutschland - Kartelle auf Kosten der Kunden

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Gegenstand der Absprachen: Sollte ein Anbieter trotz dieser Übereinkunft einen neuen Kunden bekommen, der zuvor bei einem anderen Anbieter war, sollte er einen anderen Kunden abgeben. Es lohnte sich also nicht, Kunden vom vermeintlichen Konkurrenten abzuwerben.

Dem Bundeskartellamt zufolge wurde mit den acht Firmen eine "einvernehmliche Verfahrensbeendigung" erzielt. Zwei von ihnen hatten kooperiert und müssen daher nur relativ geringe Bußgelder zahlen.

kko/dpa

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