Geschäft mit Bahnschienen: Kartellamt verhängt Millionenstrafe gegen ThyssenKrupp

Die Preisabsprachen im Geschäft mit Bahnschienen werden für mehrere Hersteller teuer. Das Bundeskartellamt hat erste Bußgelder in Höhe von insgesamt 124,5 Millionen Euro verhängt. Die höchste Strafe erhält der Industriekonzern ThyssenKrupp.

Bahnlinie bei Bodelsberg: ThyssenKrupp muss 103 Millionen Euro Strafe zahlen Zur Großansicht
DPA

Bahnlinie bei Bodelsberg: ThyssenKrupp muss 103 Millionen Euro Strafe zahlen

Düsseldorf - Das Bundeskartellamt hat gegen ThyssenKrupp Chart zeigen und drei weitere Unternehmen ein Bußgeld von insgesamt 124,5 Millionen Euro verhängt. Das teilte die Behörde am Donnerstag mit. Hintergrund sind Preisabsprachen auf dem Schienenmarkt. Die ThyssenKrupp-Tochter GfT Gleistechnik erhält mit 103 Millionen Euro die höchste Strafe.

Die Firma Stahlberg Roensch, die zum Bahntechnikkonzern Vossloh Chart zeigen gehört, muss 13 Millionen Euro zahlen. Gegen zwei Töchter des österreichischen Stahlkonzerns Voestalpine verhängten die Wettbewerbshüter ein Bußgeld von insgesamt 8,5 Millionen Euro. Voestalpine hatte sich den Behörden als Kronzeuge angedient. Das Kartellamt geht gegen weitere Firmen vor.

Die Behörde ermittelt bereits seit mehr als einem Jahr. Sieben Unternehmen aus fünf Ländern sollen ein Kartell gebildet und die Preise für Schienenstahl abgesprochen haben. Wichtigster Abnehmer war die Deutsche Bahn, die als Hauptgeschädigter gilt. Schienen wurden auch in die Schweiz und nach Österreich verkauft.

Unternehmen können noch Einspruch einlegen

"Die Schienenlieferanten haben sich gegenseitig über viele Jahre nahezu konstante Quoten am Auftragsvolumen der Deutschen Bahn zugesichert", sagte Kartellamtschef Andreas Mundt. Sie hätten die Einhaltung der Quoten überwacht, Projekte einander zugeordnet und Schutzpreise vorgegeben, um die Auftragsvergaben zu steuern. Absprachen betrafen Normal-Schienen, kopfgehärtete Schienen und Weichenzungen.

Mit den nun zugestellten Bußgeldbescheiden ist lediglich ein erster Teil des Verfahrens abgeschlossen. "Das Bundeskartellamt wird den Schwerpunkt der Ermittlungen im Schienenfall künftig auf weitere Bereiche verlagern", kündigte Mundt an. Dazu gehörten Schienen und Weichen für regionale und lokale Nachfrager. Der Fall zeige erneut, dass auch die Auftraggeber gerade bei Ausschreibungen im öffentlichen Bereich besonders wachsam sein sollten.

Die Geldbußen sind noch nicht rechtskräftig. Gegen die Bescheide kann Einspruch eingelegt werden. Darüber würde dann das Oberlandesgericht Düsseldorf entscheiden.

cte/Reuters/dapd

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
insgesamt 14 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Ich glaube nicht,
Ernesto_de_la_Vita 05.07.2012
Zitat von sysopDie Preisabsprachen im Geschäft mit Bahnschienen werden für mehrere Hersteller teuer. Das Bundeskartellamt hat erste Bußgelder in Höhe von insgesamt 124,5 Millionen Euro verhängt. Die höchste Strafe erhält der Industriekonzern ThyssenKrupp. Kartellamt verhängt Millionenstrafe gegen Schienenbauer - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,842703,00.html)
dass wir die Dimensionen einer solche Praxis überhaupt erahnen können. Gibt es überhaupt noch einen Bereich, der nicht korruppt ist? So, und nun sind sie also mal erwischt worden, zahlen ihre Strafe und dann gehts weiter im Geschäft. Das dumme Volk finanziert solche Auswüchse fröhlich weiter. Also nicht wunder, wenn einem der Ticketpeis oder der Liter Sprit zu hoch erschein. Es hat alles seine Richtigkeit........ es lebe die Korruption!
2. Wer ...
jugo311 05.07.2012
... kriegt das Geld ? Wird es in den Ausbau von Kitas gesteckt ? Und wird die Summe dann nicht einfach als "Ausgabe" von den Steuern abgezogen - und fertig ?
3. Würfeln
Peter.Lublewski 05.07.2012
Zitat von jugo311Wer kriegt das Geld?
Spanien? Oder nochmals Griechenland? Oder bald Italien? Würfeln wir doch drum.
4.
_derhenne 05.07.2012
So ein Unfug. Das in derart speziellasierten Bereichen, mit wenigen Hersteller und noch weniger Kunden (wieviel Schienennetzbetreiber gibt es?) solche "Unregelmäßigkeiten" bei Ausschreibungen stattfinden ist vollkommen normal, und für mich auch legitim, solange kein Preiswucher betrieben wird. Man darf in solchen Bereichen nicht von Märkten im Sinne A. Smiths' ausgehen. Dass sich Hersteller von so speziellen "ausentwickelten" Produkten (wie oft gibt es Innovationen am Schienenmarkt?) die unter allen bekannten Auftragsvolumina aufteilen ist üblich, und häufig auch vom Kunden (hier die Bahn) so gewollt! Mich würde es nicht wundern, wenn dort auch die Bahn Ihren Anteil daran hat. Oft ist man als Kunde auf solchen Märkten garnicht bestrebt nur einen Lieferanten zu haben, egal ob der 2% billiger ist, die Aufträge werden bewusst verteilt.
5. Geschäft
kdshp 05.07.2012
Zitat von sysopDie Preisabsprachen im Geschäft mit Bahnschienen werden für mehrere Hersteller teuer. Das Bundeskartellamt hat erste Bußgelder in Höhe von insgesamt 124,5 Millionen Euro verhängt. Die höchste Strafe erhält der Industriekonzern ThyssenKrupp. Kartellamt verhängt Millionenstrafe gegen Schienenbauer - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,842703,00.html)
Hallo, das muss sich keiner schämen für DAS ist ja heute normal ABER das man so dumm war sich erwischen zu lassen zeugt doch von der mittelmäßigkeit der dortigen manager. Als aktionär wäre ich schon was sauer!
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
RSS
alles zum Thema ThyssenKrupp
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Donnerstag, 05.07.2012 – 10:28 Uhr
  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 14 Kommentare