Kartellbuße Chemiegroßhändler kommen glimpflich davon

Zwölf Chemiegroßhändler müssen Bußgelder in Millionenhöhe zahlen. Die Unternehmen haben über Jahre hinweg verbotene Absprachen getroffen. Die Strafe des Kartellamts fiel vergleichsweise milde aus.


Bonn - Das Bundeskartellamt lässt Milde walten: Die Behörde hat zwar gegen zwölf Chemikaliengroßhändler Millionenbußgelder verhängt. Doch die Strafen fielen weniger drastisch aus als möglich, da alle Firmen "umfassend" mit den Kartellwächtern kooperiert hätten.

Insgesamt müssen sie rund 15 Millionen Euro zahlen. Die Unternehmen sollen über Jahre Preise und Lieferquoten für Industriechemikalien abgesprochen haben.

"Der Chemiegroßhandel in Deutschland war bis zu unserer Durchsuchung im Jahre 2007 über Jahrzehnte von einem weitverzweigten Netz regionaler Kartelle geprägt", sagte der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt. "Nach der Aufdeckung dieser Praktiken können nun die positiven Effekte des Wettbewerbs wieder greifen." Die Kartelle umfassten nur den Vertrieb über die Großhändler. Direktlieferungen der Chemikalienproduzenten seien nicht betroffen gewesen. Der Bescheid ist noch nicht rechtskräftig.

Eingeleitet worden sei das Verfahren Ende 2006 aufgrund eines Kronzeugen-Antrags der Brenntag AG. Dieses Unternehmen profitierte daher von der Bonusregelung des Kartellamts und muss keine Geldbuße zahlen. Die Strafen bezögen sich auf sechs regionale Kartelle, teilte die Behörde mit. Damit sei der erste Teil des Verfahrens abgeschlossen, es werde aber noch gegen weitere 16 Unternehmen ermittelt.

Bußgeldbescheide erhielten laut Kartellamt: BÜFA Chemikalien GmbH & Co. KG, Oldenburg; CG Chemikalien GmbH & Co. KG, Laatzen; Hanke & Seidel GmbH & Co. KG, Steinhagen; Reher & Ramsden Nachflg. (GmbH & Co.), Hamburg; Solvadis GmbH, Frankfurt am Main; Stockmeier Chemie GmbH & Co. KG, Bielefeld; Stockmeier Chemie Dillenburg GmbH & Co. KG, Dillenburg; Stockmeier Chemie Eilenburg GmbH & Co. KG, Eilenburg; Julius Hoesch GmbH & Co. KG, Düren; H. Möller GmbH & Co. KG, Steinfurt; Gebr. Overlack Chemische Fabrik GmbH, Mönchengladbach; Overlack GmbH, Leipzig.

wit/dapd/dpa/Reuters

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Seite 1
kdshp 07.12.2010
1. NEUwahlen jetzt
Zitat von sysopZwölf Chemiegroßhändler müssen*Bußgelder in Millionenhöhe zahlen. Die Unternehmen haben über Jahre hinweg verbotene Absprachen getroffen. Die Strafe des Kartellamts*fiel vergleichsweise milde aus. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,733278,00.html
Hallo, was auch richtig ist man zahlt schließlich spenden!
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