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Kartellverdacht: EU ermittelt gegen Deutsche Bank und Commerzbank

Die EU-Kommission knöpft sich internationale Banken vor: 16 Institute sollen sich bei den berüchtigten Kreditausfallversicherungen abgesprochen haben. Auch die Deutsche Bank und die Commerzbank gehören zu den Zielen der Wettbewerbshüter.

Deutsche-Bank-Türme in Frankfurt: EU-Kommission ermittelt Zur Großansicht
dapd

Deutsche-Bank-Türme in Frankfurt: EU-Kommission ermittelt

Brüssel - Die EU-Kommission verdächtigt die Commerzbank Chart zeigen, die Deutsche Bank Chart zeigen und 14 weitere führende Geldinstitute, beim Handel mit Kreditausfallversicherungen (CDS) gegen die Wettbewerbsregeln verstoßen zu haben.

Die Behörde hat eine Untersuchung eingeleitet, ob die Banken illegale Absprachen mit dem führenden Datenlieferanten Markit getroffen und eine marktbeherrschende Stellung ausgenutzt haben. Das teilte die Kommission am Freitag mit. Es bestehe der Verdacht, dass die Finanzinformationen im CDS-Markt kontrolliert würden.

Beide deutschen Institute wollten sich bislang nicht äußern. Neben ihnen richtet sich das Verfahren unter anderem gegen JP Morgan, die Bank of America Chart zeigen, Barclays Chart zeigen, und BNP Paribas Chart zeigen.

Die oft undurchsichtigen Absicherungsgeschäfte über CDS sind seit der Finanzkrise berüchtigt. Mit ihnen werden Ausfallrisiken von Anleihen oder Krediten - auch von Staaten - gehandelt. Im Zuge der Schuldenkrise in der Euro-Zone hatte es auch den Vorwurf gegeben, der CDS-Markt habe Spekulationen gegen finanzschwache Mitgliedsländer wie etwa Griechenland verstärkt.

Den Banken drohen Bußgelder und Auflagen

Eine zweite Untersuchung gegen neun Institute, darunter ebenfalls die Deutsche Bank, wurde eingeleitet. Dabei geht es um den Verdacht, die Banken würden von der europäischen Clearing-Stelle ICE bevorzugt behandelt und Wettbewerber dadurch verdrängt.

"Mangelnde Markttransparenz kann zu missbräuchlichem Verhalten führen und Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht erleichtern. Ein Eingreifen der Kommission ist daher geboten", sagte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia.

Falls die Kartelljäger ihre Vorwürfe beweisen können und eine förmliche Entscheidung treffen, drohen den beteiligten Unternehmen Bußgelder von bis zu zehn Prozent eines Jahresumsatzes. Dieser Rahmen wird aber üblicherweise nicht ausgeschöpft. Möglich sind auch EU-Auflagen für die Geschäfte. Absprachen zum Schaden von Kunden, Konkurrenten und Verbrauchern sind in der EU streng verboten.

Büros der Commerzbank durchsucht

Die Commerzbank ist zudem wegen des Verkaufs verbriefter Mittelstandskredite ins Visier der Ermittlungsbehörden geraten. Die Staatsanwaltschaft Essen bestätigte, dass Ermittler bei der Bank eine Durchsuchung durchgeführt haben. Diese stehe im Zusammenhang mit dem Vorwurf des Kapitalanlagebetrugs gegen einen Kundenberater der Bank.

Hintergrund ist die Klage eines Mandanten des Bochumer Rechtsanwalts Thomas Durchlaub, der eine Rückabwicklung der Verträge fordert. Der Kläger wirft der Bank vor, ihn nicht richtig über die sogenannten "MezzCap"-Zertifikate aufgeklärt zu haben, in die der Mann mehr als 50.000 Euro investiert habe.

cte/dapd/dpa/Reuters

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insgesamt 16 Beiträge
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    Seite 1    
1. Benzin
crocodil 29.04.2011
...soll sie sich doch mal um die Absprache der Mineralölkonzerne kümmern!!!!
2. --
Baracke Osama, 29.04.2011
Zitat von sysopDie EU-Kommission knöpft sich*internationale Banken*vor: 16 Institute sollen sich bei den*berüchtigten Kreditausfallversicherungen abgesprochen haben.*Auch die*Deutsche Bank und die Commerzbank gehören zu den Zielen der Wettbewerbshüter. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,759748,00.html
Unsinn. Sie verrichten doch nur ehrliche und gewissenhafte Arbeit im Gottes Auftrag.
3. EU-Aristokraten
tlogor 29.04.2011
Die EU-Aristokraten müssen zusehen wie ihr Reich zerfällt. Jetzt suchen sie noch einen Schuldigen.
4. Niemals!
RaMaDa 29.04.2011
Schaut euch doch mal das nette Lächeln des Herrn Ackermann an, das kann doch kein Wässerchen trüben - oder?
5. Kartellverdacht bei den Banken?
Niamey 29.04.2011
Zitat von sysopDie EU-Kommission knöpft sich*internationale Banken*vor: 16 Institute sollen sich bei den*berüchtigten Kreditausfallversicherungen abgesprochen haben.*Auch die*Deutsche Bank und die Commerzbank gehören zu den Zielen der Wettbewerbshüter. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,759748,00.html
War da nciht gerade etwas vor ein paar Tagen im Spiegel, wo die Deutsche Bank in den allerhöchsten Tönen gelobt worden ist und den DAX und die armen Bö(r)sianer in wahre Freudentaumel versetzt hat? Man glaubt es nicht! Als nächste Zielgruppe muss sich die EU dann die Mineralölkonzerne vornehmen!
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Die Deutsche Bank ist das größte Geldinstitut Deutschlands und beschreibt sich selbst als "eine führende globale Investmentbank" mit starkem Privatkundengeschäft. Mehr als 80.000 Mitarbeiter gehören weltweit zu dem Konzern, der in 72 Ländern tätig ist. Die Bank, an deren Spitze Josef Ackermann steht, verdiente im Jahr 2010 nach Steuern 2,3 Milliarden Euro. Der bisherige Rekord lag im Geschäftsjahr 2007, als am Ende 6,5 Milliarden Euro unterm Strich standen.


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