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Mögliches U-Bahn-Kartell: Siemens zeigt sich in Brasilien selbst an

Beim Bau von U-Bahn-Zügen in São Paulo steht Siemens offenbar unter Kartellverdacht. Das Unternehmen hat sich laut einem Zeitungsbericht selbst angezeigt, um von einer Kronzeugenregelung zu profitieren. Auch Firmen aus Kanada, Spanien und Japan sollen betroffen sein.

U-Bahn-Züge in São Paulo (Archivbild): Verdacht auf Kartellbildung Zur Großansicht
REUTERS

U-Bahn-Züge in São Paulo (Archivbild): Verdacht auf Kartellbildung

São Paulo - Siemens hat laut einem Zeitungsbericht in Brasilien Selbstanzeige gestellt wegen möglicher Kartellbildung bei der Lieferung und Ausrüstung von U-Bahn-Zügen in São Paulo. An dem Kartell sollen nach Informationen der Tageszeitung "Folha de São Paulo" auch das kanadische Unternehmen Bombardier Chart zeigen, die spanische Firma CAF und das Unternehmen Mitsui Chart zeigen aus Japan beteiligt sein.

Im Gegenzug für die Anzeige hat Siemens Chart zeigen der Zeitung zufolge eine Kronzeugenregelung unterschrieben, die dem Unternehmen und den Mitarbeitern Immunität gewähren könne, falls sich der Verdacht bestätigt.

Brasiliens Wettbewerbsbehörde CADE hatte am 4. Juli selbst über Ermittlungen von Polizei und Justizbehörden über mögliche Kartellbildung bei mindestens sechs Ausschreibungen von São Paulos U-Bahn sowie auch über die Kronzeugenregelung informiert. Die Behörde hatte dabei aber keine Firmennamen genannt. Welchen Umfang die fraglichen Geschäfte haben, blieb zunächst noch unklar.

Siemens habe Kenntnis von der Untersuchung zu den Kartellvorwürfen, hieß es in einer Stellungnahme des Konzerns. Man kooperiere mit den Behörden in vollem Umfang. CAF lehnte eine Stellungnahme ab, von Bombardier war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

stk/dpa/Reuters

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insgesamt 6 Beiträge
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1. Siemens kann
angelaspringer 15.07.2013
keine Eisenbahnen, keine Kühlschränke bauen hat aber die deutsche Ingenieurskunst der Bestechung perfektioniert. Man kann nur hoffen, das die Schwellenländer derartige Ganoven vom Geschäft zukünfig ausschliessen!
2. Kartelle und anderer öffentlicher Betrug
eule_neu 15.07.2013
Das Phänomen dieser Wirtschaftskrankheit ist nicht aus der Welt zu schaffen, denn Gewinn verleitet immer wieder, wobei es egal ist, woher die Firmen stammen. Aber die Regierungen machen es den Firmen doch vor, so, wenn die USA das als Militärhilfe bezeichnete "Unterstützungsprogramm" als Schmiergeld an Staaten, wie z. B. Ägypten oder Saudi-Arabien verteilen ...
3. Sie arbeiten sicher bei den anderen oder
condor99 15.07.2013
Zitat von angelaspringerkeine Eisenbahnen, keine Kühlschränke bauen hat aber die deutsche Ingenieurskunst der Bestechung perfektioniert. Man kann nur hoffen, das die Schwellenländer derartige Ganoven vom Geschäft zukünfig ausschliessen!
Es ist nun einmal so das man in gewissen teilen der Welt nur an gewisse Aufträge kommt wenn man sich an die dortigen Spielregeln hält und wenn man das ehrlich betrachtet gibt es das auch hier. Da werden diese sogenannten complaints regeln auch gern mal etwas großzügig ausgelgt ;-) Der Ehrliche ist der Dumme
4. Na sowas
tropf 15.07.2013
Die gängige Meinung ist doch, das sowas nur Griechen, Italiener, Spanier und sonstige Piggs machen, wie war das nur möglich???
5.
üpoiu 15.07.2013
Zitat von condor99Es ist nun einmal so das man in gewissen teilen der Welt nur an gewisse Aufträge kommt wenn man sich an die dortigen Spielregeln hält und wenn man das ehrlich betrachtet gibt es das auch hier. Da werden diese sogenannten complaints regeln auch gern mal etwas großzügig ausgelgt ;-) Der Ehrliche ist der Dumme
Schuld sind immer die anderen, nicht wahr? Das Siemens das System der Korruption perfektioniert hat und in alle Welt exportiert hat interessiert nicht. hauptsache mit dem Finger auf andere zeigen könne. Komisch, überall, auf der Welt wo es bei großen Investitionen einen Korruptionsskandal gibt, fällt der Name Siemens.
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