Glencore und Xstrata: Katar gefährdet Fusion der Rohstoffriesen

Die größte Fusion in der Geschichte der Bergbaubranche droht im letzten Augenblick zu kippen: Das arabische Emirat Katar fordert vom Rohstoffhändler Glencore sein Übernahmeangebot für den Minenkonzern Xstrata deutlich zu erhöhen - sonst will der Großaktionär gegen den Zusammenschluss stimmen.

Glencore-Firmensitz in der Schweiz: Das Unternehmen soll sein Angebot erhöhen Zur Großansicht
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Glencore-Firmensitz in der Schweiz: Das Unternehmen soll sein Angebot erhöhen

London - Der weltgrößte Rohstoffhändler Glencore und der Bergbaukonzern Xstrata Chart zeigenschließen sich in einer 90 Milliarden Dollar schweren Fusion zu einem neuen Branchenriesen zusammen. So der Plan. Jetzt legt sich der Xstrata-Großaktionär, Golfstaat Katar, quer und fordert ein deutlich höheres Übernahmeangebot von Glencore.

Bisher hatte Glencore für jeden Xstrata-Anteilsschein 2,8 eigene Aktien geboten - jetzt soll das Unternehmen auf 3,25 erhöhen. Diese Forderung macht es den Unternehmen sehr schwer, die Fusion wie vereinbart durchzuziehen. Glencore solle sein Angebot entweder bis Donnerstagabend aufstocken oder die für Mitte Juli angesetzte Aktionärsversammlungen verschieben, hieß es.

Das Emirat Katar ist der zweitgrößte Aktionär von Xstrata und spielt daher bei dem Zusammenschluss eine wichtige Rolle. Glencore hält bereits 34 Prozent von Xstrata und ist damit größter Anteilseigner, aber nicht stimmberechtigt. Seit Bekanntwerden des Übernahmeangebots im Februar stockte Katar seinen Anteil an Xstrata kräftig auf mehr als zehn Prozent auf.

Zusammen mit den britischen Vermögensverwaltern Standard Life und Schroders, die das bisherige Glencore-Angebot ebenfalls als zu niedrig ablehnen, kommen die Gegner inzwischen auf mindestens 13,3 Prozent der Xstrata-Papiere. Damit ist der Anteil bereits nahe an der Schwelle von 16,48 Prozent, ab der die Übernahme auf dem Xstrata-Aktionärstreffen am 12. Juli blockiert werden könnte.

Die Fusion der beiden Rohstoffgiganten wäre der größte Zusammenschluss in der Branche seit 2007, als der australische Bergbauriese Rio Tinto den Aluminiumkonzern Alcan für 38 Milliarden Dollar übernahm. Durch die Firmenehe von Glencore und Xstrata soll ein Mega-Unternehmen entstehen, das von der Förderung über den Transport bis zum Verkauf von Rohstoffen die gesamte Wertschöpfungskette der Branche abdeckt und damit über eine entsprechende Marktmacht verfügt. Der gemeinsame Jahresumsatz läge künftig bei fast 210 Milliarden Dollar.

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Glencore: Das weltweite Netz des Rohstoffgiganten

cab/dpa/Reuters

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