Warenhauskonzern Kaufhof-Chef gibt nach 20 Jahren Führung ab

Nach zwei Jahrzehnten wechselt die Führung beim Handelskonzern Kaufhof: Lovro Mandac gibt sein Amt an Olivier Van den Bossche ab. Der langjährige Chef bleibt jedoch auf Schlüsselpositionen.

Warenhaus-Veteran: Der scheidende Kaufhof-Chef Lovro Mandac
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Warenhaus-Veteran: Der scheidende Kaufhof-Chef Lovro Mandac


Düsseldorf/Köln - Führungswechsel bei Kaufhof: Nach 20 Jahren gab Lovro Mandac zum 1. Oktober die Leitung des operativen Warenhausgeschäfts der Galeria Kaufhof GmbH an den bisherigen Chef der belgischen Kaufhof-Tochter Galeria Inno, Olivier Van den Bossche, ab. Das teilte der Kaufhof-Mutterkonzern Metro Chart zeigen am Donnerstag mit. Unter Führung des 64-jährigen Mandac hatte sich Kaufhof in den vergangenen Jahren deutlich besser im Wettbewerb behauptet als der Rivale Karstadt.

Mandac behält aber Schlüsselpositionen im Warenhaus-Konzern. Er leitet weiter die Kaufhof-Holdinggesellschaft und übernimmt zudem den Aufsichtsratsvorsitz der Galeria Kaufhof GmbH. Mandacs Vertrag läuft bis 2018.

Metro-Finanzchef Mark Frese betonte, mit der Neuordnung leite das Unternehmen den Generationswechsel bei Kaufhof ein und stelle zugleich die Kontinuität in der Führung sicher. In einem Interview für die internen Medien des Konzerns sagte Van den Bossche, der Kaufhof sei "gut aufgestellt".

Allerdings sieht sich das Unternehmen dem neuen Chef zufolge mit Herausforderungen wie den rückläufigen Kundenfrequenzen in den Innenstädten und den neuen Standards konfrontiert, die der Online-Handel in Sachen Bequemlichkeit und Service setze. "Schlussendlich müssen wir gemeinsam jeden Tag neu die Frage beantworten: Warum sollen Kunden heute und morgen bei uns im Warenhaus einkaufen", appellierte der 38-Jährige an die Mitarbeiter.

Im Gegensatz zum Konkurrenten Karstadt schreibt Kaufhof schwarze Zahlen. Für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2013/2014 wies das Unternehmen ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 179 Millionen Euro aus. Das Umsatzwachstum fiel zuletzt mit gerade einmal 0,3 Prozent allerdings bescheiden aus.

Strategisch konzentriert sich das Unternehmen zurzeit auf den Ausbau des Online-Geschäfts. Hier konnte der Kaufhof in den ersten neuen Monaten seinen Umsatz von einem niedrigen Niveau kommend um mehr als 70 Prozent auf 51 Millionen Euro steigern. Kaufhof verfügt über insgesamt 137 Standorte, davon 122 in Deutschland und 15 in Belgien.

Van den Bossche, der in Belgien nicht zuletzt mit einer stark lokalen Ausrichtung der Filialen erfolgreich war, kündigte an, er werde sich "sicherlich gerade zu Beginn öfter Mal einen Rat" bei Mandac holen. Das sei aber kein Problem. Denn in der Kölner Kaufhof-Zentrale sitze man ja Büro an Büro.

Erst am Mittwoch hatte Metro den Umbau der Geschäftsführung bei der SB-Warenhaustochter Real bekanntgegeben. Dort wurden die Positionen des Arbeitsdirektors und des Vertriebschefs neu besetzt.

dab/dpa



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