Bieterkampf mit Karstadt-Eigner Benko Kaufhof geht an kanadische Hudson's Bay

Schlappe für René Benko: Der Metro-Konzern verkauft Kaufhof an den kanadischen Bieter Hudson's Bay - und damit nicht an den Karstadt-Eigner. 2,8 Milliarden Euro zahlt der neue Besitzer für die Warenhauskette.

Kaufhof-Logo in Köln (Archiv): Transaktion soll Ende September abgeschlossen sein
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Kaufhof-Logo in Köln (Archiv): Transaktion soll Ende September abgeschlossen sein


Der Bieterwettstreit um Kaufhof ist entschieden: Der Handelskonzern Metro verkauft seine Warenhaustochter für 2,8 Milliarden Euro an den kanadischen Handelskonzern Hudson's Bay. Das teilte die Metro AG am Montagmorgen mit. Zuvor hatte bereits der SPIEGEL geschrieben, dass es auf Hudson's Bay hinausläuft.

Die Vereinbarung zwischen der Metro und den Kanadiern umfasst der Mitteilung zufolge das in Deutschland vornehmlich unter Galeria Kaufhof sowie in Belgien unter Galeria Inno operierende Warenhausgeschäft und die dazugehörenden Immobilien. Die Transaktion werde voraussichtlich Ende September 2015 abgeschlossen sein.

Damit stechen die Kanadier den Karstadt-Eigentümer Signa aus, der ebenfalls für Kaufhof geboten hatte. Der österreichische Karstadt-Eigner René Benko soll früheren Berichten zufolge ein Angebot in ähnlicher Höhe abgegeben haben.

Kein Stellenabbau?

Hudson's Bay plane im Falle einer Kaufhof-Übernahme keine Stellenstreichungen, hatten Insider im Vorfeld gesagt. Hudson's Bay werde das Kaufhof-Management nicht austauschen, hieß es weiter. Damit begegnen die Nordamerikaner der Kritik, sie verstünden den deutschen Markt nicht. Der Konzern habe Kaufhof bereits seit Jahren im Auge und könnte die Kette als Sprungbrett für eine weitere Expansion in Europa nutzen.

yes/dpa/Reuters



insgesamt 36 Beiträge
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fatherted98 15.06.2015
1. Egal...
...wieder eine Heuschrecke...wenn Kaufhof nicht zweistellige Renditen abwirft, wirds bald dunkel in Deutschen Innenstädten...immerhin hat der Wohnsitzlose Zocker Kaufhof nicht bekommen...nachdem er Karstadt weggezockt hat, wäre Kaufhof das nächste Opfer geworden...auf der anderen Seite...die neuen Eigner sind sicher auch nicht besser.
hevopi 15.06.2015
2. Da hat er aber Glück gehabt,
von der Kostenstruktur wäre es sicher ein Erfolg gewesen, von der mittelfristigen Entwicklung geht leider Karstadt unter. Dort kaufen doch nur noch Menschen, die Geld im Überfluss haben, die Möglichkeiten im Internet nicht kennen und "Preisvergleiche" für überflüssig halten. Auch die aktuellen Angebote sind einfach nicht marktgerecht, natürlich wegen der Kostenstruktur.
aktiverbeobachter 15.06.2015
3. Hoffnung
für die Kaufhof MA/innen. Schaun wir mal, wie sich die Nordamerikaner an ihr Wort bezüglich Stellenstreichungen etc. halten. Am Ende müssen aber natürlich auch eben die MA/innen von Kaufhof den neuen Eigentümer überzeugen. Also durchaus auch eine Bringschuld aus meiner Sicht. Spannend wird, wie sich Benko nun verhält, nachdem er Kaufhof nicht bekommen hat. Könnte nun leider für Karstadt MA/innen ungemütlich werden. Hoffen wir für alle das Beste.
Markus Frei 15.06.2015
4. Heuschrecke ?
Sorry, aber Hudsons Bay ist kein Hedgefonds sondern selber ein Warenhauskonzern. Eine "Heuschrecke" ist das nicht. Auch kann hier nicht der Sinn sein unliebsame Konkurrenz zu schwächen, die Kanadier sind in Europa praktisch nicht präsent. Die einzig logische Erklärung ist tatsächlich das was die Kanadier auch sagen, das man einen Einstieg in den europäischen Markt sucht. Für die Mitarbeiter ist das sicherlich die weitaus bessere Lösung als eine "Verschmelzung" mit Karstadt.
pharaodream 15.06.2015
5. Ist doch schön..
Kaufhof geht an eine Firma in Kanada,Die Firma Louis an eine Firma von Warren Buffett,Karstadt an Herrn Benko...der "Freihandel" existiert doch schon ewig und da disskutieren manche noch über das "Chlorhühnchen"...super Sache so ein "Freihandel" von dem niemand etwas weiss und der in Wirklichkeit schon lange existiert.Das ist zwar nicht alles das Gleiche und Äpfel und Birnen sollte man in der Mathematik trennen, jedoch die wirklich wichtigen Dinge passieren ,weil die Politiker schon vor langer Zeit die Möglichkeiten hierfür geschaffen haben.
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