Angeschlagene Kaufhauskette Kaufhof verhandelt über Lohnkürzungen

Das Management der kriselnden Kaufhofkette will dem Unternehmen eine "wirtschaftliche Atempause" verschaffen - aufkommen sollen dafür die Mitarbeiter: Der Konzern plant Einschnitte bei Löhnen und Gehältern.

Kaufhof-Logo in Köln (Archivfoto)
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Kaufhof-Logo in Köln (Archivfoto)


Kaufhof drängt angesichts seiner angespannten wirtschaftlichen Lage auf Einschnitte bei Löhnen und Gehältern der etwa 21.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen habe mit der Gewerkschaft Ver.di Gespräche aufgenommen, um einen Beschäftigungssicherungstarifvertrag abzuschließen, teilte Kaufhof-Chef Wolfgang Link mit.

Ziel sei es dem Unternehmen eine "wirtschaftliche Atempause" zu verschaffen, bis die angestoßenen Wachstumsmaßnahmen Wirkung zeigten. Kaufhofs Arbeitsdirektor Peter Herlitzius sagte : "Wir sind uns bewusst, dass ein neuer Tarifvertrag für unsere Mitarbeiter Einschnitte bedeutet." Der Schritt sei jedoch unvermeidlich, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und damit Arbeitsplätze langfristig zu sichern.

Galeria Kaufhof betreibt derzeit 97 Filialen in Deutschland. Dazu kommen 16 Kaufhäuser in Belgien unter dem Namen Galeria Inno. Bis Oktober 2015 gehörte Galeria Kaufhof zur Metro-Gruppe , dann übernahm der kanadische Handelsriese Hudson's Bay Company (HBC) die Warenhauskette für 2,8 Milliarden Euro.

Zuletzt zweifelten Kreditgeber an der vollen Zahlungsfähigkeit von Kaufhof. Der Kreditversicherer Euler Hermes reduzierte nach SPIEGEL-Informationen seine Kreditzusagen für die Warenhauskette massiv.

asa/dpa



insgesamt 34 Beiträge
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pat_magroin 10.10.2017
1. Alles richtig gemacht...
Erst die Mieten ohne Gegenleistung erhöht, dann aber kein Geld übrig haben, um die Mitarbeiter zu bezahlen!
joG 10.10.2017
2. Das wäre hart in einer Zeit ....
.....der Mieten. Aber Kaufhof hat offenbar ein Überlebensproblem und einen weiteren Bankrott überleben die meisten Jobs dort wohl nicht wieder. Das Geschäftsmodell trägt nicht mehr so viele Kaufhäuser in Fußgängerzonen. Die sterben und mit ihnen dieser Job im Stadtzentrum.
sven2016 10.10.2017
3.
Kaufhof war im Metrokonzern ungeliebt, weil die Kette nur 3% Rendite erwirtschaftete, aber für den Betrieb viel Kapital gebunden hat. Die neuen Eigentümer verstehen sich mehr als Investoren mit kurzfristiger Renditeerwartungen. Auch aus dieser Bewertung von Hudson Bay sind die Bürgschaften gekürzt worden und damit der Kaufhof-Einkauf beeinträchtigt. M.E. sind Heuschrecken gerade dabei, den letzren großen Kaufhauskonzern zu erledigen. Es wäre schade darum.
alice-b 10.10.2017
4. Nichts gelernt aus
Nichts gelernt aus Herti und Karstadt, AIR Berlin ist etwas ganz anderes. Auch bei Herti und Karstadt wurden als erstes die Mieten der Kaufhäuser kräftig erhöht, ergo der Konzern und Aktionäre bekamen ihr Geld. Das nun fehlende Geld der einzelnen Märkte müssen die Mitarbeiter aufbringen. Das ist das Ergebnis bei von den so glorreichen Übernahmen durch transatlantische Konzern. Mit Transatlantisch meine ich auch Kanada.
genugistgenug 10.10.2017
5. Übliches Schema - schon Tausendfach p/kassiert
Nun läuft das übliche Abzockschema durch - wie bei Karstadt/Hertie, und vielen anderen. Die Mitarbeiter lassen sich wieder im Gehalt drücken denn 'Hauptsache Arbeit' reduzieren dadurch Arbeitslosengeld, usw. im vollen Wissen dass sie am Ende doch draufzahlen werden = Selbstbetrug. Oder wissen die Mitarbeiter genau, was im Hintergrund schon alles lief? Wie bei Hertie als die Namensrechte verkauft wurden und teuer zurückgemietet wurden. Dann kommen die Gewerkschaften zum Schnittchen essen, genant Verhandlungen und verkaufen wieder ihre 'Qualifizierungskurse' (statt Abfindungen), abgehalten durch Gewerkschaftsfirmen mit Dozenten für Billig-Geld. Irgendwann wird dann Insolvenz angemeldet um dei Gläubiger loszuwerden und 3 Monate Gehalt von der Agentur gegen Arbeit finanziert zu bekommen.
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