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Milliardenklage auf Schadensersatz: Porsche erringt Etappensieg gegen Hedgefonds

Richter des Oberlandesgerichts in Stuttgart: Keine vorsätzliche Fehlinformation Zur Großansicht
DPA

Richter des Oberlandesgerichts in Stuttgart: Keine vorsätzliche Fehlinformation

Das Oberlandesgericht in Stuttgart hat eine Schadensersatzklage gegen die Porsche-Holding in zweiter Instanz abgewiesen. Spekulanten hatten im Zusammenhang mit der geplatzten Übernahmeschlacht um Volkswagen 1,2 Milliarden Euro gefordert.

Stuttgart - Die Porsche Holding hat bei ihren diversen Rechtsstreitigkeiten wegen der Übernahmeschlacht um Volkswagen einen Teilerfolg errungen. Das Oberlandesgericht in Stuttgart wies eine Klage von mehreren Hedgefonds ab, die 1,2 Milliarden Euro Schadensersatz von der Holding gefordert hatten. Die Richter bestätigten damit ein Urteil des Landesgerichts Stuttgarts vom März 2014.

Hintergrund ist Porsches gescheiterter Übernahmeversuch von VW 2009. Die Fonds fühlten sich rückblickend getäuscht und wollten Geld zurück, das sie damals an der Börse verloren hatten. Nach Ansicht des Gerichts hat Porsche Chart zeigen allerdings keine "grob unrichtigen Auskünfte" gegeben, die Anleger also nicht gezielt falsch Informiert.

Die Fonds hatten ihre Klage auf Pressemitteilungen aus dem Jahr 2008 gestützt. Damals hatte die Holding zunächst bestritten, ihren Anteil am VW-Konzern auf 75 Prozent aufstocken zu wollen. Einige Monate später gab sie dann aber bekannt, genau diesen Plan zu verfolgen.

Die Kurse schossen in die Höhe. Anleger, die auf sinkende Kurse gewettet hatten, verloren viel Geld. Genau das forderten die Fonds zurück. Sie hatten sich VW-Aktien geliehen und diese verkauft, um sie später billiger zu beschaffen und die Differenz als Gewinn einzustreichen.

"Allenfalls doppeldeutige" Informationen

Die von ihnen kritisierte Pressemitteilung der Porsche SE sei "allenfalls doppeldeutig gewesen", urteilten die Stuttgarter Richter. Ein Schädigungsvorsatz sei nicht feststellbar - ebenso wenig wie ein direkter Zusammenhang zwischen bestimmten Börsengeschäften der Fonds und den von Porsche veröffentlichten Informationen.

Die Porsche Holding muss wegen des Übernahmekrimis allerdings noch diverse weitere Streitigkeiten ausfechten, die sich größtenteils um Investorenklagen drehen. Schauplätze sind auch Braunschweig, Hannover und Frankfurt. Dutzende Investoren, vor allem aus den USA, streiten um Entschädigungen von insgesamt mehr als fünf Milliarden Euro.

Strafprozess gegen Wiedeking

Der letztlich gescheiterte Übernahmepoker von damals hat auch noch strafrechtliche Folgen: So müssen sich der damalige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Ex-Finanzchef Holger Härter noch in diesem Jahr vor dem Landgericht Stuttgart wegen Marktmanipulation verantworten. Härter wurde wegen Kreditbetrugs bereits zu einer Geldstrafe verurteilt.

Die Porsche SE, die fast ausschließlich aus einer Beteiligung am Volkswagen-Konzern besteht, sieht sich nach eigenen Anhaben durch das Urteil bestätigt. Sie hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Eine Revision ließ das Gericht nicht zu, die Fonds können aber noch eine sogenannte Nichtszulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof einreichen.

loe/dpa/Reuters

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insgesamt 8 Beiträge
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1.
thorsten35037 26.03.2015
Die Hedgefond-Manager können eines nicht: verlieren. Und wenn doch, werden sie ganz bitter böse. Das Kapital muss in seine Schranken gewiesen werden!
2. the winner is
banker1 26.03.2015
Ferdinand und seine Gang,Respekt für die Privatisierung von VW ohne Treuhand.....
3. Spekulanten unter sich
raber 26.03.2015
Die Hedgefonds haben nun mal Pech gehabt bei dieser Spekulation. Das heisst aber noch lange nicht, dass bei der anderen Partie alles sauber abgelaufen ist.
4. Lieber SPon,
Schwarzer Luxemburg 26.03.2015
jetzt seid ihr gefragt! Welche Hedgefonds waren das genau?
5. was wäre wohl im Rahmen von TTIP geschehen?
Gegendenstrom 26.03.2015
Wäre das Urteil vor einem privat Schiedsgericht wohl ähnlich günstig für Porsche ausgefallen? Da hab ich aber meine Zweifel.
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