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Umstrittenes US-Projekt: Riesen-Pipeline nimmt wichtige Hürde

Erdöl-Rohre in North Dakota: Kommt die Keystone-XL-Pipeline bald? Zur Großansicht
REUTERS

Erdöl-Rohre in North Dakota: Kommt die Keystone-XL-Pipeline bald?

Sie soll Rohöl direkt von Kanada an den Golf von Mexiko bringen: Der Bau der Keystone-XL-Pipeline quer durch die USA wird wahrscheinlicher. Ein Bericht attestiert dem Projekt, keine maßgeblichen Umweltschäden zu verursachen.

Washington - Jahrelang stritten Befürworter und Gegner um eine geplante Ölpipeline von Kanada zum Golf von Mexiko, jetzt wird das Riesenprojekt wahrscheinlicher. Die sogenannte Keystone-XL-Pipeline habe keine maßgeblichen Auswirkungen auf die Umwelt, teilte das US-Außenministerium mit. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht der Behörde.

Mit dem Bericht nimmt das Projekt eine wichtige Hürde. Denn US-Präsident Barack Obama hatte signalisiert, dem Projekt grünes Licht zu geben, falls der CO2-Ausstoß dadurch nicht maßgeblich erhöht wird.Vor zwei Jahren hatte er den Bau der 2700 Kilometer langen Röhre gestoppt, weil mögliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Anwohner und die Umwelt nicht ausreichend geprüft werden konnten. Laut Regierungssprecher Jay Carney bedeutet die Studie aber noch keine Entscheidung darüber, ob die Pipeline tatsächlich gebaut wird.

Mit dem umgerechnet 5,2 Milliarden Euro teuren Projekt will das Unternehmen TransCanada aus Teersand gewonnenes Öl quer durch die USA transportieren. Umweltschützer warnen, dass bei dieser Art der Ölgewinnung dreimal mehr Treibhausgase freigesetzt werden als bei konventioneller Förderung. Gegen das umstrittene Projekt, das mehrere tausend Arbeitsplätze bringen könnte, gibt es daher seit mehr als fünf Jahren Widerstand.

Kanada bangt um seinen Öl-Export

Der kanadische Minister für natürliche Ressourcen Joe Oliver sagte, er habe jetzt "mehr Vertrauen", dass die Keystone-XL-Pipeline bald von der US-Regierung genehmigt wird. Er erhoffe eine zeitige Entscheidung nach dem mehrjährigen Streit um das Großprojekt.

Dem Bericht zufolge sei es schädlicher für die Umwelt, wenn das Öl aus Kanada auf anderen Wegen zu den Raffinerien im Golf von Mexiko gelange - etwa mit Tanklastern, Zügen oder Schiffen. "Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Emissionen um 28 bis 42 Prozent höher wären, wenn die Pipeline nicht gebaut wird", sagte Kanadas Ressourcen-Minister Oliver.

Die kanadische Regierung gab außerdem zu Bedenken, dass der Transport auf der Straße oder Schiene gefährlicher sein könnte als mittels einer Pipeline. Im vergangenen Juli starben 47 Menschen bei einem Zugunglück in der kanadischen Provinz Quebec, als ein Zug mit 72 Öltanks entgleiste und im Ortskern der Kleinstadt Lac-Megantic explodierte.

Für Kanada, dessen Ölproduktion mit Teersand rapide steigt, ist die Pipeline für den Export von enormer wirtschaftlicher Bedeutung. Die kanadische Provinz Alberta verfügt über die weltweit drittgrößten Ölreserven.

mxw/dpa/AP

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insgesamt 6 Beiträge
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1. Klare Lösung
redbayer 01.02.2014
Auch hier gibt es eine klare für die "neue deutsche Rolle in der Welt". Angesichts der Größe des amerikanischen Vorhabens muss dieses Projekt den Deutschen zur Zustimmung vorgelegt werden. Da man sich hier aber als erstes den Kriegsproblemen der Welt widmet, hat die amerikanische Pipeline kaum Aussicht auf deutsche Genehmigung.
2. Wo ist das Problem?
Tevje 01.02.2014
Zitat von redbayerAuch hier gibt es eine klare für die "neue deutsche Rolle in der Welt". Angesichts der Größe des amerikanischen Vorhabens muss dieses Projekt den Deutschen zur Zustimmung vorgelegt werden. Da man sich hier aber als erstes den Kriegsproblemen der Welt widmet, hat die amerikanische Pipeline kaum Aussicht auf deutsche Genehmigung.
Wir liefern -schlüsselfertig- eine Raffinerie nebst angeschlossener chemischer Industrie nach Alberta, raffinieren die Teersand-Produkte zu den Gebrauchsstufen, die wir brauchen, verklappen die Reste in den abgebauten Tagebauten und schaffen eine blühende Industrielandschaft.
3. @ eckawol
aurichter 01.02.2014
Die Tante Ironie war zu Gast. Rs stellt sich aber wirklich die Frage wieso hier der Knochen zum Hund kommen soll. Die Verarbeitung mit dem Bau einer Anlage würde imho billiger zu bewerkstelligen sein, zumal die Sicherheit an Konzentrierter Stelle einfacher einzuhalten ist als an einer xtausend Milen langen Pipeline. Von der Verschandelung der Lanfschaft gar nicht zu reden.
4. Kleine Fische
dunnhaupt 02.02.2014
Die gesamten USA und Kanada sind durch ein riesiges Netzwerk von unterirdischen Pipelines verbunden, da in fast allen Staaten Öl und Gas produziert werden. Mindestens zehn Firmen kontrollieren jeweils mehr als 20.000 km an Pipelines. Da kommt es auf ein paar hundert km mehr kaum noch an, denn die Entfernungen sind sehr groß. Texas allein ist so groß wie die Eurozone.
5. >redbayer (nr. 1, oben) -
ambulans 02.02.2014
genau! und, um noch eins drauf zu setzen: willem II. (un-/selig), hätte damals (agadir?) mindestens eine "stattliche" mittel-große flottenabordnung in die region verbracht, um deutschlands "vitale interessen zu wahren und/oder zu schützen" - oder hab ich mich jetzt bei den handelnden personen etwa vertan? wilhelm II., helmut, joachim, angela?, frank-walter?, usw. - oh gott, das nimmt ja gar kein ende, das ...
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