Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Sorge um Standort Deutschland: Viele Mittelständler über 60 scheuen Innovationen

Die Investitionsbereitschaft sinkt mit steigendem Alter - und der deutsche Mittelstand kommt in die Jahre. Das gefährdet laut einer neuen Studie die Wettbewerbsfähigkeit: Denn von den Unternehmern über 60 investiert nur jeder Dritte.

Plakat an renovierungsbedürftigem Haus (Archiv): Alterung bremst Investitionen Zur Großansicht
DPA

Plakat an renovierungsbedürftigem Haus (Archiv): Alterung bremst Investitionen

Frankfurt am Main - Die Inhaber der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland altern rasch, mehr als 1,3 Millionen Firmeninhaber sind gegenwärtig bereits 55 Jahre alt oder älter. Dieser demografische Wandel gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Mittelstands, heißt es in einer Studie der staatlichen Förderbank KfW: Denn mit zunehmendem Alter der Firmenlenker sinke deren Bereitschaft, zu investieren.

Das bremse den künftigen Geschäftserfolg und reduziere auch das gesamtwirtschaftliche Wachstum, warnt die KfW. "Der deutsche Mittelstand altert im Zeitraffer", sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner: "Weil ältere Chefs wesentlich seltener investieren, droht vielen kleinen und mittleren Unternehmen ein Verlust an Wettbewerbsfähigkeit." Das könne Arbeitsplätze gefährden.

Von den Firmeninhabern, die älter sind als 60 Jahre, investiert laut KfW-Analyse nur noch etwa jeder Dritte (37 Prozent der Unternehmer). "Die anderen ziehen sich aus der Weiterentwicklung ihres Unternehmens zurück", schreiben die Autoren der Studie. Im Durchschnitt war ein Chef im Mittelstand zuletzt 51 Jahre alt, 2002 lag das Durchschnittsalter noch bei 45 Jahren.

bos/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 28 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Nicht nur das Alter
Odde23 23.03.2015
auch das Gezerre um die Erbschaftssteuer hemmt Investitionen. Heute wurde von der SPD Politikerin Anke Rehlinger ein Modell vorgestellt, bei dem alle Erbschaften der Erbschaftssteuer unterworfen werden sollen, ohne Freibeträge. bis 100.000 EUR wären 5% Steuer fällig, ab 1.000.0000 EUR werden 10% Steuern fällig. Es gibt weder Freibeträge für Immobilien noch für Unternehmen. Da braucht man sich nicht wundern, wenn nicht mehr investiert wird.
2. Welchen realistischen beruflichen ...
fridericus1 23.03.2015
... Planungshorizont hat denn ein über 60jähriger? Kein Wunder, dass er nicht mehr zukunftsorientiert handelt. Oder er will noch mit über 70 seinen potentiellen Nachfolgern und den Mitarbeitern als altersstarrsinniger Patriarch auf den Senkel gehen. Außerdem neigen speziell ältere Männer zu Fortschrittsfeindlichkeit und Konservativismus, man schaue sich nur mal die führenden Gesichter vieler Wutbürgerbewegungen an. Kleine Anmerkung: ich selber bin Üfü (über fünfzig).
3. Generation Besitzstandswahrung
ullibulli09 23.03.2015
Das Problem liegt eher in der falschen Beratung, der persönlichen Gier und bei den falschen Führungskräften. In den letzten Jahren haben die deutschen Führungskräfte an Qualität verloren, was sich auch in der Anzahl der Unternehmen niederschlägt (Folge des Networkings). Monatlich präsentierten uns Medien (übrigens auch der Spiegel) "tolle" Beschäftigungszahlen, aber die Wahrheit wird gerne verschwiegen. Allein letzten Monat gab es in Deutschland 40.000 Gewerbetreibende weniger, Tendenz steigend. Viele Firmeninhaber zwischen 50-65 Jahren verkaufen zudem ihre Firmen wegen des Profits an größere Firmen, eine steigende und schleichende Monopolisierung. Neue Beteildigungsstrukturen braucht das Land!
4. Die Jugend geht neue Wege
uban1 23.03.2015
Die Jugend geht neue Wege, probiert alles mögliche aus, der Weg nach oben ist nämlich durch etablierte Patriarchen, die von ihrem bewähretem Weg überzeugt sind, versperrt. Das ist doch völlig normal, oder ein jammern auf hohen Niveau weil die Jugend heute durch Erben zu ihrem Geld kommen kann, oder durch bequeme Angestellten/Beamten-Jobs, der Rest wird durch Lobby-gesteuerte Gesetze den potentiellen jungen Gefährdern unmöglich gemacht in dieser Rentner-Republik.
5. Dr.No
peterkamm-mueller 23.03.2015
Mit dem Alter kommt eben auch die Weisheit. Viele sehen im Moment in Deutschland gefahren. Vor allem wegen zu viel Regulierung, Steuern und Umweltbedenken. So wird hier wohl auch niemand mehr investieren. Ab 60 schweifen die Gedanken auch eher um Desinvestition und Gewinnabschöpfung, als um Neuinvestition (vor allem wenn es keine Nachkommen gibt, oder die Erbschaftssteuer droht).
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: