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Lahmendes Wachstum: Deutscher Mittelstand spürt die Euro-Krise

Weniger Wachstum, weniger Beschäftigte und schwächere Renditen: Kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland leiden laut einer Umfrage unter den Folgen der Euro-Krise. Teile des Mittelstands lebten bereits von ihrer Substanz.

Arbeiter beim Zulieferer FSG Automotive: Der Jobmotor stottert Zur Großansicht
DPA

Arbeiter beim Zulieferer FSG Automotive: Der Jobmotor stottert

Berlin - Der deutsche Mittelstand leidet unter der Euro-Krise. Das Umsatzwachstum geht zurück, die Renditen schrumpfen, und die Eigenkapitaldecke kleiner Firmen schmilzt, heißt es in einer Umfrage der Staatsbank KfW. Die Rezession in Europa sei an den Betrieben nicht spurlos vorbeigegangen. "Es legen sich die ersten Schatten über den langjährigen Erfolg", heißt es in dem Bericht. Das habe auch Auswirkungen auf die Arbeitsplätze: "Der 'Jobmotor Mittelstand' beginnt zu stottern."

Die deutschen Unternehmen seien zwar besser durch die Krise gekommen als die Konkurrenz. Doch das habe auch Kräfte gekostet, sagte KfW-Chefökonom Jörg Zeuner. Besonders die Entwicklung von Profitabilität und Eigenkapitalausstattung bei den Kleinen gebe Anlass zur Sorge.

Die Firmen konnten ihren Umsatz 2012 zwar erhöhen. Das Plus fiel mit 2,4 Prozent aber deutlich geringer aus als 2011 mit gut acht Prozent. Die Zahl der Vollzeitjobs stieg laut der Umfrage unter mehr als 11.000 Betrieben zwar um zwei Prozent, die Teilzeitbeschäftigung sank aber um 15 Prozent. Damit fällt erstmals seit sechs Jahren die Zahl der Erwerbstätigen im Mittelstand, wenn auch nur leicht um 0,3 Prozent.

Die Nachwehen der Wirtschafts- und Finanzkrise zeigten sich vor allem bei Betrieben mit weniger als zehn Beschäftigten - diese machen mit 92 Prozent den Großteil des Mittelstands aus. Die Umsatzrenditen der Kleinen sanken um 1,1 auf 10,3 Prozent. Zeuner warnte: "Teile des deutschen Mittelstands leben auch von der Substanz." Setze sich die Entwicklung mittel- bis langfristig fort, dürften die Firmen im internationalen Konkurrenzkampf an Boden verlieren.

cte/Reuters

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