Tote bei Brand in Pakistan: Textildiscounter Kik zahlt eine Million Dollar

Mehr als 250 Menschen kostete der Brand in einer pakistanischen Textilfabrik das Leben. Auch das deutsche Unternehmen Kik ließ dort produzieren. Nun will die Firma erste Hilfsgelder an Hinterbliebene und Überlebende zahlen. Insgesamt stehen eine Million US-Dollar zur Verfügung.

Bönen/Karatschi - Für pakistanische Textilarbeiter wurde ihr Arbeitsplatz zur Todesfalle, als ein verheerendes Feuer in der Fabrik ausbrach. Mehr als 250 Menschen verloren bei dem Unglück im September 2012 ihr Leben, nun sollen deren Familien sowie Überlebende entschädigt werden. Das Textilunternehmen Kik hat über einen Hilfsfonds eine Million US-Dollar für zu Verfügung gestellt. In den kommenden Tagen sollen die ersten Gelder fließen.

Laut Kik sollen zunächst die Betroffenen versorgt werden, die bislang noch keine Unterstützung vom pakistanischen Staat erhalten haben. Bei der Auszahlung arbeitet das Textilunternehmen mit der Nichtregierungsorganisation "Pakistan Institute of Labour Education and Research" (Piler) zusammen. Laut Kik-Geschäftsführer Michael Arretz war Piler bis zuletzt damit beschäftigt, die Ansprüche der Betroffenen zu klären. Nun könne jedoch mit der Auszahlung begonnen werden.

Ursprünglich wollte das Textilunternehmen mit Sitz im westfälischen Bönen 500.000 Dollar zahlen. Der pakistanische Gewerkschaftsbund NTUF hatte diese Summe als viel zu gering kritisiert und drohte mit Klagen von überlebenden Textilarbeitern.

Die Kooperation mit Piler umfasst nach Angaben von Kik auch ein Projekt zur Verbesserung der Brandschutzmaßnahmen in pakistanischen Fabriken. "Wir wollen uns gerne mit vielen anderen Beteiligten zusammentun, um in Sachen Brandschutz möglichst viel erreichen zu können", sagte Arretz.

kut/dpa

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1.
braunmd 05.02.2013
Gerade mal 4000 $ für ein Menschenleben. Sie sollten sich schämen Warum wird dieser Laden nicht einfach einmal boykottiert
2. Gut so,
josthenner 06.02.2013
KiK hat gehandelt. Das ist sehr zu loben. Aber wo sind die anderen Auftraggeber? Keine grosse Bekleidungsfirma in Pakistan produziert nur fuer einen Kunden! Soweit mir bekannt gab es doch Jeans US-amerikanischer Unternehmen in dem Brandschutt. Teure Marken waren dabei. Warum verfolgt das niemend? Warum wird von den Medien immer nur gegen die Billig-Discounter gehetzt und dem dem auf Billigpreise angewiesenen deutschen Verbraucher eine Mitschuld eingeredet? Ich finde KiKs Verhalten wirklich vorbildlich.
3. Gut so - geht's noch ???? ---> josthenner
humnuk 06.02.2013
Arbeiten Sie etwa in dem Laden oder bei einem Sub? Vorbildlich ??? Ich glaube Sie leben in einer Parallelwelt. Jeder der diese a) Schrottklamotten zum b) Ausbeuterpreis kauft vernichtet c) Arbeitsplätze in Europa / Deutschland und natürlich sollte man auch diesen Raubtierkapitalismus made in USA nicht unterstützen aber d) nur weil andere etwas tun kann man es trotzdem besser machen - nach ihrer Philosophie wäre doch das Rad nie erfunden worden. Erst denken dann schreiben !
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