Kinderporno-Affäre HSH Nordbank entschuldigt sich bei Ex-Manager

Die HSH Nordbank hat für ihren gefeuerten New Yorker Manager eine Ehrenerklärung abgegeben. Darin entschuldigt sie sich, Roland K. mit Kinderpornografie in Verbindung gebracht zu haben. Im SPIEGEL-Interview beklagt sich der Banker über die Folgen der Verleumdung.

HSH Nordbank: Ehrenerklärung für geschassten New Yorker Büroleiter
dpa

HSH Nordbank: Ehrenerklärung für geschassten New Yorker Büroleiter


Hamburg - Die HSH Nordbank hat sich beim früheren Leiter ihrer New Yorker Filiale dafür entschuldigt, dass im Rahmen seiner Kündigung der Verdacht aufgekommen war, er habe mit Kinderpornografie zu tun. Nach monatelangen Verhandlungen gab die Bank damit eine Ehrenerklärung für Roland K. ab.

K. war im September 2009 fristlos entlassen worden; am selben Tag hatte ein 13-köpfiges Team der Bank, dem auch der kürzlich gekündigte Chefjustitiar Wolfgang Gößmann angehörte, K.s Bürocomputer in New York durchsucht. Sie fanden E-Mails, die zu Kinderporno-Fotos geführt hatten.

In der Ehrenerklärung heißt es nun: "Nach eingehender Prüfung der Umstände, die zur Entlassung des ehemaligen General Managers ihrer Filiale in New York geführt haben, kommt die HSH Nordbank zum Schluss, dass der damalige Niederlassungsleiter in keinerlei Verbindung zu jeglicher Kinderpornografie steht. Die Bank bedauert ausdrücklich die Situation und die persönlichen Unannehmlichkeiten, in die der ehemalige General Manager durch die diesbezügliche negative Publizität geraten ist."

"Roland, wir glauben Ihnen"

Roland K. zeigte sich im SPIEGEL-Interview erleichtert, "dass die Bank den Kinderporno-Vorwurf ausdrücklich dementiert und sich entschuldigt hat". Nach seiner Entlassung seien mehrere Bewerbungen bei anderen Firmen an den Meldungen über die Funde auf seinem Computer gescheitert.

Zwar habe die Bezirksstaatsanwaltschaft von New York, die in dem Fall ermittelt, bereits im September seinem Anwalt schriftlich versichert, sein Mandant Roland K. sei "das Opfer illegaler Handlungen anderer Personen". Doch selbst dieses Schreiben habe die Zweifel potentieller Arbeitgeber nicht ausräumen können: "Beim Thema Kinderpornografie ist der Verdacht schon beinahe das Urteil. Die Leute haben gesagt: Roland, wir glauben Ihnen - aber wir haben die Sorge, dass unsere Kunden da nicht so genau differenzieren."

Mit der Ehrenerklärung der Bank habe er wieder Hoffnung auf eine berufliche Zukunft im Bankgewerbe, sagt Roland K.: "Und ich habe noch eine Hoffnung: dass diejenigen, die mir das angetan haben, überführt und bestraft werden. Dann erst ist es wirklich vorbei."

Die Bank, ihr früherer Chefjustitiar Gößmann und die an der Suche in K.s Büro beteiligte Sicherheitsfirma Prevent bestreiten, K. kinderpornografisches Belastungsmaterial untergeschoben zu haben.

abl

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Eichsfelder 19.03.2011
1. Widerlichste Intriganten
Ohne die vorbildliche Arbeit der US-Polizei und der Bezirksstaatsanwaltschaft NY, die sich nicht zum Büttel widerlichster Intriganten machen ließen, hätte es diese Ehrenerklärung nicht gegeben. Von deutschen Behörden ist meiner Einschätzung nach keine weitere Aufklärung zu erwarten. Das wird die Presse erledigen müssen. Hoffentlich tut sie das!
manometer 19.03.2011
2. der Ölige und seine kriminellen Kumpane
Ohne den Spiegel wäre der Ölige und seine kriminellen Kumpane noch immer im Amt und Machenschaften. Seit der Volkssport des politischen Denunzieren keine Effekte mehr bringt, hat sich die Aktivität im deutschen Arbeitsleben, seit vielen Jahren zunehmend, aufs Mobbing verlagert. Es ist zu wünschen, daß auch weiterhin darüber berichtet wird. Denn, selbst wenn rehabilitiert, bleibt das Opfer ausgeschlossen, da es eben Opfer war und somit auch ist.
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