Klage gegen Möbelhaus: Ikea Frankreich soll Mitarbeiter bespitzelt haben

Französische Gewerkschafter haben Anzeige gegen Ikea erstattet. Die Möbelhauskette soll Mitarbeiter und Kunden ausspioniert haben. Laut einem Zeitungsbericht beschaffte ein Sicherheitsunternehmen vertrauliche Daten, auf die normalerweise nur die Polizei Zugriff hat.

Paris - Ikea in Frankreich muss sich gegen schwere Vorwürfe verteidigen. Das Möbelhaus soll systematisch Mitarbeiter und Kunden bespitzelt haben. Die Gewerkschaft FO erstattete deswegen Anzeige gegen Unbekannt wegen der illegalen Verwendung von Personaldaten. Ikea verspricht eine zügige Aufklärung der Vorwürfe, über die zuerst die Zeitung "Canard Enchaîné" berichtete.

Demnach hatte die Sicherheitsabteilung der französischen Ikea-Tochter 2003 ein privates Sicherheitsunternehmen gegen Bezahlung beauftragt, dem Unternehmen Daten von Betroffenen zu übermitteln. Darunter sollen auch vertrauliche Informationen gewesen sein, die normalerweise nur Polizeibeamten zugänglich sind.

Neben den Angaben zu möglichen Vorstrafen, Einträgen in der Verkehrssünder-Kartei oder Bankauszügen von Mitarbeitern oder Bewerbern sollen ähnliche Auskünfte zu Kunden verlangt worden sein, die mit Ikea im Rechtsstreit lagen. Ein Dutzend Mitarbeiter von drei Filialen im Großraum Paris haben nach Informationen der Zeitung "Le Parisien" zudem die Gründung einer Selbsthilfe-Organisation angekündigt.

cte/dpa/AFP

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1. Nichts neues
geeg 01.03.2012
Zitat von sysopFranzösische Gewerkschafter haben Anzeige gegen Ikea erstattet. Die Möbelhauskette soll Mitarbeiter und Kunden ausspioniert haben. Laut einem Zeitungsbericht beschaffte ein Sicherheitsunternehmen vertrauliche Daten, auf die normalerweise nur die Polizei Zugriff hat. Klage gegen Möbelhaus: Ikea Frankreich soll Mitarbeiter bespitzelt haben - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,818705,00.html)
IKEA stellt Sicherheitschefs in vielen Ländern ein die gute Kontakte zu den entsprechenden Behörden haben. Wahrscheinlich ist Frankreich nur die Spitze des Eisbergs.
2. Der IKEA-Eigentümer hat auch schon von politischen Gefangenen in der ehemaligen DDR
IsaDellaBaviera 01.03.2012
Zitat von sysopFranzösische Gewerkschafter haben Anzeige gegen Ikea erstattet. Die Möbelhauskette soll Mitarbeiter und Kunden ausspioniert haben. Laut einem Zeitungsbericht beschaffte ein Sicherheitsunternehmen vertrauliche Daten, auf die normalerweise nur die Polizei Zugriff hat. Klage gegen Möbelhaus: Ikea Frankreich soll Mitarbeiter bespitzelt haben - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,818705,00.html)
billige Regale für den westdeutschen Markt fertigen lassen. Er findet das übrigens bis heute (!) durchaus vertretbar! Darum bin ich über diese Nachricht auch nicht wirklich erstaunt. Und seit ich das weiß, kaufe ich nichts mehr bei IKEA ein. Unsere Firma und befreundete Firmen übrigens auch nicht..........
3. Polizeiliches Führungszeugnis vorlegen
Jurx 02.03.2012
Zitat von sysopFranzösische Gewerkschafter haben Anzeige gegen Ikea erstattet. Die Möbelhauskette soll Mitarbeiter und Kunden ausspioniert haben. Laut einem Zeitungsbericht beschaffte ein Sicherheitsunternehmen vertrauliche Daten, auf die normalerweise nur die Polizei Zugriff hat.
In Deutschland müssen Mitarbeiter von Einzelhandelsunternehmen, die irgendwie mit Kassieren zu tun haben, doch mit der Anstellung nahezu bei jedem Arbeitgeber ein "Polizeiliches Führungszeugnis" vorlegen. Da stehen auch Informationen drin, "auf die normalerweise nur die Polizei Zugriff hat". Da kräht kein Hahn nach. Weil das offen gemacht/verlangt wird und nicht heimlich. Und bei Ikea/Frankreich, wo dieselben Informationen über Mitarbeiter eingeholt werden, ist es eine internationale Berichterstattung wert? Wo liegt denn da der eigentliche Skandal? Dass Ikea Frankreich sich dieselben Informationen aus dem polizeilichen Führungszeugnis holt, die in Deutschland bei jedem Einzelhändler der neu angestellte Mitarbeiter selbst beibringen muß? Und zwar als Selbstauskunft, weil nur die Person einen Auskunftsanspruch auf die eigenen Daten hat (und diese dann mehr oder weniger "freiwillig" an seinen Arbeitgeber weitergeben kann). Oder liegt der Skandal nicht vielmehr darin "französische Polizei verstößt gegen Personendatenschutz", indem in Frankreich eben wohl Firmen bei der Polizei Mitarbeiterdaten anfragen können - und diese auch erhalten. *Das ganze ist doch kein Ikea-Skandal, sondern ein Polizei-Skandal in Frankreich!*
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