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Klage gegen Vetorecht EU legt sich erneut mit VW an

VW-Modelle in Wolfsburg: Rückwirkende Strafe von 31.000 EuroZur Großansicht
DPA

VW-Modelle in Wolfsburg: Rückwirkende Strafe von 31.000 Euro

Nächste Runde im Streit zwischen Volkswagen und der EU-Kommission: Die klagt zum zweiten Mal gegen das VW-Gesetz, das Niedersachsen ein Vetorecht beim Autobauer einräumt. Deutsche Politiker reagieren mit scharfer Kritik - und erklären die Klage angesichts der Euro-Krise für besonders unpassend.

Brüssel - Alle Proteste waren umsonst: Die EU-Kommission klagt erneut gegen das sogenannte VW-Gesetz, das dem Land Niedersachsen bei Volkswagen-Stammaktien Chart zeigen eine Sperrminorität gibt. Die Bundesregierung habe ein Urteil des Europäischen Gerichtshof (EuGH) von 2007 nicht vollständig umgesetzt, teilte die Kommission am Donnerstag zur Begründung mit. Dass das Land mit gut 20 Prozent ein Vetorecht habe, sei ein Verstoß gegen die in der EU gesetzlich vorgeschriebene Kapitalverkehrsfreiheit. Das Gesetz könne Investitionen verhindern.

Mit der Klage geht die Kommission auf Konfrontationskurs zu deutschen Politikern wie Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister oder dem SPD-Vorsitzenden und früheren Landeschef Sigmar Gabriel. Beide brachten die Klage in Zusammenhang mit der Euro-Krise, in der ein solcher Schritt besonders unpassend sei.

"Gerade in der jetzigen Zeit, wo die Europäische Kommission um mehr Akzeptanz bei den Menschen werben muss, kommt sie mit einem völlig unnötigen Vertragsverletzungsverfahren um die Ecke", sagte McAllister, der Niedersachsen auch im VW-Aufsichtsrat vertritt. "Der Zeitpunkt ist geradezu grotesk."

Auch Gabriel reagierte mit Unverständnis auf das Brüsseler Vorhaben. Er forderte die Bundesregierung auf, sich mit aller Macht gegen einen Angriff auf das VW-Gesetz zu stellen. "Es ist empörend, dass die EU-Kommission ihren rein ideologisch begründeten Feldzug gegen das bewährte und rechtskonforme VW-Gesetz fortführen will", erklärte Gabriel. In einer Zeit, in der die Folgen eines ungezügelten Finanzkapitalismus ersichtlich seien, greife Brüssel Regelungen an, die Arbeitnehmer vor Spekulanten schützen sollen.

Ein EU-Vertreter erklärte, die Sperrminorität sei nicht zu beanstanden, wenn sie durch freie Mehrheitsentscheidung der Aktionäre festgelegt worden sei. In der Satzung von VW ist diese Regel auch schon verankert. Doch so lange sie gesetzlich vorgeschrieben ist, haben die Aktionäre nach Ansicht der Kommission dies nicht aus freiem Willen entschieden. Die EU beantragte gegen Deutschland zugleich ein Zwangsgeld von täglich 31.114,72 Euro, rückwirkend ab dem Tag des EuGH-Urteils vom 23. Oktober 2007.

Der EuGH hatte 2007 entschieden, dass drei Privilegien des öffentlichen Anteilseigners von Europas größtem Autokonzern ein Verstoß gegen EU-Recht sind. Der Bund hatte zwei der drei Vorgaben im VW-Gesetz abgeschafft - die dort verankerte Mindestzustimmung von 80 Prozent der Stimmrechte bei wichtigen Entscheidungen aber nicht.

dab/dpa/AFP/Reuters

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insgesamt 21 Beiträge
WILHHERDE 24.11.2011
Die EU scheint mir vom Stamme "Nimm" zu sein. Wir sind von Mitessern eingekreist.
Die EU scheint mir vom Stamme "Nimm" zu sein. Wir sind von Mitessern eingekreist.
levitian 24.11.2011
Das VW-Gesetz stammt aus dem Jahre 1960. Da gab es die EU noch garnicht. Mit welchem Recht fordert die EU daher eine Änderung dieses Gesetzes? Wer oder was legitimiert die EU eigentlich dazu? Die sollen sich weiter mit der [...]
Das VW-Gesetz stammt aus dem Jahre 1960. Da gab es die EU noch garnicht. Mit welchem Recht fordert die EU daher eine Änderung dieses Gesetzes? Wer oder was legitimiert die EU eigentlich dazu? Die sollen sich weiter mit der Krümmung der Bananen und Gurken beschäftigen, zu mehr reicht der Sachverstand der Luschen, die von ihren Staaten in die verschiedenen Gremien der EU abgeschoben werden, sowieso nicht. Es wird höchste Zeit für eine Volksabstimmung über den Verbleib Deutschlands in der EU. In der heutigen Form handelt es sich ohnehin nur um eine Veranstaltung der Exportwirtschaft und um einen Abschiebehort für unfähige Politiker, nicht um eine Herzensangelegenheit der Bürger.
Ich finde daß dies nicht wirklich ein interessantes abendfüllendes Thema ist. Das sollen die Kommissare in der EU ausknobeln oder von mir aus auch mit Wattepusten entscheiden, kommt sowieso aufs selbe hinaus. Die EU hängt an [...]
Ich finde daß dies nicht wirklich ein interessantes abendfüllendes Thema ist. Das sollen die Kommissare in der EU ausknobeln oder von mir aus auch mit Wattepusten entscheiden, kommt sowieso aufs selbe hinaus. Die EU hängt an unserem Tropf und entscheidet trotzdem nach Gutsherrenart über unsere Köpfe hinweg.
Jonny_C 24.11.2011
....raus aus dem Euro, raus aus der EU ! Dann können die sich ihren Dreck selber in die Haare schmieren. Brüssel ist teuer, bringt nichts und was aus Brüssel kommt ist sinnloses Zeug, wie Abschaffung der 60 & 100 Watt [...]
....raus aus dem Euro, raus aus der EU ! Dann können die sich ihren Dreck selber in die Haare schmieren. Brüssel ist teuer, bringt nichts und was aus Brüssel kommt ist sinnloses Zeug, wie Abschaffung der 60 & 100 Watt Birnen.
jj2 24.11.2011
sollte Niedersachsen seine VW-Anteile verkaufen und in den Rettungsfonds einbringen. Früher oder später muss die öffentliche Hand sowieso seine Besitztümer versilbern.
sollte Niedersachsen seine VW-Anteile verkaufen und in den Rettungsfonds einbringen. Früher oder später muss die öffentliche Hand sowieso seine Besitztümer versilbern.
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