Legendärer Klavierbauer: Steinway geht an Hedgefonds-Manager Paulson

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Machte das klar höhere Angebot: Hedgefonds-Manager John Paulson

"Es sind die besten der Welt": Der Klavierbauer Steinway geht nach einem Bietergefecht für mehr als eine halbe Milliarde Dollar an den Hedgefonds-Manager John Paulson. Der verspricht: An der Qualität der Musikinstrumente werde sich nichts ändern.

Waltham - Das Bietergefecht um den legendären Konzertflügel-Hersteller Steinway fiel am Ende eindeutig aus: Hedgefonds-Manager John Paulson bekam den Zuschlag, insgesamt 512 Millionen Dollar will er für das US-Unternehmen mit deutschen Wurzeln zahlen. Damit überbat er seinen Rivalen, den Finanzinvestor Kohlberg & Company, um rund 74 Millionen Dollar.

Eigentlich hatte Kohlberg & Company die börsennotierte Steinway Musical Instruments für 438 Millionen Dollar kaufen wollen. Statt der 35 Dollar pro Aktie, die Kohlberg & Company geboten hatten, bekommen die Steinway-Anteilseigner nun 40 Dollar je Anteilsschein. Damit legte Paulson noch einmal nach. Zunächst war von einem Gebot von 38 Dollar die Rede gewesen. An der Qualität der Musikinstrumente werde sich nichts ändern, versicherte Paulson, der durch Wetten auf einen Zusammenbruch des US-Immobilienmarkts Milliarden verdient hatte. "Es sind die besten in der Welt."

Der Name der Steinway Musical Instruments ist einer der bekanntesten in der Welt der klassischen Musik. Der deutsche Auswanderer Heinrich Engelhard Steinweg gründete das Unternehmen vor 160 Jahren in New York. Die Steinway-Pianos stehen auf den bedeutenden Konzertbühnen in aller Welt, sie werden aber nur noch im New Yorker Stadtteil Queens und in Hamburg gebaut.

Zuletzt machte das Unternehmen einen Jahresumsatz von 354 Millionen Dollar, etwa zwei Drittel davon mit Konzertflügeln und Klavieren. Der Gewinn lag bei 14 Millionen Dollar. In diesem Jahr flossen alleine 44 Millionen Dollar durch den Verkauf des traditionsreichen Schauraums im Herzen Manhattans in die Kasse. Dort soll nun ein Wolkenkratzer mit Luxuswohnungen entstehen.

Endgültig ist der Verkauf noch nicht: Interessenten bleiben jetzt noch 25 Tage, um Paulson mit einer höheren Offerte auszustechen, zudem müssen die Wettbewerbshüter zustimmen. Geht alles glatt, verschwindet Steinway schon Ende September von der Börse.

vks/dpa

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insgesamt 9 Beiträge
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1. Bei den Summen ...
rocky balboa 14.08.2013
... ist die Aufspaltung von Steinway die einzige Möglichkeit. Eine Wachstumsbranche ist der Klaviermarkt gewiss nicht und die Renditen von Steinway eher mau, dafür hat besitzt man wertvolle Immobilien. Hoffen wir, dass der Verkauf der Qualität der Instrumente nicht abträglich ist.
2.
frunabulax 14.08.2013
Hoffentlich geht Steinway nicht den gleichen Weg wie Bechstein, so dass am Ende nur ein berühmtes Label auf einem Billigprodukt steht. Wäre sehr schade. Steinway Flügel sind die Besten!
3. optional
hansmaus 14.08.2013
"An der Qualität der Musikinstrumente werde sich nichts ändern." ....hihi ein Schelm der dabei denkt das die Flügel bald nicht mehr in den USA oder D vom Band rollen sondern in China zusammen gezimmert werden .....
4. Ertrag kommt auch durch sparen....
piano01 14.08.2013
Naja, bester Flügel der Welt.... Einer der besten OK... zum Punkt: Der Flügelmarkt wächst nicht mehr und Steinway hat eher mehr Konkurrenz als früher. Der Wettbewerb hat seine Hausaufgaben schon längst gemacht. Also woher die zusätzlichen gewinnen?!? Man spart in der Fertigung. Oder/Und der Standort USA wird dicht gemacht, Hamburg Stadt geschlossen, und der Standort auf die "Grüne Wiese" verlegt. Jede Dynastie steigt und fällt einmal, sind jetzt andere am Zug?
5. optional
frankmerkel 14.08.2013
mir ist kein Beispiel bekannt, wo sich die Übernahme einer Firma durch einen gewinnorientierten Hedgefond postitiv auf die Qualtität der produkte ausgewirkt hätte.
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