Umwelt Energiekonzerne fordern Mitsprache bei Klimaschutz

Der Klimaschutz kommt wieder auf die Agenda, das alarmiert offenbar europäische Konzerne. Shell, BP und andere fordern ein Mitspracherecht bei den Verhandlungen, besonders bei der Schaffung eines globalen CO2-Handelssystems.

BP-Werbung (in Moskau): "Wichtige Interessensgebiete"
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BP-Werbung (in Moskau): "Wichtige Interessensgebiete"


In diesem Jahr soll die internationale Gemeinschaft endlich verbindliche Vereinbarungen zum Klimaschutz beschließen. Im Dezember findet in Paris der nächste Klimagipfel statt, auch beim G7-Gipfel im bayerischen Elmau steht das Thema Ende dieser Woche auf der Tagesordnung.

Nun fordern sechs große europäische Energieversorger laut einem Bericht der "Financial Times" ("FT") ein Mitspracherecht. "Wir schulden künftigen Generationen realistische, machbare Lösungen für die Herausforderung, mehr Energie bereitzustellen und zugleich den Klimawandel zu bekämpfen", zitiert die Zeitung aus einem Brief der Vorstandschefs von Shell Chart zeigen, BP, Total Chart zeigen, Statoil Chart zeigen, Eni Chart zeigen und BG an die UN-Klimabeauftragte Christiana Figueres. Die Unternehmen bitten um einen "direkten Dialog mit der Uno und interessierten Regierungen".

Konkret wollen die Firmen nach eigener Aussage bei der Schaffung eines globalen CO2-Handelssystems mitwirken. In diesem Bereich hätten sie "wichtige Interessensgebiete" heißt es in dem Schreiben weiter. Die Ausweitung eines Handelssystems, wie es die EU eingeführt hat, sei die beste Möglichkeit, klimafreundliche Investitionen zu fördern. Zwar bedeute es für die Unternehmen zusätzliche Kosten, würde aber auch einheitliche Wettbewerbsbedingungen schaffen.

So wie jetzt die Energiefirmen argumentieren Wirtschaftsvertreter häufig, ein CO2-Handel sei nur im globalen Maßstab sinnvoll. Angesichts unterschiedlicher Interessen ist ein solches System bislang jedoch wenig realistisch. Viele Klimaschützer fordern deshalb, die Industriestaaten müssten notfalls mit gutem Beispiel vorangehen. Die EU hat als bislang einzige Region ein CO2-Handelssystem eingeführt, das jedoch unter einem massiven Preisverfall leidet.

Auf Druck kritischer Investoren hatten sich BP, Shell und andere Firmen in den vergangenen Monaten dazu bekannt, die eigene Konzernstrategie mit Blick auf den Klimawandel zu überprüfen. Damit gingen sie zumindest weiter als die US-Konzerne Exxon Mobil Chart zeigen und Chevron Chart zeigen. Diese erklärten, sie hätten kein Interesse, sich an solchen Initiativen zu beteiligen. Exxon-Chef Rex Tillerson erklärte, sein Unternehmen werde in Sachen Klimapolitik nichts "vortäuschen". Chevrons Vorstandsvorsitzender John Watson sagte: "Wir denken, wir können unsere Stellungnahmen abgeben und unsere Stellungnahmen sprechen für sich."

dab

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insgesamt 148 Beiträge
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rickmarten 01.06.2015
1. Eine Selbstverständlichkeit
Wenn EU-Ministaaten ohne jegliche energiepolitische Kompetenz an solchen wichtigen Beschlüssen mitwirken dürfen, sollten die sehr erfahrenen Global Player ihre Erfahrungen einfließen lassen, man braucht diese Kompetenz geradezu. Allein selbsternannte Umweltschützer, deren Experte niemand wirklich kennt, können nicht der Maßstab sein. Das wäre gefährlich.
ackergold 01.06.2015
2. Energiekonzerne wollen bei Gesetzen mitreden?
Gesetze werden von den Abgeordneten des Volkes gemacht, das nennt sich Demokratie. Energiekonzerne haben dabei keine eigene Stimme, weil nur Menschen Stimmen haben. Selbstverständlich dürfen Energiekonzerne bei den Gesetzen mitreden, denn sowohl der Vorstandsvorsitzende, wie auch alle inländischen Aktionären haben bei der Bundestagswahl genau eine Stimme wie alle anderen Menschen auch. Es entscheidet aber die Mehrheit und nicht der Konzernwille. Sonst brauchen wir auch keine Regierung mehr zu wählen, sondern dann treffen sich die CEOs und küngeln die Gesetze fürs Volk aus. Kann man machen. Man muss nur die Verfassung ändern.
soalso 01.06.2015
3.
da die politik bzw. die abgeordneten ihre aufgabe, die interessen der bevölkerung in wenigstens ausreichendem ausmass zu vertreten, führt kein weg mehr daran vorbei, bei der politischen willensbildung kommissionen einzuführen, in denen neben den lobbyisten der industrie auch wissenschaftler und vertreter der bevölkerung sitzen.
Fehlerfortpflanzung 01.06.2015
4. Natürlich
muss der Bock gefragt werden, wenn der Garten neu gestaltet werden muss, wen sonst. Ich vertraue auf die Lobbyisten der Energiewirtschaft, die sind gut vernetzte und kennen alle notwendigen Telefonnummern.
Ursprung 01.06.2015
5. Be- und Entsorgungsbetriebe
Genau so gut kann ein sizilianischer Mafiabetrieb fachliches Mitspracherecht bei der Muellentsorgung verlangen.
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