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Risiko-Studie: Extremwetter kostet US-Wirtschaft Hunderte Milliarden Dollar

Supersturm Sandy 2012: Ein Truck kämpft sich über eine überflutete Straße Zur Großansicht
REUTERS

Supersturm Sandy 2012: Ein Truck kämpft sich über eine überflutete Straße

Die Risiken sind immens: Ein aktueller Bericht warnt vor den Folgen des Klimawandels für die US-Wirtschaft. Dessen Auswirkungen könnten die Bauindustrie und den Tourismussektor ruinieren und in einigen Bundesstaaten den Großteil der Landwirtschaft zerstören.

Washington - Überschwemmungen, gefährliche Hitze, hohe Sachschäden: Eine US-Studie aktualisiert das Wissen über die Folgen des Klimawandels für die Vereinigten Staaten - und beziffert dessen Auswirkungen auf die US-Wirtschaft. Die Kosten könnten den aktuellen Schätzungen zufolge bis zum Jahr 2100 gar Hunderte Milliarden Dollar betragen.

Im kommenden Vierteljahrhundert verursache allein der jährliche Landverlust durch Hurricanes und Küstenstürme Kosten in Höhe von 35 Milliarden Dollar, heißt es. Die Autoren der Studie rechnen für diesen Zeitraum ebenfalls mit milliardenhohen Einbußen für Weizenbauern sowie mit einem generellen Rückgang der Ernteerträge von 14 Prozent. Durch die extreme Hitze dürften der Studie zufolge auch die Ausgaben für Elektrizität stark steigen - um bis zu 12 Milliarden Dollar pro Jahr.

Die Prognosen stammen aus einem gemeinschaftlichen Klimabericht altgedienter Politiker und Ökonomen aller Parteien in den USA. Den Vorsitz des Gremiums hat unter anderem der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg übernommen, gemeinsam mit weiteren Wirtschafts- und Umweltexperten. Die Studie trägt den Titel "Risky Business. The Economic Risks of Climate Change in the United States" (etwa: "Riskante Geschäfte. Die wirtschaftlichen Risiken des Klimawandels in den Vereinigten Staaten").

Bloomberg fordert Städte auf, sich gegen Klimarisiken zu rüsten

Die aufgezeigten Risiken könnten der Studie zufolge für Branchen wie die Bauindustrie und den Tourismussektor den Ruin bedeuten, ganze Bundesstaaten in den USA könnten einen Großteil ihrer Landwirtschaft verlieren. Die verschiedenen Regionen der USA dürften durch den Klimawandel laut dem Bericht allerdings in unterschiedlichem Ausmaß betroffen sein. Einige kältere Staaten könnten sogar von den höheren Temperaturen profitieren, etwa durch längere Wachstums- und Erntezeiten.

Die Städte hingegen müssten sich schon jetzt auf die Auswirkungen des Klimawandels vorbereiten, warnte Bloomberg. Er forderte deren Verwaltungen auf, die Bedrohungen ernstzunehmen, berichtet die "New York Times". Die Tageszeitung rechnet mit einem so starken Anstieg von Hitze und Feuchtigkeit, dass es gesundheitsgefährdend sein werde, sich draußen aufzuhalten.

Die "New York Times" äußert allerdings Zweifel, ob die Ergebnisse der Studie Auswirkungen auf Unternehmen und Investoren in den USA haben werden, weil an der Wall Street viele Entscheidungen durch kurzfristige Entwicklungen bestimmt würden.

Aus Sicht von US-Militärexperten bedeutet der Klimawandel auch ein globales Sicherheitsrisiko. Folgen von Stürmen, Dürren, Massenmigration und Pandemien könnten demnach auch militärische Interventionen nötig werden lassen.

bos/Reuters

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insgesamt 59 Beiträge
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1. Fracking Boom
bietchekoopen 25.06.2014
Ich glaube, die USA möchten ihren Klimawandel durch den Fracking Boom entschärfen und zusätzlich ihr Grundwasser verseuchen. Nebenbei werden Rohstoffkriege geführt. Insgesamt hat die Wirtschaftspionage mittels NSA doch wohl noch nicht genug know how aus Deutschland abgezogen, um eine eigene grüne Industrie zu entwickeln. Man sieht, die Weltführungsnation kümmert sich nicht genug um sich selbst. Züge fahren mit 80 km/h, die Infrastruktur ist kaputt und braucht Investitionen von 700 Milliarden jährlich, 80 Millionen Einwohner leben von Essensmarken. Nur der Rüstungsindustrie geht es gut mit jährlich 600 Milliarden.Unsere selbsternannte Weltführungsnation ist in allen Punkten vom Weg abgekommen.
2. !
Kindergeburtstag 25.06.2014
Ich würde dem Report zustimmen, dass sofern man den Klimamodellen glauben kann, Sätze wie "There is a 1-in-20 chance that more than $346 billion in current Florida property will be underwater by the end of this century, " (zufällig aus dem Bericht kopiert) zutreffen. Das Problem dabei ist, es gibt bisher keinerlei Anzeichen, dass diese Modelle eine korrekte Vorhersage erlauben... Steigt den Der Meeresspiegel um 2m bis 2100 oder doch nur um 30cm? Und wieviel davon genau ist anthropogen? Der Bericht lobt sich, dass er auch unwahrscheinliche (also in der Regel übertriebene) Extremereignisse eingepreist hätte. Das liegt das Problem.. in den letzten 20Jahren haben die Milliarden Euro für Klimaforschung nicht zu einer nennentswerten Verbesserung bezüglich der Unsicherheiten geführt. Die Meereasserexperten streiten nach wie vor, wie weit der Meeresspiegel wahrscheinlich steigen wird, ob es eine Zunahme von Extremwetterereignissen gegeben hat und ob der Mensch dafür verantwortlich ist, ist unklar. Warum legen wir eigentlich nicht sofort sämtlichen Strassenverkehr lahm und retten dadurch Menschenleben und Klima? Weil es unvernünftig und wirtschaftsfeindlich wäre, also unsere Zukunftssicherheit kosten würde! Gleiches gilt auch für andere Gefahren.. Risikoschutz ja, aber erst, nachdem das Risiko genau bestimmt wurde, nicht vorher, sonst kann man auch Alufolienhüte aufsetzen, damit die Ausserirdischen nicht die Gedanken mitlesen und manipulieren!
3. optional
willi.mueller.1919 25.06.2014
Das mag sein, dass das Wetter der US Wirtschaft Mrd. kostet. Den Mega Millardären, den ganzen Super Reichen die das Land regieren geht das am A vorbei. So werden die USA schön weiter Fraken und noch mehr CO2 in die Luft blasen. Die Reichen werden immer ein kühles, sicheres Plätzchen haben.
4. Das ist nur gerecht
S0PN 25.06.2014
Die Hauptverursacher des menschgemachten Klimawandels werden nun von diesem geschädigt. Das ist doch nur gerecht, von mir aus sollen die noch größere Probleme bekommen. Das könnte sogar zu einem Umdenken der Klimawandelrelativierer führen. Im Übrigen, die Tatsache, dass der Klimawandel vom Menschen verursacht ist, lässt sich mit Methoden der exakten Wissenschaften (Physik) beweisen, daran ist nicht zu rütteln.
5.
Tiananmen 25.06.2014
---Zitat--- Folgen von Stürmen, Dürren, Massenmigration und Pandemien könnten demnach auch militärische Interventionen nötig werden lassen. ---Zitatende--- Ja, gegen Dürren und Pandemien sind militärische Einsätze das Mittel der Wahl. Gegen Massenmigration haben die USA ja Erfahrungen an der südlichen Grenze gewinnen können. Um das Grenzwerk dort beneidet Kim die USA. Und dass die USA gegen Stürme (Tornados?) Militär einsetzen wollen, das zeigt wohl die Hybris am deutlichsten...
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