Knappe Rohstoffe USA drohen China mit Handelskampf um Seltene Erden

Sie sind unersetzliche Rohstoffe für Handys, MP3-Player, Computer und auch Rüstungsgüter - doch die sogenannten Seltenen Erden werden fast ausschließlich in China abgebaut, das sie mit immer höheren Zöllen versieht. Nun protestieren die USA und wollen notfalls die Welthandelsorganisation einschalten.

REUTERS

Washington - Die USA scheinen im Streit mit China über Exportbeschränkungen für Seltene Erden allmählich die Geduld zu verlieren. Nun droht sie, die Welthandelsorganisation WTO einzuschalten.

Bis heute weigere sich die chinesische Regierung, ihre Strategie bei den sogenannten Seltenen Erden zu ändern, teilte die US-Handelsvertretung am Donnerstag in ihrem Jahresbericht mit. Dabei hätten die Vereinigten Staaten und andere Handelspartner mehrfach ihre Sorge darüber ausgedrückt.

Die USA würden "energische Auseinandersetzungen mit China über dieses Thema führen." Dazu gehöre auch, den Konflikt vor die WTO zu bringen, wenn das notwendig sei, heißt es in dem Bericht der Handelsvertretung, die für die internationale Handelspolitik der USA zuständig ist.

Mit der Drohung, die USA könnten eine Beschwerde bei der WTO einreichen, verschärft sich der Handelsstreit zwischen den beiden Großmächten. Bei dem Konflikt geht es um die weltweite Versorgung von Unternehmen mit Hochtechnologie-Metallen, die zum Beispiel zur Produktion von Handys, digitalen Musikabspielgeräten, Computern und Monitoren benötigt werden, aber auch bei Rüstungsgütern, Windturbinen und Elektromotoren.

17 wertvolle Metalle

China kontrolliert rund 97 Prozent der weltweiten Fördermenge und beschränkt die Ausfuhr der Metalle mit Quoten und Zöllen. Die Regierung hat wiederholt beteuert, dass seine Ausfuhrbeschränkungen nicht im Widerspruch zu WTO-Regeln stünden. Vor wenigen Tagen kündigte China an, die Ausfuhrzölle auf Seltene Erden zu erhöhen. Die Anhebung soll am schon 1. Januar 2011 in Kraft treten.

Die Seltenen Erden sind eine Gruppe von 17 Metallen, darunter Lanthan, Europium und Neodym. Meist kommen sie am selben Standort im selben Gestein vor und werden in kleinen Mengen verwendet, sind aber unverzichtbar für die technischen Geräte. Die größten Verbraucher Seltener Erden sind China, Japan und die USA mit ihren starken Technologiebranchen.

Schon einen Tag vor der Vorlage seines Berichtes hatte der Handelsbeauftragte Ron Kirk angekündigt, China in einem anderen Fall vor die WTO bringen zu wollen. So sieht es die USA als erwiesen an, dass China unrechtmäßig landeseigene Hersteller von Turbinen für Windkraftanlagen subventioniert.

bim/dpa/Reuters

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Seite 1
anon11 24.12.2010
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Zitat von sysopSie sind unersetzliche Rohstoffe für Handys, MP3-Player, Computer, auch Rüstungsgüter*- doch die sogenannten Seltenen Erden lagern fast ausschließlich in China, das sie mit immer höheren Zöllen versieht. Nun protestieren die USA und wollen notfalls die Welthandelsorganisation einschalten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,736508,00.html
Drohen? In dem Fall sollte China den Verkauf seltener Erden an die USA komplett stoppen. Angebot und Nachfrage.
frubi 24.12.2010
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Zitat von sysopSie sind unersetzliche Rohstoffe für Handys, MP3-Player, Computer, auch Rüstungsgüter*- doch die sogenannten Seltenen Erden lagern fast ausschließlich in China, das sie mit immer höheren Zöllen versieht. Nun protestieren die USA und wollen notfalls die Welthandelsorganisation einschalten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,736508,00.html
China sollte den USA die kalte Schulter zeigen. Das sind die Amerikaner doch auch selber schuld. Die hätten doch ebenso große Lagerstätten erichten können. Die WTO einzuschalten wäre pure Ironie da die Amerikaner sich von solchen Behören nichts sagen lassen.
Zaharoff 24.12.2010
3. Kein Titel
"Die USA scheinen im Streit mit China über Exportbeschränkungen für Seltene Erden allmählich die Geduld zu verlieren. Nun droht sie, die Welthandelsorganisation WTO einzuschalten." Oh, da werden die Chinesen aber jetzt sicherlich vor Angst zittern... Nun bekommen die USA einmal ihre eigene Medizin zu Schlucken. Wohl bekommts.
MarkusKrawehl, 24.12.2010
4. Einfacher Ausweg
Ich hatte es ja schonmal an anderer Stelle geschrieben, aber die Gewinnung von seltenen Mineralien und Erden werden künftig die US-Bürger in Eigenregie übernehmen können: Durch das Fracking Verfahren zur Gewinnung von Erdgas aus tiefen Gesteinsschichten (welches uns in Deutschland auch medienwirksam schmackhaft gemacht werden soll), werden nämlich neben den in die Erde zur Lösung von Schwebstoffen eingepumpten Giftcocktails auch zahlreiche andere wertvolle Mineralien in das Grund- und machnerorts Trinkwasser gespült. Der Organsimus übernimmt dann die Restarbeit - voila!
syracusa 24.12.2010
5. grob falsche Zahlen im Artikel!
Zitat von sysopSie sind unersetzliche Rohstoffe für Handys, MP3-Player, Computer, auch Rüstungsgüter*- doch die sogenannten Seltenen Erden lagern fast ausschließlich in China, das sie mit immer höheren Zöllen versieht. Nun protestieren die USA und wollen notfalls die Welthandelsorganisation einschalten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,736508,00.html
Der Artikel ist miserabel recherchiert. Der Autor behauptet, 97% der Reserven an seltenen Erden lägen in China, dabei liegen dort "nur" 36.000.000 von den bis heute erkundeten Reserven im Umfang von 98.600.000 Tonnen, also gerade mal 37%. Allerdings wurde sträflich darauf verzichtet, die Reserven außerhalb Chinas zu erschließen, solange China billig lieferte. Es wurden wegen der chinesischen Billigpreise sogar Minen außerhalb Chinas wegen fehlender Rentaibilität geschlossen. Die Knappheit hat der Westen sich also ganz alleine zuzuschreiben.
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