Rettung für Finanzfirma: Investoren pumpen 400 Millionen Dollar in Knight
Ein Software-Fehler brachte Knight Capital an den Rand des Ruins, nun ist die Finanzfirma offenbar gerettet. Berichten zufolge stecken Investoren 400 Millionen Dollar in das Unternehmen. Sie stellen harte Bedingungen.
New York - Die Firma hatte nur wenig Zeit. Innerhalb von ein paar Tagen musste Knight Capital Geldgeber finden, sonst hätte dem Finanzdienstleister das Aus gedroht. Eine Panne bei einem Handelsprogramm hatte dem Unternehmen innerhalb von einer Dreiviertelstunde einen riesigen Verlust beschert. Nun haben sich Retter gefunden, berichten die Finanznachrichtenagentur Bloomberg und die "Financial Times" (FT) übereinstimmend.
Demnach stellt eine Gruppe von Investoren rund 400 Millionen Dollar bereit. Das Geld komme von dem Finanzinvestor Blackstone
, dem Aktienhändler TD Ameritrade, dem Finanzdienstleister Getco mit dem Finanzinvestor General Atlantic im Hintergrund sowie vom Analystenhaus Stifel Nicolas.
Allerdings verlangen die Geldgeber für ihre Rettungsaktion weitgehende Kontrollrechte. Laut "FT" bekommen die Investoren Schuldpapiere, die später in Aktien umgewandelt werden können. Bei den Geldgebern würden danach 70 bis 75 Prozent der Anteile liegen, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Offiziell wollte sich keines der Unternehmen zu dem Deal äußern.
Knight Capital hatte am vergangenen Mittwoch in nur einer Dreiviertelstunde einen Verlust von 440 Millionen Dollar angehäuft. Schuld war eine Software-Panne: Ein neues Handelsprogramm überflutete den Markt mit fehlerhaften Handelsaufträgen. Als Folge saß die Firma mit 1400 Angestellten auf einem Berg zu teuer gekaufter Aktien.
SEC blieb hart
Nach Informationen des "Wall Street Journal" wollte Knight-Chef Thomas Joyce die Börsenaufsicht SEC zunächst überreden, die Order einfach rückgängig zu machen. Doch SEC-Chefin Mary Shapiro lehnte unter Hinweis auf geltende Regeln ab.
Joyce hatte Berichten zufolge in den vergangenen Tagen in der Firma geschlafen. Er gilt als gut vernetzt, weshalb die Hoffnungen, Geldgeber zu finden, auf ihm lagen. Knight Capital wurde vor 17 Jahren gegründet und stieg zu einem der wichtigsten US-Finanzdienstleister auf.
Bis Freitag hatte die Knight-Aktie zwischenzeitlich 75 Prozent verloren, der Börsenwert der Firma war um mehr als die Hälfte geschrumpft. Im Laufe des Freitags erholte sich der Kurs dann bereits wieder. Grund war die Nachricht, dass die Investmentbank Goldman Sachs
sich bereit erklärt habe, die fehlerhaften Aufträge mit einem Abschlag auf den Originalpreis rückgängig zu machen.
mmq/dpa/Reuters
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