Kobe Steel in Japan Konzern soll Stahlprodukte gepanscht haben

Zu den Kunden von Kobe Steel zählen Toyota und der AKW-Konzern Tepco. Nun kommt heraus: Auch die Stahlsparte hat Produkte gefälscht. Sind auch deutsche Firmen betroffen?

Kobe-Steel-Geschäftsführer Hiroya Kawasaki
REUTERS/Toru Hanai/File Photo

Kobe-Steel-Geschäftsführer Hiroya Kawasaki


Der Skandal um Produktdatenfälschung beim japanischen Stahlkonzern Kobe Steel weitet sich aus. Das Unternehmen räumte ein, dass auch die Stahlsparte Daten gefälscht habe, etwa bei Drahtprodukten. Bislang war lediglich von Aluminium- und Kupferprodukten die Rede gewesen.

Unklar ist, inwiefern ausländische Kunden von dem Skandal betroffen sind. Die Tageszeitung "Nikkei" berichtete von mehr als 30 nicht japanischen Kunden, darunter Daimler und Airbus. Daimler erklärte, dass Kobe Steel kein Lieferant des Unternehmens sei. Auch BMW ist nach eigenen Angaben nicht betroffen. Airbus beziehe direkt keine Kobe-Produkte, will jedoch seine Zulieferkette überprüfen.

Japans Industrie war durch die Enthüllungen in Aufruhr versetzt worden. Der drittgrößte japanische Stahlkonzern räumte die Produktdatenfälschung schließlich ein. Die Aluminium- und Kupferprodukte werden in Autos, Flugzeugen, Raketen und Rüstungsprodukten verwendet. Insgesamt sind rund 200 Firmen betroffen, darunter der Autobauer Toyota. Auch der AKW-Betreiber Tepco, in dessen Kernkraftwerk in Fukushima es zu einer atomaren Katastrophe gekommen war, ist unter Kobe Steels Kunden.

Ein Sprecher von Kobe Steel versicherte, dass es von den Drahtkunden keine Beschwerden über Fehlfunktionen oder Sicherheitsprobleme gebe. Den Markt beruhigte dies aber nicht. Die Aktie von Kobe Steel verlor zeitweise fast neun Prozent an Wert. Seit Bekanntwerden des Skandals hat sie mehr als 40 Prozent verloren.

apr/Reuters

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