Hype-Folgen KodakCoin angekündigt - Aktienkurs verdoppelt

Der Hype ums Kryptogeld nimmt absurde Ausmaße an. Der gefallene Tech-Pionier Kodak verdoppelt seinen Aktienkurs, indem er eine eigene Digitalwährung ankündigt. Es ist nicht die erste Firma, die auf den Zug aufspringt.


Alles, was mit Digitalgeld zu tun hat, löst bei Anlegern derzeit einen Kaufreflex aus - selbst wenn es ein längst verblasster Tech-Pionier ist, der Investoren ein Angebot macht. So geschehen bei der Firma Kodak.

Kaum hat das Unternehmen eine eigene Kryptowährung für Fotografen angekündigt, steigt sein Aktienkurs um bis zu 120 Prozent. Mit dem KodakCoin und der dazugehörigen Plattform KodakOne sollen Fotografen ihre Autorenrechte absichern und die Bilder vermarkten können, kündigte das Unternehmen an.

Über die Kodak-Plattform soll zugleich das Netz beobachtet werden, um eine unerlaubte Nutzung geschützter Bilder zu stoppen. Die Basis für das Angebot bildet die Blockchain-Technologie, mit der auch das Digitalgeld Bitcoin abgesichert wird. Kodak habe schon immer versucht, die Fotografie zu demokratisieren und für eine faire Vergütung der Autoren zu sorgen, teilte Firmenchef Jeff Clarcke mit.

Die Krypto-Offensive könnte für Kodak ein großer Imagegewinn sein. Das Unternehmen hatte 2012 Insolvenz angemeldet und sein Kerngeschäft verkauft, weil es den Trend zur Digitalisierung verschlafen und zu lange an seinem althergebrachten Geschäftsmodell festgehalten hatte. Seitdem galt das Unternehmen nicht mehr als sehr innovativ.

Der Kurssprung bestätigt außerdem, welche Anziehungskraft Kryptowährungen und damit verbundene Begriffe derzeit auf Investoren haben. So ist Kodak nicht die erste Firma, die ihrem Aktienkurs mit dem Krypto-Hype einen Schub verpasst.

Im Dezember hatte schon die Getränkefirma Long Island Iced Tee angekündigt, dass sie ihren Namen in Long Blockchain Corp. ändern werde. Der Aktienkurs verdreifachte sich daraufhin.

Bitcoin rutscht unter 14.000 Dollar - Ethereum gefragt

Während Kodak einen Erfolg feiert, gerät die Leitwährung der Krypto-Szene derzeit unter Druck. Die Cyber-Devise verbilligte sich am Mittwoch zeitweilig um bis zu sieben Prozent auf rund 13.500 Dollar.

Auf die Stimmung drücke unter anderem die Ankündigung Südkoreas, einige Banken wegen möglicher Geldwäsche im Zusammenhang mit virtuellen Währungen ins Visier zu nehmen, sagte Timo Emden, Deutschland-Chef des Online-Brokers DailyFX. Außerdem will China den Bitcoin-"Schürfern" den Strom abdrehen.

Zur Verschlüsselung von Bitcoin-Transaktionen ist große Rechenpower notwendig. Nutzer, die Computer hierfür zur Verfügung stellen, werden in Bitcoin entlohnt. Zahlreiche Rechenzentren für das sogenannte "Schürfen" der Digitalwährung stehen in China.

Mehr zum Thema: Was hinter dem Bitcoin-Rivalen Ripple steckt

Vor diesem Hintergrund hätten Krypto-Anleger Ethereum zu ihrem neuen Favoriten gekürt, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. "Ethereum hat mit der Technologie und starken Community die beste Chance, Bitcoin als größte Kryptowährung der Welt abzulösen. Kurzfristig ist eine Rally bis auf 2000 Dollar durchaus vorstellbar."

Der Webseite CoinMarketCap.com zufolge verteuerte sich Ethereum seit Jahresbeginn um gut 70 Prozent auf aktuell 1296 Dollar. Bitcoin büßte im selben Zeitraum 6,5 Prozent ein. Im vergangenen Jahr gewann Ethereum 7200 Prozent an Wert, Bitcoin kam "nur" auf 1300 Prozent.

Mit 231 Milliarden Dollar ist die Marktkapitalisierung der ältesten Cyber-Devise aber immer noch etwa doppelt so hoch wie die von Ethereum. Der Aufsteiger ist im Gegensatz zu Bitcoin nicht nur eine virtuelle Währung, sondern eine technologische Plattform, bei der Finanztransaktionen mit digitalen Verträgen, sogenannten "Smart Contracts" verknüpft werden können.

ssu/dpa-AFX/Reuters



insgesamt 11 Beiträge
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grbxx 10.01.2018
1. Die Idee macht sogar Sinn
Es gibt seit längerem Ideen die Blockchain im Bereich digitales Rechte Management einzusetzen. Und das ist auch ein Problem - für Kreative - da der rechts sichere Zugriff auf digitale Inhalte von Agenturen kontrolliert wird. Dazu kommt noch, dass sich soziale Medien Bildrechte recht grosszügig selbstgewähren. Die Blockchain Technologie als solche ist auch nicht problematisch, eher die völlig überzogene Spekulation mit einem künstlich verknappten Gut ohne unmittelbare wirtschaftliche Bedeutung. Selbst Monopoly Spielgeld besitzt mehr Seriosität als Bitcoins.
murksdoc 10.01.2018
2. Nomen ist Omen
KodakCoin ist wenigstens offen darüber, wozu diese Währungen gut sind. Bei kurzem Hinsehen liest es sich wie "Kokain".
wasistlosnix 10.01.2018
3. Soviel Geld
für Luftketten.
hausfeen 10.01.2018
4. DIe Loser-Companys versuchen es im Glücksspiel.
Nur, wer garantiert, dass man am Ende auf der Gewinnerseite steht und wer ist dann bitte der Verlierer? Wer zahlt die Zeche?
genugistgenug 10.01.2018
5. Alles Speuklation einer geschlossenen Schicht
nachdem die bisherigen Spekulationsbereiche offenbar ausgelutscht/überreizt sind, steigt man nun auf Elektronikwährung ein. Doch sogar die normalen Bürger haben aus dem "Erfolg" der Volksaktie Telekom gelernt und lassen die Finger von Aktien. Leider ist das Geschäftsprinzip immer 'mehr, mehr, mehr, egal wie' und das aber nur im nächsten Quartal / Bonijahr. Für die Käufer heißt es: überschüssiges Geld (braucht man nicht, kann auch verloren gehen) einsetzen, abzocken und dann abrauschen ins nächste Geschäft. Ganz neue Währung zum "in die Hand nehmen": Wir suchen noch Investoren fr unsere neue Schein-Währung - die Scheine gibt es auf Rolle mit 250 Blatt - die Sicherheit besteht aus 3 Lagen - oberste Lage beim Kunden, 2 beim Ausgeber 3 bei Zentrale - die währung hat einen zusätzlichen Vorteil, bei einem Crash kann sie auch für hinterhältige Zwecke verwendet werden und da wird die Anschmiegsamkeit garantiert.
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