Testbetrieb beendet Vattenfall bringt Kohlekraftwerk Moorburg ans Netz

Am Samstagabend hat in Hamburg das Kohlekraftwerk Moorburg seinen Testbetrieb beendet und ist ans Netz gegangen. Für Eigner Vattenfall ein Grund zum Feiern - für Klimaschützer hingegen ein im wahren Sinne des Wortes schwarzer Tag.

Kohlekraftwerk Moorburg: Dreckschleuder am Netz
DPA

Kohlekraftwerk Moorburg: Dreckschleuder am Netz


Hamburg - Das umstrittene Kohlekraftwerk Moorburg in Hamburg hat am späten Samstagabend seinen gewerblichen Betrieb aufgenommen. Nach mehr als einem Jahr Probe- und Testbetrieb erfülle der erste Block des Kraftwerks mit 827 Megawatt Leistung nunmehr die Anforderungen des Netzbetreibers, teilte der Kraftwerksbetreiber Vattenfall in Hamburg mit. Der zweite Block soll im Sommer folgen.

Umweltschützer nannten den kommerziellen Start des Kraftwerks einen "schwarzen Tag für den Klimaschutz". Das Kraftwerk setze pro Jahr acht bis neun Millionen Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid frei und laufe damit allen Hamburger Klimaschutzanstrengungen zuwider, heißt es in einer Mitteilung des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND).

Eva Bulling-Schröter, energie- und klimapolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke, kommentierte die Inbetriebnahme des Kohlekraftwerkes Moorburg in Hamburg so: "Dass mit ihrer Zustimmung ausgerechnet die Grünen in Hamburg den Kohlenmeiler mit zu verantworten haben, ist ein Treppenwitz der Energiewende-Geschichte. 2008 erteilte der grün geführte Umweltsenat Moorburg die erforderliche Genehmigung, statt dem Klima wurde die erste schwarz-grüne Koalition auf Länderebene gerettet."

Eine schmutzige Angelegenheit

Die Mehrheit der Deutschen will nach einer repräsentativen Umfrage des Instituts YouGov im Auftrag der Umweltorganisation WWF und des Ökoenergie-Anbieters Lichtblick aus der Kohleverstromung aussteigen.

  • Danach sind 67 Prozent dafür, Kohle auslaufen zu lassen;
  • 19 Prozent wollen sogar alle Kohlemeiler zügig abschalten.
  • Nur 21 Prozent der Bundesbürger seien davon überzeugt, dass Kohle auch in Zukunft für eine sichere Stromversorgung benötigt werde.

Vattenfall erklärte, Moorburg gehöre zu den effizientesten und umweltfreundlichsten Kohlekraftwerken in Europa. Im Vergleich zu älteren Anlagen spare das Kraftwerk rund 2,3 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Bulling-Schröter sieht das erwartungsgemäß anders: "Vattenfalls Strategie ist freches Greenwashing. Kohle ist und bleibt die schmutzigste und klimaschädlichste Energieform".

mhe/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 75 Beiträge
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hexenbanner64 01.03.2015
1. Was denn nun?
Atomausstieg,Kohlekraftwerke abschalten,keine neuen Stromtrassen?Bald hausen wir wohl wieder in Höhlen!
Zuversicht7 01.03.2015
2. Na, Knuty?
Am Samstagabend hat in Hamburg das Kohlekraftwerk Moorburg seinen Testbetrieb beendet und ist ans Netz gegangen. Für Eigner Vattenfall ein Grund zum Feiern - für Klimaschützer hingegen ein im wahren Sinne des Wortes schwarzer Tag. Na, Knuty? Dank Ole&Co?
wo_st 01.03.2015
3. Die Stromtrassen braucht man
Dreckiger Strom vom Norden in den Süden. Braunkohle und nun dieses Kohlekraftwerk auch noch.
dbrown 01.03.2015
4. Danke, Frau Merkel.
Ist Ihnen ja vollkommen egal, was in Zukunft passiert, so ohne Kinder und der Industrie absolut hörig.
five-oceans-buccaneer, 01.03.2015
5. Ich war letzte Woche
an der VDV Akademie Konferenz Elektrobusse in Berlin. 265 Teilnehmer dieses Kongresses nahmen teil aus DE, AT und CH und auch von ganz Europa. Hervorragend, wir verkaufen Elektrobusse Null Emissionen und kriegen die groesste Dreckschleuder die den Strom liefern soll. Zudem liess an dieser Konferenz die Hamburger Hochbahn AG verlauten, dass sie alle 1000 Busse bis 2020 ersetzen will mit elektrisch angetriebenen Bussen. Hervorragend - mit dem "OEKO-STROM" des Kohlekraftwerks Moorburg. Was haben wir eigentlich fuer Volldeppen in der Politik, die sowas zulassen? Es ist eine Schande sondergleichen und da sieht noch die Mutti-Merklel zu und verschliesst ihre Augen. Halt eben wie immer wenn es um ihre Popularitaet geht.
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