Konjunktur Deutsche Industrie bekommt weniger Aufträge als erwartet

Die deutsche Industrie muss einen herben Dämpfer hinnehmen: Im Juni sind die Aufträge so stark weggebrochen wie seit rund anderthalb Jahren nicht mehr. Ökonomen sprechen von einem "überraschenden Debakel".

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In der deutschen Industrie ist der Auftragseingang im Juni deutlich stärker als erwartet gesunken. Der Auftragseingang sei vier Prozent niedriger gewesen als im Monat zuvor, teilte das Statistische Bundesamt mit. Analysten hatten im Mittel zwar einen Rückgang erwartet, aber nur um 0,5 Prozent.

Der kräftige Dämpfer beim Auftragseingang folgte auf einen deutlichen Anstieg im Monat zuvor. Im Mai waren die Auftragseingänge noch um 2,6 Prozent gestiegen.

Der Auftragsrückgang im Juni zeigte sich in allen wichtigen Bereichen. Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern lag der Auftragseingang laut Bundesamt um 2,3 Prozent niedriger als im Vormonat. Bei den Herstellern von Investitionsgütern gab es demnach einen Rückgang von 4,7 Prozent. Im Bereich der Konsumgüter fielen die Aufträge um 4,5 Prozent.

Im Jahresvergleich zeigte sich ebenfalls eine enttäuschende Entwicklung. In dieser Abgrenzung fiel der Auftragseingang im Juni um 0,8 Prozent. Hier hatten Analysten einen Zuwachs um 3,4 Prozent erwartet.

"Das ist schwach gelaufen. Die Juni-Zahl sollte man aber auch nicht überbewerten, da der Vormonat sehr stark war. Wir sehen einen Negativtrend, aber einen moderaten. Das ist keine Katastrophe", sagte Stefan Kipar von der Bayern LB.

Nach Ansicht von Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe sind die Zahlen "in diesem Ausmaß ein überraschendes Debakel". Am Ende sei der Rückgang aber wohl weniger das Ergebnis der Handelsstreitigkeiten. "Er ist das Resultat des zuvor erreichten extrem hohen Niveaus. Nach dem Ausnahmejahr 2017 befindet sich die Industrie in einem Normalisierungsprozess."

hej/dpa/Reuters



insgesamt 47 Beiträge
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smartphone 06.08.2018
1. Klare Ursache
es spricht sich halt rum, wie die sog.HUMAN RESOURCES in Zeiten des Fachkräftemangels mit denselben umgeht. Es ist doch klar, dass man bei erstbester Gelegenheit deren KeyAccount etc "auflaufen läßt ,also Aufträge streicht . Aspekte also , die so einem Banker erst mal nicht einfallen ....
kpkuenkele 06.08.2018
2. Merkel Wirtschaftswunderland
Merkels Erfolgsbilanz in der Wirtschaft steht auf tönernen Füßen. Und auch die derzeitigen Rekordsteuereinnahmen sind kein Ausdruck Merkelscher Erfolge sondern einzig und alleine der Tatsache geschuldet, dass aufgrund der Versäumnisse der Bundesregierung bei der Anpassung der Lohnsteuertabellen an die Inflation (Stichwort: kalte Progression) nun die Masse an Arbeitnehmer in den Spitzensteuersatz gerutscht ist. Die Plünderung der Arbeitnehmer als Erfolg zu verkaufen, kann auch nur dieser Bundeskanzlerin einfallen.
freeclimber 06.08.2018
3. Ist das Absicht?
Der Headliner schockiert mit wegbrechenden Aufträgen und der Schlussabsatz relativiert fast in die Normalität! Welche Absicht steckt hinter einer derartigen Informationsaufbereitung?
jschm 06.08.2018
4. überraschendes Debakel?
oder besser gesagt "unsere Prognosen lagen mal wieder daneben!" jetzt sehen sie einen schwachen negativen Trend, vorher schönes Wetter.
vox veritas 06.08.2018
5.
Die gleichen Experten haben vor nicht allzu langer Zeit vor einem Überhitzen der Wirtschaft gewarnt. Ja was denn nun?
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