Konjunktur Google und IBM wecken Hoffnung auf Ende der Krise

Nach den Banken lassen auch die Hightech-Unternehmen mit ihren Quartalsergebnissen auf ein Ende der Krise hoffen. So lieferte Google im dritten Quartal den höchsten Gewinn seiner Unternehmensgeschichte ab. Auch IBM verdiente mehr als erwartet.

Google-Logo: Barometer für den Internet- und Werbesektor
ddp

Google-Logo: Barometer für den Internet- und Werbesektor


New York - Diesmal kommen die Hoffnungszeichen für die US-Wirtschaft aus der IT-Branche: Mit überraschend starken Quartalszahlen haben der Computerkonzern IBM Chart zeigen und der Internetriese Google Chart zeigen die Erwartungen einer Erholung weiter angeheizt.

Googles Überschuss stieg im Jahresvergleich um 27 Prozent auf mehr als 1,6 Milliarden Dollar. Der Umsatz legte um sieben Prozent auf rund 5,9 Milliarden Dollar zu, wie der amerikanische Suchmaschinenriese am Donnerstag nach US-Börsenschluss am Konzernsitz im kalifornischen Mountain View mitteilte.

Die Zahl der Clicks auf Google-Anzeigen, für die der Internetkonzern Geld von den Werbekunden bekommt, stieg um 14 Prozent. Auf dem Höhepunkt der Krise hatte sich dieses Wachstum klar verlangsamt. Schmidt schränkte allerdings ein, das Tempo der erwarteten Erholung sei noch sehr ungewiss.

Auch IBM-Chef Sam Palmisano zeigte sich zuversichtlich: "Wir sind für 2009 optimistisch." IBM gilt wegen seiner breiten Palette von Computern über Software bis zu Service als Gradmesser für die IT-Branche. Google verdient sein Geld ganz überwiegend mit Anzeigen. Der Suchmaschinenriese ist daher ein Barometer für den Internet- und Werbesektor.

IBM erhöhte nach einem Gewinnplus die Prognose für das Gesamtjahr. Im dritten Quartal kletterte der Überschuss stärker als erwartet um fast 14 Prozent auf mehr als 3,2 Milliarden Dollar. Dabei glichen verbesserte Gewinnmargen den Umsatzrückgang von knapp sieben Prozent auf 23,6 Milliarden Dollar aus.

Noch in den neunziger Jahren hatte das Unternehmen aus dem Staat New York vor dem Abgrund gestanden. Damals schaffte IBM den Wandel vom reinen Computerhersteller zu einem Anbieter von Dienstleistungen und ist heute ein Vorbild in der Branche.

Doch die Krise geht auch an IBM nicht vorüber, auch wenn das Unternehmen profitabel ist. So verschoben viele Unternehmen wichtige Projekte, so dass der Wert neuer Verträge im dritten Quartal um sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank.

Auch der weltgrößte Chiphersteller Intel Chart zeigen hatte bereits am Dienstag mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen der Börse übertroffen und vor allem mit seinem Ausblick die Hoffnung auf eine Erholung der IT-Branche genährt.

Noch unsicher ist die Zukunft für Intels Hauptrivalen: Der krisengeplagte US-Chiphersteller Advanced Micro Devices (AMD) Chart zeigen steckt weiter in der Verlustzone. Mit seinen Verkaufszahlen für das dritte Quartal schlug sich der Konzern aber immerhin weniger schlecht als von Experten befürchtet.

Der AMD-Verlust sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht auf 128 Millionen Dollar. Der Umsatz fiel erneut um 22 Prozent auf knapp 1,4 Milliarden Dollar, so AMD am Donnerstagabend. Die Aktie fiel deutlich, ebenso wie die von IBM, die nachbörslich um rund fünf Prozent nachgab. Google lag dagegen knapp drei Prozent im Plus.

mik/dpa/AP/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.