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Wirtschaftsforscher: Weltweite Konflikte schüren Sorge um deutschen Aufschwung

Container im Hamburger Hafen: Ausblick hat sich eingetrübt Zur Großansicht
DPA

Container im Hamburger Hafen: Ausblick hat sich eingetrübt

Die Bundesbank sieht eine "Häufung ungünstiger Nachrichten" für Industrie und Export. Andere Wirtschaftsexperten warnen bereits: Der Abschwung droht.

Frankfurt am Main/Berlin - Deutschlands Wirtschaft ist im Frühjahr geschrumpft, Italien steckt wieder in der Rezession, die Eurozone stagniert: Angesichts weltweiter Krisen und Konflikte rechnen Forscher in den kommenden Monaten mit schwierigen Aussichten für die Konjunktur. In der Bundesrepublik ist das Bruttoinlandsprodukt überraschend erstmals seit gut einem Jahr gesunken. Dieses Minus hält die Bundesbank zwar eher für einen Ausrutscher. Dennoch warnen die Volkswirte in ihrem Monatsbericht, der Ausblick habe sich eingetrübt.

Noch im Frühjahr hatten die Forscher für das zweite Halbjahr einen stabilen Aufschwung vorhergesagt. Dies sei nun unsicherer geworden, schrieb die Bundesbank mit Blick auf die schwierige Lage in der Ukraine-Krise. Der deutschen Konjunktur komme aber zugute, dass die Konsumlaune der Verbraucher stabil sei und auch die Aussichten am Bau gut seien. Darum zeichne sich keine "konjunkturelle Richtungsänderung" ab.

Angesichts der Konfliktherde im Osten der Ukraine sowie in Libyen, Nahost und dem Irak spricht die Bundesbank von einer "Häufung ungünstiger Nachrichten aus dem internationalen Umfeld".

Dass die Industrie darunter leiden werde, zeichne sich bereits ab. "Dabei dürfte auch eine Rolle spielen, dass die verschärfte Sanktionspolitik gegenüber Russland und die Gegenmaßnahmen der dortigen Regierung nicht ohne Wirkung auf den Außenhandel bleiben werden", schreiben die Volkswirte der Bundesbank. Auffällig sei allerdings, dass die Ausfuhren nach Russland bereits seit Anfang vorigen Jahres tendenziell rückläufig waren. "Offensichtlich haben sich die Rahmenbedingungen für einen prosperierenden Handel mit Russland nicht erst seit der Ukraine-Krise verschlechtert", heißt es in dem Bericht.

Positive Signale für die Exportnation Deutschland kommen zugleich aus wichtigen Absatzmärkten. Die Weltwirtschaft insgesamt "scheint gut in das zweite Halbjahr gestartet zu sein", schreibt die Bundesbank.

Schlechte Nachrichten aus der Eurozone haben zuletzt neue Sorgen um die europäische Konjunktur geschürt. So ist Italien in die Rezession gerutscht und die Eurozone stagniert.

Das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) warnt bereits vor einer steigenden Rezessionsgefahr in Deutschland. Die Wahrscheinlichkeit liege inzwischen bei 25,2 Prozent, teilte das IMK mit. Im Juli seien es lediglich 7,5 Prozent gewesen. Gleichwohl liege der nach einem Ampelsystem aufgebaute Indikator des IMK noch im "grünen Bereich" und signalisiere damit wiederum ein geringes Risiko einer Rezession. Erst ab 30 Prozent schaltet die Ampel auf gelb.

"Der deutliche Sprung mahnt zur Wachsamkeit", sagte IMK-Forscherin Sabine Stephan. "Er könnte ein Anhaltspunkt dafür sein, dass die seit Dezember 2012 währende Phase sehr geringer Rezessionswahrscheinlichkeiten zu Ende ist und die deutsche Wirtschaft nunmehr in ein unruhiges Fahrwasser mit deutlich erhöhter Unsicherheit gerät." Bei zwei aufeinanderfolgenden Minus-Quartalen wird von einer Rezession gesprochen.

mmq/Reuters/dpa

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1. USA: Sie haben Ihr Ziel erreicht
sir wilfried 18.08.2014
Zitat von sysopDPADie Bundesbank sieht eine "Häufung ungünstiger Nachrichten" für Industrie und Export. Andere Wirtschaftsexperten warnen bereits: Der Abschwung droht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/konjunktur-in-deutschland-prognose-warnt-vor-rezession-a-986680.html
Fast jedenfalls. Fehlt nur noch die bedingungslose TTIP-Kapitulation. Aber da wird irgendein Geheimgremium schon für sorgen.
2. Nah ,ein Glück auch..
juergw. 18.08.2014
Zitat von sysopDPADie Bundesbank sieht eine "Häufung ungünstiger Nachrichten" für Industrie und Export. Andere Wirtschaftsexperten warnen bereits: Der Abschwung droht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/konjunktur-in-deutschland-prognose-warnt-vor-rezession-a-986680.html
wir nähern uns damit den "Südländern" ,passen uns an.Die haben schon mit Sorge auf das wirtschaftlichestarke Deutschland geblickt. Dann müssen wir auch unter den Rettungsschirm,Dragi druckt neue Euros.Heute wird gewarnt,übermorgen wieder gejubelt,die Forscher forschen weiter......
3. Beschämend.
karteileiche007 18.08.2014
Zitat von sysopDPADie Bundesbank sieht eine "Häufung ungünstiger Nachrichten" für Industrie und Export. Andere Wirtschaftsexperten warnen bereits: Der Abschwung droht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/konjunktur-in-deutschland-prognose-warnt-vor-rezession-a-986680.html
Woanders sterben Menschen durch Epedemien und Waffen (auch durch solche aus Deutschland), müssen vor Terroristen fliehen, und in unvorstellbaren Zuständen leben. Und die Wirtschaftsforscher sorgen sich um den deutschen Aufschwung. Kann man das jetzt typisch deutsch nennen?
4. Hauptsache die Wirtschaft brummt!
Herr Dauerhaft 18.08.2014
Das da massenhaft Menschen sterben scheint ja wohl völlig egal zu sein, Hauptsache die Wirtschaft bricht nicht ein! da kann man mal wieder sehen wo die Schwerpunkte liegen!! Arme Gesellschaft
5. Prognosen von 1,8 - 2,0% waren Utopie!
seneca55 18.08.2014
Jetzt heißt es plötzlich wieder von der Regierung gegen Nullwachstum und Rezession in EURO-Land kämpfen. Andererseits werden wegen der Ukrainenkrise fröhlich Sanktionen gegen Russland beschlossen, um Russland Schaden zu zufügen und sich dabei aber selbst ins Knie zu schießen wie sich der ung. MP Orban just ausdrückte. Ist Merkel aber egal, Hauptsache man zeigt Solidarität mit Washington. Spanien-Portugal-Griechenland, etc. Die Schuldenländer mit Arbeitslosigkeitsquoten von fast 30% werden die EURO-Krise auch in 25 Jahren überwunden haben, s.a. Ex-DDR: 1990-2014!
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