Konjunktur Stimmung in der Wirtschaft steigt wieder

Ist die Flaute in der deutschen Wirtschaft schon wieder vorbei? In der Industrie ist der Einkaufsmanager-Index über die Marke von 50 Punkten geklettert - was Wachstum signalisiert. Auch in der Euro-Zone geht es offenbar wieder aufwärts.

Arbeiter bei Nordex in Rostock: Industrie überrascht Experten
dapd

Arbeiter bei Nordex in Rostock: Industrie überrascht Experten


Berlin/London - Die deutsche Industrie überrascht die Experten: Nach monatelanger Flaute befindet sich das verarbeitende Gewerbe offenbar wieder auf Wachstumskurs. Der Einkaufsmanager-Index der Branche stieg im Januar von 48,4 Punkten im Dezember auf 50,9 Punkte, wie der Datendienstleister Markit mitteilte. Ab der Marke von 50 Punkten signalisiert das Konjunkturbarometer Wachstum. Im September 2011 war der Indikator unter die Marke gefallen und verharrte seitdem dort.

Der Dienstleistungssektor hatte sich bereits seit Oktober wieder über dieser Schwelle festgesetzt, doch auch hier kletterte der Index mit 2,1 Punkten stärker als erwartet auf 54,5 Punkte. Fachleute hatten mit einem weit geringeren Anstieg gerechnet. Die ersten Markit-Umfragedaten für 2012 markieren somit eine deutliche Erholung der von der Euro-Krise belasteten deutschen Privatwirtschaft. Mit 54,0 Zählern liegt sie - Industrie und Dienstleister zusammengefasst - mittlerweile deutlich im grünen Bereich. Es ist der höchste Wert seit sieben Monaten. "Oberflächlich sieht es nach einem guten Start ins Jahr aus", sagte Markit-Ökonom Tim Moore.

Selbst Konjunkturpessimisten fürchten keine baldige Rezession

Allerdings seien die Neubestellungen in der Industrie weiter leicht rückläufig. "Das relativ schwache Neugeschäft deutet darauf hin, dass es bei der Erholung noch nicht rund läuft", sagte Moore. Nach Angaben der Europäischen Statistikbehörde aber sind die Auftragseingänge der Industriefirmen im November weniger stark gefallen als erwartet. Auf Monatssicht seien die Aufträge um 1,3 Prozent gesunken.

Im Servicesektor stiegen die Auftragseingänge hingegen erneut, wenn auch weniger stark als im Vormonat. Auch für die gesamte Euro-Zone deuten die Markit-Daten auf ein schnelles Ende der Rezession hin: Hier stieg der Einkaufsmanager-Index im Januar von 48,3 Punkten im Vormonat auf 50,4 Zähler.

Das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) sieht für Deutschland ebenfalls keine unmittelbare Rezessionsgefahr. Dies ist das Ergebnis eines neuen Rechenmodells, mit dem die Ökonomen die Wahrscheinlichkeit eines Abschwungs für die nächsten drei Monate schätzen. "Aber Entwarnung bedeutet es nicht. Die Konjunktur hängt weiter am seidenen Faden", sagte IMK-Direktor Gustav Horn.

Die positive Prognose des IMK ist deshalb bemerkenswert, weil das Institut eher zum Lager der Konjunkturpessimisten gehört. Für 2012 sagt es der deutschen Wirtschaft einen Rückgang von 0,1 Prozent voraus, die Regierung erwartet hingegen ein Wachstum von 0,7 Prozent.

fdi/Reuters

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insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
deus-Lo-vult 24.01.2012
1. ...
Zitat von sysopIst die Flaute in der deutschen Wirtschaft schon wieder*vorbei?*In der Industrie ist der Einkaufsmanagerindex über die Marke von 50 Punkten geklettert - was Wachstum signalisiert. Auch in der Euro-Zone geht es offenbar wieder aufwärts. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,811097,00.html
Aaaaah! Lange nicht gehört. Dann folgen die "Experten" in ein paar Stunden oder morgen mit der nächsten Warnung vor Rezession....
sagmalwasdazu 24.01.2012
2. Nun heißt es zum 1.000ten mal :
Bitte nur moderate Lohnforderung ( wenn überhaupt), denn das zarte Pflänzelein Konjunktur... bla blubb! Wir müssen unsere Position ausbauen ......
AlbertGeorg 24.01.2012
3. Könnt Ihr Euch mal einigen
"In der Industrie ist der Einkaufsmanagerindex über die Marke von 50 Punkten geklettert - was Wachstum signalisiert. Auch in der Euro-Zone geht es offenbar wieder aufwärts." "Siemens hat schon bessere Zeiten erlebt: Der Gewinn des Industriekonzerns ist im vergangenen Quartal eingebrochen - vor allem wegen hausgemachter Probleme. Doch auch die schwächere Konjunktur zeigt sich zunehmend. "Wir müssen hart arbeiten, um unsere Ziele zu erreichen", sagt Unternehmenschef Löscher." Lauter schlaue Leute in der Presse -Die Konjunktur wird besser-schlechter -Der Euro ist am Ende-wird die Welt beherrschen -Deutschland isoliert-wird beneidet -etc-etc Resumee -Die Redakteure sind Klugschwätzer -Das aber mit Überzeugung!
marcaurel1957 24.01.2012
4.
Zitat von AlbertGeorg"In der Industrie ist der Einkaufsmanagerindex über die Marke von 50 Punkten geklettert - was Wachstum signalisiert. Auch in der Euro-Zone geht es offenbar wieder aufwärts." "Siemens hat schon bessere Zeiten erlebt: Der Gewinn des Industriekonzerns ist im vergangenen Quartal eingebrochen - vor allem wegen hausgemachter Probleme. Doch auch die schwächere Konjunktur zeigt sich zunehmend. "Wir müssen hart arbeiten, um unsere Ziele zu erreichen", sagt Unternehmenschef Löscher." Lauter schlaue Leute in der Presse -Die Konjunktur wird besser-schlechter -Der Euro ist am Ende-wird die Welt beherrschen -Deutschland isoliert-wird beneidet -etc-etc Resumee -Die Redakteure sind Klugschwätzer -Das aber mit Überzeugung!
Klugschwätzer sind vor allem Kommentatoren, die einfach nicht begreifen, daß die Volkswirtsschaftslehre keine exakte Wissenschaft ist und das niemand die Zukunft im Detail vorhersagen kann. Wenn die im Artikel genannten Indikatoren, die zumeist auf Umfragen beruhen, nachoben gehen, ist dies ein starker Hinweise darauf, daß es mit der Konjunktur nicht so schlecht steht, mehr nicht! Das ständige Expertenbashing im Bereich der Volkswirtschaftslehre ist vor allem dümmlich und abgedroschen. Ich möchte wissen, ob die Verfasser derartiger Beiträge, die gleichen Kriterien auch an ihre Ärzte anlegen, denn letztlich versagen alle Mediziner immer auf ganzer Linie und generell sind bei Ärzten Falschprognosen auch nicht gerade selten. Dies soll keine Ärzteschelte sein, nur der Hinweis darauf, daß weder Mediziner noch Volkswirte ihr Metier völlig beherrschen und durchschauen können, zumeist klappt es aber zuweilen eben nicht
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