Konjunktur Weniger Aufträge für deutsche Industrie

Schlechte Zahlen aus der deutschen Industrie: Die Firmen haben im Februar überraschend weniger Aufträge erhalten. Es ist der zweite Rückgang in Folge.

Container im Hamburger Hafen: Nachfrage aus dem Ausland sinkt
DPA

Container im Hamburger Hafen: Nachfrage aus dem Ausland sinkt


Beim Auftragseingang in der deutschen Industrie hat es im Februar überraschend einen weiteren Rückschlag gegeben. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts vom Mittwoch lagen die Bestellungen 0,9 Prozent niedriger als im Vormonat. Experten hatten hingegen einen Anstieg um 1,5 Prozent erwartet. Saisonale Einflüsse und die unterschiedliche Zahl der Arbeitstage wurden bereits aus den Zahlen herausgerechnet.

Im Januar hatte es bereits ein Minus von 2,6 Prozent gegeben. In beiden Monaten ließ das Neugeschäft vor allem wegen mangelnder Großaufträge nach. Das Bundeswirtschaftsministerium sprach von einem schwachen Start ins Jahr, betonte aber: "Insgesamt dürfte die Grundtendenz in der Industriekonjunktur moderat aufwärtsgerichtet bleiben."

Experte Ralph Solveen von der Commerzbank warnte dagegen: "Die Konjunktur in Deutschland ist nicht so stark, wie es viele angesichts des kräftigen Wachstums im vierten Quartal und der gestiegenen Frühindikatoren gehofft hatten."

Der Auftragseingang aus dem Inland blieb im Februar laut Statistischem Bundesamt auf dem Niveau des Vormonats. Die Auslandsaufträge fielen hingegen um 1,6 Prozent. Der Ordereingang aus der Eurozone ging um 2,1 Prozent zurück, und der aus dem restlichen Ausland fiel um 1,3 Prozent niedriger aus als im Januar. Besonders betroffen waren die Hersteller von Vorleistungs- und Investitionsgütern.

Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank aus Liechtenstein sieht Ursachen für die enttäuschenden Auftragsdaten beim schwachen Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern und den Sanktionen gegenüber Russland.

stk/Reuters/dpa-AFX



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insgesamt 9 Beiträge
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heldheiko 08.04.2015
1. Ein Experte...
Ein Experte ist ein Mann, der hinterher genau sagen kann, warum seine Prognose nicht gestimmt hat. Der Jobmarkt ist so gut wie ewig nicht mehr, falls es keine neue Stütze für Griechenland gibt haben wir auch bald ein reales Abnehmen der Schulden, die Steuereinnahmen sprudeln und in ein oder zwei Jahren kommt auch Geld durch die Maut rein. Wenn jetzt noch die Löhne anghoben werden (und die kalte Progrssion verhindert wird) dann kann auch der Binnenmarkt wieder angeregt werden.
hans-georg-pabst 08.04.2015
2. Freut Euch !
Exporteinnahmen sind notwendig um unsere nicht vorhandenen Ressourcen im Ausland kaufen zu können. -Mehr nicht- Die Exportware geht steuerfrei ins Ausland, unser Finanzminister hat nichts davon. Umgekehrt wird die Fracht von Zulieferwaren aus dem Ausland innerhalb der Firma von der Steuer abgezogen. Mit anderen Worten: egal ob per Bahn, LKW oder Flieger; die Kosten zahlt auch der Steuerzahler. Last not least: die Arbeitsleistung für den Export geht dem eigenen Land verloren. Wir hätten so viele Aufgaben in Deutschland zu erledigen um unser Land schöner und besser zu machen. Bleibt auf der Strecke. Dann sollten wir nicht vergessen was der globale, zollfreie Markt in Deutschland angerichtet hat, verschuldet durch unsere Laienregierungen: Foto-, TV-, Phono-, Optik-, Rechner-,Elektrogeräte-, Porzellan-, Werft-... Industrie mußte ins Gras beißen.
heiden98 08.04.2015
3. Schon wieder schlecht ...
und naechste Woche: "Deutsche Wirtschaft wächst so stark wie seit vier Jahren nicht" (FAZ am 18.3.) - Zermuerbungstaktik?
wibo2 08.04.2015
4. Stimmung der deutschen Unternehmen besser als die Auftragseingänge
"Konjunktur: Weniger Aufträge für deutsche Industrie" (SPON) In der Weltwirtschaft läuft es nicht mehr rund. Selbst die Volkswirtschaft in China sowie in der ganzen Welt verliert an Schwung. Die schlechte Konjunktur drückt Mieten. Wenigstens ein Lichtblick für das gemeine Volk. Die Aussichten für einen deutschen Aufschwung sind schlecht entgegen den Prognosen der zu selbstgewissen deutscher Experten. Die haben keine Glaskugel und am gesunden Menschenverstand scheint es mal wieder zu fehlen, da beißt die Maus keinen Faden ab.
muunoy 08.04.2015
5. Und das trotz der EZB
Komisch, dabei sind Deutsche Produkte außerhalb der Euro-Zone so billig wie nie. Tja, aus dem Euro eine Weichwährung zu machen, scheint wohl doch nicht zu fruchten. Wie stark unser Arbeitseinkommen durch die Euro-Fanatiker entwertet wird, sieht man nicht nur an der Inflation bei Vermögenswerten (Hauptgrund für das Auseinanderdriften von arm und reich). Ich konnte es letztes Wochenende mal wieder in GB spüren. Im Vergleich zu meinem letzten Aufenthalt war alles um 25% teurer. Merke: Die von CDU/CSU, SPD, Grünen und Linken geforderte und unterstützte Geldpolitik ist hochgradig unsozial. Wer auch nur ein wenig soziales Gewissen hat, sollte AfD wählen.
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