Frankfurt - Nur ein Jahr nach Ausbruch der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten kehrt bei den deutschen Mittelständlern die Zuversicht zurück. Im August hat sich das Geschäftsklima sogar im Rekordtempo verbessert. Der zentrale Indikator im Mittelstandsbarometer der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und des Münchner ifo-instituts verbesserte sich im Vergleich zu Juli um 5,5 Prozent auf nunmehr minus 6,8 Saldenpunkte. Der Saldo errechnet sich aus dem Prozentanteil aller positiven Meldungen abzüglich des Prozentanteils der negativen Meldungen. Somit überwiegen die negativen Meldungen inzwischen nur noch leicht.
Das sei der fünfte Anstieg des wichtigsten Indikators in Folge und zugleich der kräftigste Zuwachs seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1991, erklärten die KfW Bankengruppe und das Münchner ifo Institut am Montag. Getragen wird die Verbesserung den Angaben zufolge vor allem von einem Rekordanstieg der Geschäftserwartungen.
Druck zum Arbeitsplatzabbau nimmt ab
Sie stiegen um 8,2 Zähler, fast das Vierfache der durchschnittlichen Veränderung in einem Monat, und erreichten minus 1,4 Saldenpunkte. Das entspricht nahezu dem langjährigen Durchschnittsniveau. Zum zweiten Mal in Folge stieg auch die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage (plus 3,2 Zähler auf minus 11,9 Saldenpunkte). Auch das Geschäftsklima bei den Großunternehmen hat sich KfW und ifo-Institut zufolge im August kräftig aufgehellt. Es liegt nun nach einem Anstieg um 4,5 Zähler bei minus 17,7 Saldenpunkten.
Der Einzelhandel war der Erhebung zufolge der am besten gestimmte Zweig der mittelständischen Wirtschaft. Aber auch Industrie und Außenhandel begännen infolge der globalen Nachfrageerholung wieder Tritt zu fassen. Mit der allgemeinen Klimaverbesserung im Mittelstand scheine auch der Druck zum Arbeitsplatzabbau etwas nachzulassen, erklärten KfW und ifo Institut. Sowohl die mittelständischen (plus 2,5 Zähler auf minus 5,6 Saldenpunkte) als auch die großen Unternehmen (plus 2,3 Zähler auf minus 12,0 Saldenpunkte) gingen im August weniger stark von Beschäftigungsverlusten aus als in den Monaten zuvor.
böl/AP
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