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Konjunkturerwartungen Finanzprofis schöpfen etwas Hoffnung

Mitarbeiter einer Maschinenbau-Firma: Börsenprofis sind weniger pessimistischZur Großansicht
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Mitarbeiter einer Maschinenbau-Firma: Börsenprofis sind weniger pessimistisch

Die Schuldenkrise spitzt sich zu, dennoch haben sich die Konjunkturerwartungen der Finanzprofis überraschend verbessert. Das erste Mal seit neun Monaten stieg der ZEW-Index leicht an. Entwarnung wollen Börsenprofis aber nicht geben.

Berlin - Von Zuversicht sind die Börsenexperten weit entfernt. Doch zumindest sehen sie die Entwicklung der deutschen Wirtschaft weniger skeptisch als bislang. Die Konjunkturerwartungen in der Analyse des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) sind im Dezember überraschend gestiegen. Der Index kletterte um 1,4 Punkte auf minus 53,8 Zähler. Es war der erste Anstieg des Barometers nach neun Rückgängen in Folge.

Mit dem aktuellen Wert befindet sich der Index immer noch unter seinem Mittelwert von 24,6 Punkten. "Bei den Konjunkturerwartungen scheint die Bodenbildung erreicht worden zu sein", sagte ZEW-Chef Wolfgang Franz. Der Indikator deute allerdings weiter auf eine Abschwächung der Konjunktur im nächsten halben Jahr hin. Die rund 300 befragten Finanzprofis rechneten aber nicht mit einem Absturz. "Die Beschlüsse vom jüngsten EU-Gipfel mögen die Erwartungen positiv beeinflusst haben", sagte Franz. Die aktuelle Lage beurteilten die vom ZEW befragten Analysten und Anleger aber ungünstiger als zuletzt.

Für den Euro-Raum ergibt sich ein ähnliches Bild wie für Deutschland. Hier verbesserten sich die Konjunkturerwartungen im Dezember zum Vormonat um 5,0 Punkte auf minus 54,1 Zähler. Die Lageeinschätzung sank hingegen um 4,3 Punkte auf minus 44,1 Zähler.

Andreas Scheuerle von der DekaBank sagte, von Euphorie sei bei Börsenprofis nichts zu spüren. "Aber immerhin: Wir haben keine Verschlechterung der ohnehin schon negativen Stimmung unter den Finanzmarktteilnehmern. Die Interventionen der Zentralbanken und der EU-Gipfel haben dafür gesorgt."

Von Entwarnung könne aber keine Rede sein, warnt Helaba-Experte Ulrich Wortberg. Das Niveau der Konjunkturerwartungen sei weiterhin sehr niedrig. "Und die Sorgen angesichts der Schuldenkrise halten an, was in der weiter nachlassenden Lagebeurteilung zum Ausdruck kommt."

Viele Ökonomen sagen der deutschen Wirtschaft einen harten Winter voraus. Die nachlassende weltweite Nachfrage und die Verunsicherung wegen der Schuldenkrise dürften die Konjunktur kräftig bremsen. Zuletzt senkte auch die Bundesbank ihre Prognose für 2012. Nach dem Wachstum von rund drei Prozent in diesem Jahr dürfte die Wirtschaft im kommenden Jahr nach Ansicht der Notenbank nur noch um 0,6 Prozent zulegen.

mmq/Reuters/dpa

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