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Konkurrenz zu China Deutsche Industrie warnt vor Rohstoff-Engpass

Knappe Rohstoffe: Diesen Branchen drohen Engpässe
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2. Teil: "Die Entwicklungspolitik soll der Wirtschaft nutzen"

Viele EU-Offizielle plädieren dafür, Entwicklungshilfe künftig auch an die Bedingung zu knüpfen, dass der Zugang zu Rohstoffen gewährleistet ist. Kritiker fürchten, dass humanitäre Aspekte in den Hintergrund treten, zumal die breite Bevölkerung vor Ort meist keinen Anteil an den Einnahmen aus Bodenschätzen hat, wie gerade das Beispiel Kongo belegt. Doch dass "Entwicklungspolitik der deutschen Wirtschaft nutzen" soll, ist auch offizielle Linie von Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP).

Fest steht: Die EU ist mit dem Projekt Rohstoffsicherung nicht eben früh dran. China pflegt seit Jahren Kontakte zu Staaten, die begehrte Materialien abbauen, vielerorts haben sich Firmen aus der Volksrepublik bereits Förderrechte gesichert.

Dass sich nun vor allem Hightech-Stoffe verknappen, liegt ebenfalls an China. So hat das Riesenreich für manche Rohstoffe drastische Exportbeschränkungen verhängt. Nicht ohne Grund ist die EU-Klage vor der WTO gegen China gerichtet. Auch die USA unterstützen die Klage.


Dabei geht es vor allem um Seltene Erden. 95 Prozent des weltweiten Abbaus dieser Stoffe findet in China statt. Eine Machtposition, die das Land nun ausnutzt. Kritiker werfen China vor, das Material zu horten, um eine "strategische Reserve" aufzubauen. Förder- und Ausfuhrquoten treiben schon jetzt die Preise, künftig könnten noch Ausfuhrzölle von bis zu 25 Prozent hinzukommen. Die Regierung in Peking erwägt überdies, den Export mancher Rohstoffe bis 2015 ganz zu verbieten. Dabei geht es wohl gar nicht um die so erzielten Zusatzeinnahmen - sondern um Entwicklungsvorteile chinesischer Hersteller.

Doch bis auf die WTO-Klage hat die EU dem bisher nichts entgegenzusetzen. Das dürfte auch daran liegen, dass die eigenen strategischen Ziele in diesem Bereich nicht besonders klar sind. Kommissionsvize Antonio Tajani bemüht sich um Besserung und will diesen Herbst abermals eine Rohstoffstrategie der Union vorlegen. Ob die aber über das Bestehende hinausgeht, darf bezweifelt werden. Bislang appelliert das Büro Tajani vor allem für "Fairplay im internationalen Handel".


Herbert Reul, CDU-Abgeordneter im Europaparlament und Vorsitzender des Industrieausschusses, fordert nun einen konkreten Zeitplan für die EU-Ziele. Die bisherige Zögerlichkeit erklärt Reul so: "Rohstoffe sind ein typisches Querschnittsthema - Handelspolitik, Umweltpolitik, Wettbewerbspolitik und Außenbeziehungen müssten an einem Strang ziehen, um spürbare Erfolge zu erzielen." Das aber ist schwierig im Brüsseler Betrieb.

Dabei steht die EU nicht mit leeren Händen da. Denn auch China muss - andere - Rohstoffe importieren: Das Riesenreich ist der zweitgrößte Ölverbraucher der Welt, bei Kohle liegt es an erster Stelle, auch der Bedarf an Erdgas wächst. Insofern müssen die Chinesen ein Interesse an stabilen Handelsbeziehungen haben - was den Vorstellungen der WTO entgegenkäme.

BDI-Mann Grillo mahnt aber an, dass die Rohstoffstrategie nicht bei Seltenen Erden und Co. enden darf: "Wir sind genauso auf den Zugang zu den sogenannten Basismetallen wie Aluminium, Kupfer, Zink und Zinn aus dem Ausland angewiesen, ohne die Elektromotoren, Miniatur-Herzschrittmacher und Offshore-Windkraftanlagen undenkbar sind."

Das Ringen um Rohstoffe hat gerade erst begonnen.

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insgesamt 155 Beiträge
heinrichp 15.08.2010
Große Konzerne, ja ganze Regierungen sind auf Einkaufstour durch die Welt. Sie wollen möglichst viel Boden unter ihre Kontrolle bringen – und die Menschen auch Zum Beispiel Madagaskar: Dort sollen 1,3 Millionen Hektar [...]
Zitat von sysopChina startet einen weltweiten Wettlauf um Rohstoffe. Die Volksrepublik bunkert seltene Materialien und sichert sich Vorkommen in Afrika. Nun schlägt die deutsche Industrie Alarm: Kämpft Europa nicht um die knappen Ressourcen, droht vielen Wirtschaftszweige Existenznot. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,711559,00.html
Große Konzerne, ja ganze Regierungen sind auf Einkaufstour durch die Welt. Sie wollen möglichst viel Boden unter ihre Kontrolle bringen – und die Menschen auch Zum Beispiel Madagaskar: Dort sollen 1,3 Millionen Hektar Ackerland für 99 Jahre an den südkoreanischen Konzern Daewoo verpachtet werden – ein knappes Drittel der Schweiz. Das Unternehmen will sein Land auf diesem Boden mit Lebensmitteln und Agrotreibstoffen versorgen. Das Geschäft ist gefährdet, da sich die Madagassen zur Wehr setzen. Kein Wunder: Madagaskar erhält Lebensmittel von der UNO. Madagaskar ist nur ein Beispiel für einen neuen Trend: den Ausverkauf von Agrarland. China, Südkorea, Japan, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate sind in großem Stil auf Einkaufstour vor allem in Afrika, aber auch in den USA, Lateinamerika und Indonesien. Die aktuelle Finanzkrise hat gezeigt, wie flüchtig Geld ist. Die steigenden Lebensmittelpreise machen Land und Boden zu einer sicheren Geldanlage. Laut Sue Branford von der Organisation Grain versprechen viele Investoren den Gastländern »soziale Leistungen wie den Bau von Schulen oder eine bessere Infrastruktur. Aber das macht den Landverlust der Bauern nicht wett. Ohne eigenen Grund sind die Einheimischen vom Hunger bedroht«. http://die-welt-der-reichen.over-blog.de/article-35551120.html
shokaku 15.08.2010
Wieso gefällt mir diese Formulierung so überhaupt nicht?
Zitat von sysopKämpft Europa nicht um die knappen Ressourcen,...
Wieso gefällt mir diese Formulierung so überhaupt nicht?
Dei_Mudda 15.08.2010
Da bin ich ja beruhigt dass deutsche Beamte inkl. Bundeswirtschaftsminister es endlich mal merken dass China alles aufkauft. Für mich stellt sich allerdings die Frage, was daran so verwerflich sein soll? Haben wir etwa das [...]
Zitat von sysopChina startet einen weltweiten Wettlauf um Rohstoffe. Die Volksrepublik bunkert seltene Materialien und sichert sich Vorkommen in Afrika. Nun schlägt die deutsche Industrie Alarm: Kämpft Europa nicht um die knappen Ressourcen, droht vielen Wirtschaftszweige Existenznot. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,711559,00.html
Da bin ich ja beruhigt dass deutsche Beamte inkl. Bundeswirtschaftsminister es endlich mal merken dass China alles aufkauft. Für mich stellt sich allerdings die Frage, was daran so verwerflich sein soll? Haben wir etwa das Recht "alles auf zu kaufen", nur weil wir es "dringender benötigen" als die Chinesen? Würden die Chinesen genauso reagieren wenn wir Europäer in eine Einkaufswut verfallen? => China wird uns über kurz oder lang mächtig abhängen und wir werden die Plätze der berühmten "Hinterbänkler" einnehmen müssen... Tja wieder mal kein Platz an der Sonne...
yoog 15.08.2010
Na das sind doch endlich mal gute Neuigkeiten. Vielleicht geht unseren großen Vorturnern und Wachstumspredigern nun endlich mal ein Lichtlein auf.
Zitat von sysopChina startet einen weltweiten Wettlauf um Rohstoffe. Die Volksrepublik bunkert seltene Materialien und sichert sich Vorkommen in Afrika. Nun schlägt die deutsche Industrie Alarm: Kämpft Europa nicht um die knappen Ressourcen, droht vielen Wirtschaftszweige Existenznot.
Na das sind doch endlich mal gute Neuigkeiten. Vielleicht geht unseren großen Vorturnern und Wachstumspredigern nun endlich mal ein Lichtlein auf.
becker_marcel 15.08.2010
"Silikon und Gallium wird bei der Herstellung von Solarzellen verwendet, Lithium in Akkus aller Art, in Handys, Laptops und Elektroautos (siehe Fotostrecke oben)." Ich glaube sie meinen Silizium denn ich habe noch nicht [...]
"Silikon und Gallium wird bei der Herstellung von Solarzellen verwendet, Lithium in Akkus aller Art, in Handys, Laptops und Elektroautos (siehe Fotostrecke oben)." Ich glaube sie meinen Silizium denn ich habe noch nicht gehört dass Silikon aus Minen abgebaut wird. Gruß
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