Konsequenzen aus Lieferverzögerungen: Siemens wechselt ICE-Chef aus

Siemens zieht personelle Konsequenzen aus den ICE-Lieferverzögerungen: Ansgar Brockmeyer, derzeitiger Chef des Bereichs, muss gehen. Einen neuen Liefertermin für die Hochgeschwindigkeitszüge nannte das Unternehmen immer noch nicht.

Siemens-Werk: Politik "stocksauer" über gebrochenes Versprechen Zur Großansicht
dapd

Siemens-Werk: Politik "stocksauer" über gebrochenes Versprechen

München - Die Verspätungen bei der Auslieferung der neuen ICE-Züge haben nun auch personelle Konsequenzen. Der Chef des Siemens-BereichsHochgeschwindigkeits- und Regionalzüge, Ansgar Brockmeyer, muss seinen Posten räumen. Dies sagte ein Siemens-Sprecher am Mittwochabend - und bestätigte damit Informationen des "Handelsblatt". Sein Nachfolger wird zum 1. Februar Jürgen Wilder, derzeit Strategiechef des neuen Infrastruktur- und Städtesektors. Brockmeyer soll eine andere Aufgabe im Konzern übernehmen, hieß es.

Siemens-Chef Peter Löscher hatte Bahnchef Rüdiger Grube versprochen, die neuen ICEs rechtzeitig zum Winter zu liefern. Nachdem der bereits verschobene Termin nicht eingehalten werden konnte, zeigte sich auch Verkehrsminister Peter Ramsauer verärgert und über das gebrochene Versprechen "stocksauer".

Der Siemens-Chef hatte auf der Hauptversammlung vergangene Woche eingeräumt, dass sein Konzern seinen "Teil der Verantwortung" habe. Einen Teil der Schuld für die verspätet gelieferten ICE-Züge gab Löscher aber auch der Politik. Das ICE-Debakel kostete Siemens im vergangenen Quartal 116 Millionen Euro. Einen neuen Liefertermin nannte der Hersteller nicht.

Die Probleme bei der Zustellung sollen an diesem Donnerstag laut "Handelsblatt" bei einem Spitzentreffen von Bundesverkehrsminister Ramsauer, Bahn-Chef Grube, Eisenbahn-Bundesamt-Chef Gerald Hörster und Vertretern der Bahnindustrie erörtert werden. Die Runde solle zur Beschleunigung und Vereinfachung der Zulassungsverfahren entsprechende Entscheidungen treffen.

Siemens hatte aber auch positive Nachrichten zu vermelden: Der Konzern teilte mit, dass die Österreichische Bundesbahn 100 Regionalzüge für 550 Millionen Euro bestellen will. Siemens hatte im April 2010 den Zuschlag bei der europaweiten Ausschreibung erhalten. Die dreiteiligen elektrischen Triebfahrzeuge sollen Ende 2015 ausgeliefert werden.

lei/dpa/Reuters

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