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Konsum-Boom: Konjunkturplus versetzt Deutsche in Kaufrausch

Die Konjunktur zieht an, die Arbeitslosenquote sinkt - und die Deutschen haben wieder Lust zum Geldausgeben: Nach Angaben des Marktforschers GfK ist die Stimmung so gut wie seit mehr als drei Jahren nicht - trotz steigender Energie- und Lebensmittelpreise.

Schaufenster in Dresden: Steigende Konsumausgaben Zur Großansicht
ddp

Schaufenster in Dresden: Steigende Konsumausgaben

Berlin - Die Kauflust der Deutschen steigt: Die GfK-Marktforscher haben für Februar das beste Konsumklima seit Oktober 2007 ermittelt. Das Stimmungsbarometer kletterte im Januar auf 5,7 Punkten, wie das Nürnberger Unternehmen am Dienstag mitteilte. Fachleute hatten mit einer Stagnation bei 5,4 Zählern gerechnet.

Die steigenden Inflationsraten tun der guten Stimmung vorerst keinen Abbruch. Der Bauernverband hatte zwar jüngst die Zeit billiger Nahrungsmittel für beendet erklärt. Für 2011 erwarten die Bauern wegen steigender Rohstoffpreise, dass sich Lebensmittel um zwei Prozent verteuern. Und auch die Strom-, Benzin- und Gaspreise steigen.

Doch trotz steigender Preise bei Lebensmitteln und Energie erwarten die Deutschen höhere Gehälter. Im vorigen Jahr konnten sich die Konsumenten erstmals seit 2004 wieder über steigende Realeinkommen freuen. Für 2011 rechnen die meisten Experten mit einer ähnlichen Entwicklung, zumal die anstehenden Tarifrunden ein deutliches Plus bringen dürften.

Obendrein sorgt die florierende Konjunktur bei den Verbrauchern für Zuversicht. Die deutschen Firmen feiern derzeit eine Aufschwungsparty: Nach 3,6 Prozent Wachstum im vorigen Jahr sagen Fachleute der Wirtschaft auch für 2011 ein gutes Jahr voraus. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognosen leicht angehoben. Weltweit rechnet er für 2011 mit einem Zuwachs von 4,4 Prozent. Damit hob er seine Schätzung für 2011 um 0,2 Prozentpunkte an. Die Wirtschaft in Deutschland dürfte dem Fonds zufolge im laufenden Jahr um 2,2 Prozent zulegen und im Jahr darauf um zwei Prozent.

Konsum schiebt den Aufschwung an

Der wachsende Konjunktur-Optimismus ist für die GfK bereits messbar. Der Teilindikator lag im Januar unverändert bei 58,8 Punkten und damit gut 57 Zähler höher als vor Jahresfrist. "Im europäischen Vergleich hat sich der hiesige Verbraucher geradezu vom Konsum-Muffel zum Konsum-Optimisten gewandelt", sagte GfK-Chef Klaus Wübbenhorst. Dies sei ein "echter Paradigmenwechsel". Im laufenden Jahr werde der private Konsum um ein Prozent wachsen, sagte Wübbenhorst. Im vergangenen Jahr betrug das Wachstum nur rund 0,5 Prozent.

So viel Kauflust schiebt die Konjunktur zusätzlich an. "Die Binnennachfrage, und insbesondere der Konsum, wird damit zu einem zunehmend wichtigeren Faktor der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Tatsächlich Der private Konsum macht knapp 60 Prozent des gesamten deutschen Bruttoinlandsprodukts aus.

"Wir haben aber auch gewisse Risiken", sagte Bürkl. Sollten sich Inflation oder die Schuldenkrise in Europa allzu sehr verschärfen, könnte das die Konsumlust schnell wieder dämpfen.

ssu/Reuters

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insgesamt 59 Beiträge
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1. Wege zum Konsum!
Florian Geyer, 25.01.2011
Zitat von sysopDie Konjunktur zieht an, die Arbeitslosenquote sinkt - und die Deutschen haben wieder Lust zum Geldausgeben: Nach Angaben des Marktforschers GfK ist die Stimmung so gut wie seit mehr als drei Jahren nicht - trotz steigender Energie- und Lebensmittelpreise. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,741411,00.html
Das ist die Antwort der Deutschen auf Frau Lötzsches Wege zum Kommunismus: Wege zu zum Konsum!
2.
friedrich_eckard 25.01.2011
Ein Blick in die bundesdeutsche Medienberichterstattung zum Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung zeigt: Das propagandistische Medientrommelfeuer (“XXL-Aufschwung”, “Wirtschaftswunder”, “Kaufrausch”, “Jobwunder”) wird unvermindert fortgesetzt. Allem Anschein nach setzen unsere zum weit überwiegenden Teil der schwarz-gelben Bundesregierung nahestehenden Medien alles daran, im “Superwahljahr” 2011 Union und FDP nach Kräften zu pushen. Die ökonomische und soziale Situation in Deutschland wird mit hochtrabenden Superlativen schöngeschrieben und -gesendet. Kritische Anmerkungen, beispielsweise zu den massiv geschönten Arbeitslosen- und Beschäftigungsstatistiken, zu der drastischen Qualitätsverschlechterung der Arbeitsplätze, zu der auch weiterhin ungleichen Verteilung des zusätzlich erwirtschfteten Volkseinkommens, zu den Gefahren und negativen Nebenwirkungen der hohen deutschen Außenhandelsüberschüsse oder zu dem vor allem im europäischen Ausland nicht verborgen bleibenden großspurigen und arroganten Aussenauftritt der schwarz-gelben Bundesregierung: Nahezu komplette Fehlanzeige.
3. Warten wir doch mal den Winter ab,
sic tacuisses 25.01.2011
Zitat von sysopDie Konjunktur zieht an, die Arbeitslosenquote sinkt - und die Deutschen haben wieder Lust zum Geldausgeben: Nach Angaben des Marktforschers GfK ist die Stimmung so gut wie seit mehr als drei Jahren nicht - trotz steigender Energie- und Lebensmittelpreise. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,741411,00.html
wenn das Öl auf 200 $ / Barrel steigt. Was dann von dieser aufgeschäumten Konjunktur noch übrig bleibt. Hein Blöd dürfte dann das Gegenteil von kauflustig geworden sein.
4. Wenn einer dem anderen
Berta, 25.01.2011
Zitat von Florian GeyerDas ist die Antwort der Deutschen auf Frau Lötzsches Wege zum Kommunismus: Wege zu zum Konsum!
nichts andreht bricht der Laden ja auch zusammen.
5.
friedrich_eckard 25.01.2011
Bei #2 handelte es sich übrigens um ein Zitat: http://www.nachdenkseiten.de/?p=8097
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