Umsatzplus im Einzelhandel Deutschland geht shoppen

Ein so großes Plus gab es seit mehr als 20 Jahren nicht mehr: Die Einzelhändler verzeichneten 2015 stark steigende Umsätze. In diesem Jahr soll sich der Trend fortsetzen.

Zalando-Paket: Onlinehandel ist größter Profiteur
DPA

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Die deutschen Einzelhändler haben 2015 voraussichtlich das kräftigste Umsatzplus seit mehr als zwei Jahrzehnten geschafft. Die Einnahmen zogen zwischen 2,8 und 3,1 Prozent an, schätzt das Statistische Bundesamt auf Basis von Daten für die ersten elf Monate.

Nach Abzug der Inflation sei ein reales Plus in gleicher Höhe zu erwarten. So hohe Steigerungsraten habe es seit 1994 noch nicht gegeben, erklärten die Statistiker. Damals kam die deutsche Wirtschaft aus einer tiefen Rezession. 2014 lag das Umsatzplus bei lediglich 1,6 Prozent. Rekordbeschäftigung, steigende Löhne und geringere Energiepreise sorgen derzeit für gute Kauflaune bei den Verbrauchern.

In den Innenstädten kommt der Boom aber nicht unbedingt an: Besonders profitierten Internet- und Versandhandel von der Kauflaune der Deutschen. Hier legten die Umsätze in den ersten elf Monaten um mehr als neun Prozent zu. Auch die Geschäfte mit Büchern und Schmuck liefen gut, ebenso der Lebensmittelhandel. Waren- und Kaufhäuser nahmen hingegen weniger ein.

Der Boom dürfte weitergehen: Experten rechnen auch fürs neue Jahr mit einer positiven Umsatzentwicklung. "Der Konsum bleibt die wesentliche Wachstumsstütze", sagte Ökonomin Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim. "Niedrige Zinsen und der solide Arbeitsmarkt sind die Impulsgeber."

Der Einzelhandelsverband HDE hat bislang noch keine konkrete Prognose für 2016 veröffentlicht. HDE-Präsident Josef Sanktjohanser sagte aber kürzlich, dass bei der Wachstumsrate "wieder die Zwei vor dem Komma stehen dürfte".

ade/Reuters

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insgesamt 14 Beiträge
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meinefresse 07.01.2016
1. Mindestlohn?
Steht vielleicht deswegen ein bisschen mehr Geld zur Verfügung? Kauflaune lässt sich nur in Umsatz verwandeln wenn genug Geld vorhanden ist.
Spiegelleserin57 07.01.2016
2. Interessant wäre zu erfahren...
Wie hoch die Neuverschuldung der Bürger ist. Es kam keine so großen Gehaltserhöhung die eine große Konsumsteigung zulassen. Wieviele Kredite wurden neu aufgenommen. Lebt da nicht ein Teil der Bevölkerung über ihre Verhältnisse? Oder ist es die Angst vor dem Verlust beim nächsten Crash?
muellerthomas 07.01.2016
3.
Zitat von Spiegelleserin57Wie hoch die Neuverschuldung der Bürger ist. Es kam keine so großen Gehaltserhöhung die eine große Konsumsteigung zulassen. Wieviele Kredite wurden neu aufgenommen. Lebt da nicht ein Teil der Bevölkerung über ihre Verhältnisse? Oder ist es die Angst vor dem Verlust beim nächsten Crash?
Die Verschuldung der privaten Haushalte in Deutschland ist im Jahresvergleich um 2,6% gestiegen, die Schuldenquote ist damit gesunken. Dem gegenüber sind die Einkommen laut Bundesbank um 3,9% gestiegen.
cemi 07.01.2016
4. Keine Bange,
Zitat von Spiegelleserin57Wie hoch die Neuverschuldung der Bürger ist. Es kam keine so großen Gehaltserhöhung die eine große Konsumsteigung zulassen. Wieviele Kredite wurden neu aufgenommen. Lebt da nicht ein Teil der Bevölkerung über ihre Verhältnisse? Oder ist es die Angst vor dem Verlust beim nächsten Crash?
die Medlung ist wie immer maßlos übertrieben, von dem Boulevard-Wording mal ganz abgesehen. In dieser Langzeitreihe können Sie mal vergleichen, was von der Assage "Ein so großes Plus gab es seit mehr als 20 Jahren nicht mehr" zu halten ist: http://www.querschuesse.de/wp-content/uploads/2015/12/S560-600x439.png
muellerthomas 07.01.2016
5.
Zitat von cemidie Medlung ist wie immer maßlos übertrieben, von dem Boulevard-Wording mal ganz abgesehen. In dieser Langzeitreihe können Sie mal vergleichen, was von der Assage "Ein so großes Plus gab es seit mehr als 20 Jahren nicht mehr" zu halten ist: http://www.querschuesse.de/wp-content/uploads/2015/12/S560-600x439.png
Aber auch da ist erkennbar, dass es seit 2009 real nach oben geht mit den EH-Umsätzen. Seit dem zyklischen Tief 2009 um immerhin 1,5% p.a. - und das real, also bereits unter berücksichtigung von Preissteigerungen. Natürlich kann man die lange Phase der Stagnation/des Rückgangs zuvor beklagen - m.E. zu Recht - ändert aber doch wenig an dem laufenden Aufwärtstrend.
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