Konsumklima Krisenstimmung hemmt deutsche Verbraucher

Die deutsche Wirtschaft boomt, doch die Schuldenkrise und steigende Preise schlagen den Deutschen aufs Gemüt. Sie wollen laut GfK-Konsumklima weniger Geld ausgeben - und könnten bald noch sparsamer werden.

Einkauf im Supermarkt: Lebensmittel werden teurer
DPA

Einkauf im Supermarkt: Lebensmittel werden teurer


Nürnberg - Es ist der niedrigste Stand seit rund einem halben Jahr: Das GfK-Konsumklima ist im Juni auf einen Wert von 5,5 Punkten gesunken. Im Mai hatte der Indikator noch bei 5,7 Punkten gelegen. "Die Verschärfung der Schuldenkrise in Griechenland sowie die anhaltend hohen Energiepreise dämpfen den Optimismus, den die Konsumenten bislang an den Tag legten", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. "Damit geraten die nach wie vor seht guten Rahmenbedingungen in Deutschland wie sinkende Arbeitslosigkeit und der kräftige Konjunkturaufschwung im Augenblick etwas in den Hintergrund."

Laut den veröffentlichten Zahlen sank bei den Verbrauchern sowohl die Bereitschaft zu größeren Ausgaben als auch die Erwartungen an die Entwicklung der Gesamtwirtschaft. Deutlich gingen auch die Erwartungen an das eigene Einkommen zurück: Der Indikator fiel auf 25,9 Punkte - gut neun Zähler weniger als noch im Vormonat.

Ein wesentlicher Grund für den Rückgang sind laut GfK die steigenden Preise in Deutschland. Besonders die hohen Energiepreise sorgten derzeit dafür, dass die Inflationsrate im April auf 2,4 Prozent kletterte. Im März waren es noch 2,1 Prozent. "Vor allem Produkte des täglichen Lebens wie Benzin und Lebensmittel sind in den vergangenen Wochen deutlich teurer geworden", sagte Bürkl.

Ängste schürten laut dem GfK-Experten auch die milliardenschweren Hilfsgelder für Griechenland, Irland und Portugal, für die Deutschland in großem Umfang bürgt. "Viele Verbraucher haben offenbar die Befürchtung, dass damit auch auf sie finanzielle Belastungen zukommen könnten."

Die Experten rechnen für Juni mit einem weiteren Rückgang des Konsumklimaindex auf 5,5 Zähler. Der Index war bereits im vergangenen Monat um 0,2 Punkte gesunken.

dab/Reuters/dpa/dapd



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insgesamt 50 Beiträge
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immigrantin 25.05.2011
1. Experten?
Haben diese "GfK-Experten" (ich kann dieses Wort auch nicht mehr hören, ähnlich wie "Rechtspopulist") mal durchgerechnet, inwiefern "der Riesenaufschwung" der Wirtschaft in den Geldbeuteln der Verbraucher angekommen ist? Das Realeinkommen sinkt, die Preise steigen, man muss für die Rente selbst vorsorgen, für die Krankenkasse zuzahlen. Wo soll man da großspurig Geld ausgeben? Auf Kredit? Wir sind aber nicht in Amerika. Wir haben eine andere Mentalität. Deswegen hängen ja Griechenland un Co. an unserem Tropf. Hier spart der Bürger, aber die Regierung ist ja spendabler.
meinefresse 25.05.2011
2. Dieser Artikel ergibt keinen Sinn
"Nürnberg - Es ist der niedrigste Stand seit rund einem halben Jahr: Das GfK-Konsumklima ist im Juni auf einen Wert von 5,5 Punkten gesunken. Im Mai hatte der Indikator noch bei 5,7 Punkten gelegen." [...] "Die Experten rechnen für Juni mit einem weiteren Rückgang des Konsumklimaindex auf 5,5 Zähler. Der Index war bereits im vergangenen Monat um 0,2 Punkte gesunken." Ist gesunken, rechnen mit... ja was nun?
meinmein 25.05.2011
3. Meine Meinung
Geld haben vor allen Dingen die älteren Bürger. Die Anzahl der älteren Bürger nimmt zu. Ältere Bürger haben alles und brauchen nichts Neues mehr. Teure und aufreibende Freizeitvergnügen fallen weg. Mit zunehmendem Alter nimmt die Erfahrung von Beschiss mit minderwertigen Produkten zu, man glaubt Stiftung Warentest nicht mehr blind.
mitwisser, 25.05.2011
4. sparsame Kaufhausstürmer mit Inflationsängsten
Zitat von sysopDie deutsche Wirtschaft boomt, doch die Schuldenkrise und steigende Preise schlagen den Deutschen aufs Gemüt.*Sie wollen laut GfK-Konsumklima weniger Geld ausgeben - und könnten bald noch sparsamer werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,764759,00.html
Gestern rannten, nein stürmten die Verbraucher noch in die Kaufhäuser... Ein merkwürdiges Wesen das Wirtschaftssubjekt. Und erst die Heiligen, äh Weisen - Wirtschaftswaisen ;-)
founder 25.05.2011
5. Da war wohl die Zensur zu schwach
3. August 2009, ein Glanztag der Zensur (http://roland.pege.org/2009-zensur/noch-nie-so-wirksam.htm). Die deutsche Autoindustrie wurde geschützt gegen die Ölprogose der IEA (http://politik.pege.org/2009-d/liste.htm). Wer würde sich schließlich ein ölabhängiges Auto kaufen, wenn da die oberste Energieprognosebehörde der OECD eine schwere Ölkrise für 2013 vorhersagt? Außerdem wäre es ja peinlich gewesen die ratlosigkeit der zum Bundestagswahlkmapf angetretenen Parteienn zu diesen Thema zu erleben. Das wäre ja Demokratieschädlich gewesen, hätte man die Parteien in eine Diskussion (http://politik.pege.org/2009-d/demokratiegefaehrdung.htm) geführt von der diese keine Ahnung haben. So haben die Massenmedien die Parteien im Wahlkampf aber geschützt vor solch unangenehmen Themen aus der realen Welt. So konnten die Parteien glanzvoll Wahlkampf führen mit Themen von denenen sie was verstehen (http://politik.pege.org/2009-d-nach/wahlkampf.htm).
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