Konzern in der Krise: Opel-Werk Bochum droht schnelles Aus
Der Plan für die Sanierung stand, doch nun drohen die Verhandlungen zwischen General Motors und den Arbeitnehmervertretern von Opel doch noch zu scheitern. Hardliner bei GM und in Bochum blockieren die Gespräche. Kommt es zu keiner Einigung, wird das Werk Bochum bereits Ende 2014 geschlossen.
Bochum - Seit Monaten verhandeln GM, die Arbeitnehmervertreter von Opel und die IG Metall über einen Sanierungsplan für den angeschlagenen Autohersteller, der weiter große Verluste macht. Die Gespräche sollen bis Ende Februar abgeschlossen sein. GM und die Arbeitnehmervertreter sind sich in vielen Punkten schon einig. So ist der US-Konzern bereit, die Produktion in Bochum bis 2016 weiterzuführen, Autoteile dort zu fertigen und anschließend eine Transfergesellschaft mitzufinanzieren, die versucht, bis 2018 neue Arbeitsplätze in Bochum anzusiedeln. Zudem soll eine Entwicklungsgesellschaft neue Jobs schaffen. Dieser Plan bietet Bochum die Chance, möglichst viele der bislang gut 4000 Arbeitsplätze zu erhalten, wenn die Autoproduktion eingestellt wird.
Doch jetzt blockiert GM eine Einigung mit einem Plan, der bei Opel als nicht akzeptabel abgelehnt wird: Die zentrale Fertigungsplanung, der Werkzeugbau und der Prototypenbau in Rüsselsheim sollen aufgegeben werden. Die Arbeiten sollen Fremdfirmen übernehmen und teilweise ins GM-Werk in Polen verlagert werden. Betroffen davon wären 700 Arbeitsplätze in Rüsselsheim. Arbeitnehmervertreter könnten einer solchen Verlagerung nicht zustimmen, ohne einen Aufstand in der eigenen Belegschaft zu verursachen.
Streit um Produktion eines neuen Dieselmotors
Als nicht akzeptabel für die Arbeitnehmervertreter gilt auch, dass der US-Konzern bislang nicht erklärt, welche Fahrzeugteile er künftig in Bochum fertigen lassen will, um einen Teil der Arbeitsplätze zu sichern. Möglich wäre beispielsweise die Fertigung eines Dieselmotors ab 2016. Doch diesen will GM lieber in Ungarn produzieren lassen. Damit drohen die Gespräche zu scheitern.
General-Motors-Manager machen den Bochumer Betriebsratsvorsitzenden Rainer Einenkel für ein mögliches Platzen der Verhandlungen verantwortlich. Man habe die Finanzierung von Opel für die nächsten Jahre garantiert, sagte ein GM-Manager. Man sei den Arbeitnehmern weitgehend entgegengekommen, um neue Arbeitsplätze in Bochum zu schaffen. Die Unternehmensberatung Boston Consulting prüfe, welche Teile der Konzern künftig in Bochum produzieren kann. Doch der Bochumer Betriebsrat stelle immer neue Forderungen. Man werde nicht ewig verhandeln, sagte der GM-Manager.
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- Sonntag, 24.02.2013 – 10:45 Uhr
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In Rüsselsheim läuft derzeit der Mittelklassewagen Insignia in den drei Versionen Limousine, Fließheck und Kombi vom Band. Im Durchschnitt werden täglich 720 Einheiten des neuen Zugpferds der Marke mit dem Blitz produziert. In der Anlaufphase befindet sich außerdem die Produktion des Insignia Sports Tour, von dem in Kürze pro Tag mehr als 80 Fahrzeuge in Rüsselsheim gebaut werden sollen.
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