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Konzernumbau Nivea-Hersteller Beiersdorf streicht tausend Stellen

Nivea-Produktion bei Beiersdorf: Angriff im KerngeschäftZur Großansicht
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Nivea-Produktion bei Beiersdorf: Angriff im Kerngeschäft

Harter Kurs im Jubiläumsjahr: Beiersdorf baut rund tausend Jobs ab, allein in der Hamburger Zentrale sind bis zu 230 Mitarbeiter betroffen. Künftig will der Konsumgüterhersteller stärker auf regionale Eigenheiten achten.

Hamburg - Schlechte Nachrichten für Beiersdorf-Beschäftigte: Im Zuge seines Sparkurses streicht der Hamburger Konsumgüterhersteller nun auch Arbeitsplätze. Konzernchef Thomas-Bernd Quaas kündigte wenige Monate vor seinem Abschied weitere Einschnitte an, darunter den Abbau von weltweit bis zu tausend Stellen. In China schreibt Beiersdorf Chart zeigen zudem einen Großteil des Haarpflegeanbieters C-Bons ab. Die dadurch fälligen Wertberichtigungen bezifferte der Konzern auf 140 Millionen Euro.

Quaas hatte bereits vor einem Jahr mit der Neuausrichtung des Nivea-Herstellers begonnen. Damals nahm die Börse dem Konzern übel, dass er nicht ausreichend über die Pläne informiert habe. Diesmal war die Reaktion von Beiersdorf-Anlegern verhalten: Die Aktie des Dax-Konzerns gewann am Mittwoch zwar mehr als drei Prozent an Wert, lag damit aber hinter dem Gesamtmarkt zurück. Der Dax Chart zeigen war infolge einer konzertierten Aktion der Notenbanken um fast fünf Prozent geklettert.

Als Teil des geplanten Umbaus will Beiersdorf seine Kosmetiksparte mit Marken wie Nivea, Eucerin und Labello stärker regionalisieren. Künftig sollen die drei Geschäftsregionen Europa/Nordamerika, Asien und Schwellenländer selbst entscheiden können, welche Produkte sie ihren Kunden anbieten. Die Zentrale in Hamburg soll lediglich die strategische Linie vorgeben und sich ansonsten auf "globale Aufgaben" beschränken. Dadurch fallen in der Hansestadt Stellen weg.

Konkurrenten wie Procter & Gamble und L'Oreal haben Beiersdorf im Kerngeschäft angegriffen und dem Unternehmen Umsatz abgejagt. Mit der Konzentration auf das Flaggschiff Nivea will der Konzern, der in diesem Jahr den 100. Geburtstag feiert, zu alter Stärke zurückfinden.

Die Gewerkschaft IG BCE und der Betriebsrat des Konzerns kritisierten die Personalpolitik scharf. Das Unternehmen habe seit Ende 2009 in der Zentrale mehr als 170 Mitarbeiter gegen den Willen des Betriebsrats unbefristet eingestellt, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Das sei fast genau die Zahl der nun anstehenden Stellenstreichungen in der Konzernzentrale. "Das sind die Folgen einer verfehlten Personalpolitik", sagte der Vorsitzende des Beiersdorf-Betriebsrats, Thorsten Irtz.

dab/Reuters/dpa

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