Korruptionsaffäre Ferrostaal droht Millionenstrafe

Teures Nachspiel einer Aufsehen erregenden Korruptionsaffäre: Wegen Korruption soll der Essener Anlagenbauer Ferrostaal ein Strafgeld in Höhe von 200 Millionen Euro bezahlen. Den größten Teil davon muss wohl die ehemalige Muttergesellschaft MAN beisteuern.

Die Firmenzentrale von Ferrostaal: Konstruktive Gespräche
dpa

Die Firmenzentrale von Ferrostaal: Konstruktive Gespräche


München - Der Essener Handelskonzern Ferrostaal, früher Tochter des MAN-Konzerns, soll einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge wegen Korruption ein Strafgeld in Höhe von 200 Millionen Euro zahlen. Diese Summe wolle die Münchner Staatsanwaltschaft von dem Unternehmen fordern, berichtete die Zeitung am Samstag. Ferrostaal soll beim Verkauf von U-Booten nach Griechenland sowie bei der Lieferung von Schiffen und Kraftwerksanlagen in Afrika und Südamerika Schmiergelder gezahlt haben. Die Staatsanwälte ermitteln dem Bericht zufolge gegen das Unternehmen und frühere Manager.

Ferrostaal erklärte gegenüber der Zeitung, die Gespräche mit der Staatsanwaltschaft verliefen "sehr konstruktiv", das Unternehmen wolle sich aber nicht zum Stand der Dinge äußern. Auch die Münchner Staatsanwaltschaft wollte sich offiziell nicht äußern. Eine Einigung sei aber "greifbar nahe", berichtete die "Süddeutsche".

Den größten Teil der Strafe für Ferrostaal werde wohl MAN Chart zeigen zahlen müssen, heißt es in dem Bericht. Die Korruptionsdelikte fielen in eine Zeit, als MAN Alleininhaber von Ferrostaal war. Inzwischen hat der Konzern einen Anteil von 70 Prozent der Ferrostaal-Aktien an den Staatsfonds Ipic aus dem Emirat Abu Dhabi verkauft.

mik/AFP

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insgesamt 3 Beiträge
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zzipfel 30.10.2010
1. "Nützliche Aufwendungen" durch Finanzämter?
Hat der Fiskus nicht jahrelang steuerlich gefordert, dass Bestechungsgelder ausgereicht werden, um das als "nützliche Aufwendungen" anzuerkennen? Jetzt wo der Fiskus durch Datenhehlerei und Datenkauf von Daten-Bankräubern mit Steuergeldern fördert, soll das die mildere Form von Kriminalität nicht mehr gewünscht sein?
SchmerzenBeimLesen 30.10.2010
2. Also ich finde...
...in solchen Fällen ist eine Strafverfolgung total bekloppt. Man kann keine U-Boote nach Griechenland und keine Anlagen nach Afrika verkaufen, ohne die völlig korrupten Entscheidungsträger vor Ort zu schmieren. Ansonsten müssen Politik und Justiz sagen, wie man es anders machen kann.
j.rebhan 30.10.2010
3. Was ist mit Portugal ?
Nicht zu vergessen: Portugiesen wurden auch geschmiert, da haben die auch 2 U Boote hin verkauft. Die Mittelsmaenner der CDS/PP under dem damaligen Verteidigungsminiser Paulo Portas wurden (soweit bekannt) mit mindestens 1,4 Millionen €uro geschmiert.
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