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Korruptionsverdacht: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen deutsche Rüstungsfirmen

Zwei deutsche Rüstungsfirmen sollen etwa 18 Millionen Euro Schmiergeld an griechische Amtsträger gezahlt haben. Laut "Süddeutscher Zeitung" wurden bei einer Razzia Büros in Bremen und Wedel untersucht.

Bremen/Wedel - Wegen mutmaßlicher Schmiergeldzahlungen haben Ermittler die Firmensitze von Rheinmetall Defence Electronics und Atlas Elektronik in Bremen und Wedel durchsucht. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, fanden die Razzien in dieser Woche statt. Laut Staatsanwaltschaft Bremen werden beide Unternehmen verdächtigt, griechische Amtsträger bestochen und Steuern hinterzogen zu haben. Die Firmen sollen jeweils etwa neun Millionen Euro Schmiergeld überwiesen haben. Bei den Geschäften sei es um U-Boot-Ausrüstung gegangen.

Rheinmetall-Defence wies die Vorwürfe zurück. Sie entbehrten "jeder Grundlage", sagte ein Sprecher der "Süddeutschen Zeitung". EADS und Thyssen-Krupp bestätigten, dass am Dienstag ihre gemeinsame Tochterfirma Atlas Elektronik durchsucht worden war. Atlas Elektronik, einer der größten Anbieter von Elektronik für Seestreitkräfte, gehörte bis 2006 zum britischen Rüstungskonzern BAE. Die angeblichen Schmiergeldzahlungen sollen weit zurückreichen.

Atlas Elektronik war bei internen Untersuchungen selbst auf die verdächtigen Vorgänge gestoßen. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" wurden schon 2007 die Zahlungen an eine britische Briefkastenfirma eingestellt. Diese gehörte einem griechischen Unternehmen. Die Überweisungen gingen auf einen Beratervertrag von 2002 zurück.

Zunächst sollen die Ermittler keinen Anfangsverdacht gesehen haben. Erst eine steuerliche Betriebsprüfung 2012 bei Rheinmetall-Defence habe der Staatsanwaltschaft Bremen weitere Hinweise geliefert.

Deutsche U-Boote für Griechenland

Es wäre nicht der erste Korruptionsfall bei deutschen Rüstungsgeschäften mit Griechenland. Ende 2011 wurden zwei Ex-Manager der Essener Handelsgesellschaft Ferrostaal zu Freiheitsstrafen auf Bewährung verurteilt. Sie hatten griechische Amtsträger bestochen, um den Verkauf deutscher U-Boote an die griechische Marine anzukurbeln. Die Boote waren vor allem auf Werften der Thyssen-Krupp AG gebaut worden. Ferrostaal wurde zur Zahlung von 149 Millionen Euro verurteilt.

Die "Süddeutsche Zeitung" schreibt weiter, dass die mutmaßlichen Schmiergelder von Atlas und Rheinmetall Defence Electronics womöglich in diesem Zusammenhang gezahlt worden waren. Es gebe "gewisse Parallelen" zum Ferrostaal-Fall, teilte die Staatsanwaltschaft Bremen mit.

mon

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insgesamt 37 Beiträge
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1. Gewaltige Konferenzen
svizzero 24.08.2013
Ich arbeitete vor einigen Jahren in Griechenland und habe in renommierten, von Griechen geführten Hotels logiert. Ich erinnere mich an riesige Konferenzen mit Militärs und Rüstungsanbietern mit hunderten von Offizieren und Generälen. Diese Veranstaltungen dauerten mehre Tage. Ich habe mich immer gefragt, weshalb ein Land mit damals knapp 10 Mio. Einwohnern von der Rüstungsindustries so umworben wird. Heute ist mir alles klar.
2. Und ich
90-grad 24.08.2013
Dachte immer nur die Anderen sind korrupt! Solange Korruption in D wie ein Kavalliersdelikt behandelt, und meistens auf Bewaehrung bestraft wird, lassen es die Schmiergeldmafiosi ruhig angehen!
3. Was soll diese Meldung,
clau-roth 24.08.2013
ohne Gefälligkeiten (schlappe 18 Millionen) für ein großes Geschäft geht in Koruptikos-Hellas rein gar nichts.
4. griechen .........
ottohuebner 24.08.2013
griechen schmiert man nicht. die verlangen geschmiert zu werden.
5. The other way round...
ekenkis 24.08.2013
Andersrum kommt auch vor, wenn man etwas Begehrtes verkauft. Mir sind von Argentiniern mal USD 500.000 angeboten worden, falls ich ihnen eine Sache mit Exportrestriktionen verkaufte. Ich habe es meinem Geschäftsführer gemeldet und damit war die Sache erledigt. Man muss sich nicht bestechen lassen und auch nicht bestechen.
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