Hamburg - Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat Anklage gegen fünf aktuelle und ehemalige Mitarbeiter von Volkswagen und der Telekom erhoben. Es geht um gemeinschaftliche Bestechung und Bestechlichkeit im besonders schweren Fall.
Hintergrund sind Sponsoring-Geschäfte mit dem Bundesliga-Verein VfL Wolfsburg, einer hundertprozentigen Tochter des Volkswagen-Konzerns. Die Ermittler glauben, dass die Beschuldigten Sponsoring-Verträge an Auftragsvergaben koppelten.
Die Telekom wollte über ihre Tochter T-Systems einen Sponsorenvertrag für die Wölfe verlängern, der dem Verein vier Jahre lang vier Millionen Euro pro Saison gesichert hätte. Im Gegenzug, so glauben die Strafverfolger, hätten VW-Unterhändler Aufträge für T-Systems in Höhe von etwa 345 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Zudem sollte aus dem für die Telekom wichtigen Einzelvertrag "Global WAN", der umfangreiche Telekommunikationsleistungen für den Autokonzern sichert, ein Sonderkündigungsrecht für VW entfernt werden.
Der Deal war geplatzt, als im August 2010 eine anonyme Mail mit einem Hinweis auf Korruptionsverdacht bei der Telekom einging. Interne Untersuchungen bestätigten die Vorwürfe, Ende November 2010 stellte die Telekom selbst in Stuttgart Strafanzeige, der Vorstand beschloss das endgültige Aus für das Wolfsburg-Projekt.
Die Beschuldigten haben gegenüber der Staatsanwaltschaft die Vorwürfe zurückgewiesen. Eine Verknüpfung zwischen Sponsoring und Aufträgen habe es nicht gegeben. Es sei um eine "effektive Gestaltung des Sponsorings" gegangen. Björn Gercke, Anwalt eines Beschuldigten, spricht von "strafloser Klimapflege". Der Prozess werde zudem ergeben, dass die maßgeblichen Entscheidungsträger bei VW und der Telekom "eingebunden oder jedenfalls hinreichend informiert waren". Damit entfalle eine Strafbarkeit für die Beschuldigten.
pad
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