New York - So war das nicht gedacht: Die Kosten für die geplatzte Fusion mit der Deutschen Börse haben den Gewinn des US-Börsenbetreibers NYSE Euronext im vierten Quartal 2011 stark reduziert. Unter dem Strich sei der Überschuss in den letzten drei Monaten des Jahres auf 110 Millionen US-Dollar gesunken, teilte das Unternehmen am Freitag in New York mit. Im Vorjahresquartal hatte die NYSE
noch einen Gewinn von 135 Millionen Dollar verbucht.
Die EU-Kommission hatte den Zusammenschluss von Deutscher Börse und NYSE Euronext zum weltgrößten Handelsplatz Anfang Februar untersagt. Die Behörde hatte Bedenken, dass das neue Unternehmen eine zu große Marktmacht im Derivatehandel entfalten würde. "Wir sind extrem enttäuscht von dieser Entscheidung", sagte NYSE-Euronext-Chef Duncan Niederauer am Freitag. Offenbar gebe es auf Seiten der Kommission ein völlig anderes Verständnis von der Wettbewerbsdynamik der globalen Märkte.
NYSE Euronext zufolge fielen im Zusammenhang mit dem Fusionsvorhaben im vierten Quartal Kosten von 38 Millionen Dollar an, weitere 25 Millionen Dollar entstanden durch eine Steuerbelastung im Zusammenhang mit der CO2-Börse Bluenext, einem Gemeinschaftsunternehmen mit der französischen Caisse des Depots. Bereinigt um diese Ausgaben stieg der Gewinn.
Für das Gesamtjahr wies der Börsenbetreiber einen Gewinnanstieg auf 619 Millionen Dollar aus (Vorjahr: 577). Der Umsatz verbesserte sich auf 2,7 Milliarden Dollar von 2,5 Milliarden Dollar im Vorjahr.
yes/dpa
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