Kosten für Kabelnutzung: Kabel Deutschland verklagt Telekom

Es geht um Hunderte Millionen Euro: Kabel Deutschland klagt gegen die Deutsche Telekom wegen angeblich zu hoher Gebühren für die Leitungsnutzung. Der Telefonriese weist die Klage scharf zurück.

München - Kabel Deutschland hat die Deutsche Telekom auf einen dreistelligen Millionenbetrag verklagt. Die Telekom habe seit 2004 "missbräuchlich überhöhte" Entgelte für die Nutzung ihrer Kabelkanäle und Infrastruktur kassiert, teilte der Kabelnetzbetreiber am Donnerstag mit.

Kabel Deutschland verlangt in ihrer Klage vor dem Landgericht Frankfurt, dass die Telekom ihre jährliche Nutzungsgebühr von 101 auf 34 Millionen Euro senkt. Außerdem müsse sie 279 Millionen Euro plus Zinsen zu viel bezahlter Entgelte für die vergangenen Jahre zurückzahlen. Zur Begründung verweist Kabel Deutschland auf weit niedrigere Entgelte, die die Bundesnetzagentur für bestimmte Kabelkanäle festgelegt habe.

Die Telekom entgegnete, es gehe um ganz verschiedene Kabel. Der mit Kabel Deutschland vereinbarte Preis sei völlig korrekt. Dass ausgerechnet einer der Kabelnetzbetreiber, "die Quasi-Monopole betreiben und niemanden ihre Netze nutzen lassen", wegen angeblich überhöhter Preise klage, verwundere sehr. Es stehe ihnen frei, selbst Anlagen zu bauen, teilte die Telekom mit.

Kabel Deutschland rechnet mit einem jahrelangen Verfahren bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung. Die Börse reagierte gelassen: Die Telekom-Aktie Chart zeigen gab in einem schwächeren Markt um knapp ein Prozent nach, die Kabel-Deutschland-Aktie Chart zeigen blieb fast unverändert.

cte/dpa/Reuters

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1.
Stäffelesrutscher 05.04.2012
Wenn Kabel Deutschland Geld sparen möchte, hätte ich einen Tipp: Keine Werbebriefe im Zweiwochenrhythmus an alle Bewohner mehr verschicken.
2.
einzel haft 05.04.2012
Warum das Bild der Telekom-Zentrale und nicht der von Kabel Deutschland?
3.
Peter Eckes 05.04.2012
Zitat von StäffelesrutscherWenn Kabel Deutschland Geld sparen möchte, hätte ich einen Tipp: Keine Werbebriefe im Zweiwochenrhythmus an alle Bewohner mehr verschicken.
Ach, Kabel Deutschland macht das auch so? Ich bin Kunde bei Unitymedia und wenn die Briefe nur alle zwei Wochen kämen wäre es schön. Das beste daran, vor einiger Zeit hat mir Unitymedia mitgeteilt das in Zukunft keine Rechnungen mehr verschickt würden. Alles nur noch per Mail. Man müsse (oder wolle) unbedingt Papier sparen. Die neue Smartcard war dann auch tatsächlich in gritzegraues Altpapier verpackt. Parallel dazu landet aber jeden dritten Tag ein Hochglanzprospekt im Briefkasten. Was dort an Geld und Papier (zu Lasten der Umwelt) verprasst wird ist eine Sauerei, ganz abgesehen von der Belästigung die davon ausgeht. Aber man kann sich ja kaum wehren. Aufs Kabelfernsehen haben sie das Monopol und aufgrund der Unfähigkeit der Telefonanbieter sind wir jetzt auch gezwungen den Internetanschluß bei Unitymedia zu nehmen. Sie sind schlicht die einzigen die einen akzeptablen Anschluß anbieten. Ob das mit Liberalisierung der Märkte gemeint war?
4. Was möchte Kabel D vertuschen?
snobody2 05.04.2012
Zitat von sysopEs geht um Hunderte Millionen Euro: Kabel Deutschland klagt gegen die Deutsche Telekom wegen angeblich zu hoher Gebühren für die Leitungsnutzung. Der Telefonriese weist die Klage scharf zurück. Kosten für Kabelnutzung: Kabel Deutschland verklagt Telekom - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,826138,00.html)
Kabel Deutschland hat die allerschlechteste Kundenbetruung in Erfurt, dazu noch häufig sehr mangelhafte Bildqualität. Wenn irgendwo in Deutschland Gewitter ist, gibt's Totalausfall des Bildes, oft stundenlang. Die neuen Heuschreckenbesitzer von Kabel D sollten sich schämen, so von ihren hausgemachten Problemen abzulenken. Die sollten sich mal bei 1&1 umsehen, wie man es besser machen kann, um aus dem Keller zu krabbeln. Allerdings: Würde sich die Regulierungsbehörde mal die anderen großen 4 Anbieter vorknöpfen, sähe es dort auch nicht besser aus. Allerdings weiß man ja nun, dass die Regulöierungsbehörde nur begrenzt einsatzfähig ist: Die könnte sofort kostensparend geschlossen werden. Deren Arbeit kann ein einziger Mitarbeiter erledigen.
5. Leitungsanutzung? Nö, Leitungsmissbrauch.
Hamberliner 06.04.2012
Zitat von sysopEs geht um Hunderte Millionen Euro: Kabel Deutschland klagt gegen die Deutsche Telekom wegen angeblich zu hoher Gebühren für die Leitungsnutzung. Der Telefonriese weist die Klage scharf zurück. Kosten für Kabelnutzung: Kabel Deutschland verklagt Telekom - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,826138,00.html)
Was hier vornehm als "Leitungsnutzung" verniedlicht wird habe ich in der Vergangenheit eher als Straftaten nach §240 StGB (Nötigung) und §303a StGB (Unbrauchbarmachung von Daten) empfunden. Achtung Anwälte: Ich behaupte hiermit nicht, dass Straftaten tatsächlich vorgelegen haben, das kann nur ein Gericht (sobald ich mich mit Strafanträgen zur Wehr setze). Grund: Der IP-Nummern-Bereich 178.24.0.0-178.27.255.255, also Kabel Deutschland, war maßgeblich daran beteiligt, dass ich meinen E-Mail-Account entweder nicht mehr nutzen kann (§303a StGB) oder dass ich mich, um ihn nutzen zu können, dauernd zum sehr zeitraubenden Aktualisieren von Filtern nötigen (§240 StGB) lassen muss, wegen riesiger Mengen UBE. Kabel Deutschland hält es offenbar nicht für nötig, den SMTP-Traffic, der ins Netz gepumpt wird, mit entsprechenden Filtern von UBE zu säubern oder vergleichbare Maßnahmen gegen UBE zu treffen. Ähnliches in Papierform veranstaltet Kabel Deutschland mit unser aller Briefkästen, wie schon ein Vorredner schrieb. Ich würde das nicht als Leitungsnutzung, sondern Leitungsmissbrauch oder Vandalismus bezeichnen, und ich würde mich freuen, wenn die Telekom an den entsprechenden Routern die UBE-Filterung des Traffic, der von Kabel Deutschland kommt, vornehmen würde (was Kabel Deutschland versäumt hat) und - wenn der Zauber nicht aufhört - Kabel Deutschland ganz abklemmen würde.
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