Kostendruck: Cisco streicht fast jede zehnte Stelle

Der IT-Konzern Cisco will mit einem Kahlschlag-Programm seine Kosten in den Griff bekommen: Weltweit muss jeder zehnte Mitarbeiter gehen, ein riesiges Werk wird verkauft. Doch es gibt auch positive Nachrichten aus der Branche: Bei IBM laufen die Geschäfte richtig gut.  

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REUTERS

Cisco-Logo: 6500 Jobs fallen weg

San Jose/Armonk - Die Mitarbeiter von Cisco hatten es bereits geahnt: Der US-Netzwerkausrüster streicht massenhaft Stellen. Weltweit fallen 6500 Jobs weg - damit muss beinahe jeder zehnte Mitarbeiter gehen. Auch viele Manager seien betroffen, teilte der Konzern mit.

Zudem verkauft das Unternehmen ein Werk im mexikanischen Ciudad Juárez. Dadurch spart sich Cisco Chart zeigen weitere 5000 Mitarbeiter, sie sollen aber vom Käufer der Fabrik übernommen werden, hieß es. Das Werk, in dem sogenannte Set-Top-Boxen für den Empfang von digitalem Kabelfernsehen hergestellt werden, geht an den asiatischen Auftragsfertiger Foxconn, der vor allem als Zulieferer für Apple-Produkte bekannt ist.

Grund für den Kahlschlag sind hohe Kostenbelastungen bei Cisco. Mit dem Firmenumbau will das Management jährlich rund eine Milliarde Dollar einsparen; zunächst muss Cisco aber 1,3 Milliarden Dollar für den Stellenabbau in die Hand nehmen. Davon werden Abfindungen gezahlt und die Kosten für den Vorruhestand von 2100 der betroffenen Mitarbeiter beglichen.

Cisco ist Marktführer bei Geräten für den Datenverkehr, sogenannten Routern und Switches. Die Technik steckt in den meisten Firmen-Netzwerken und sorgt dafür, dass das weltumspannende Internet läuft.

Cisco-Chef John Chambers fährt einen harten Sanierungskurs. Er hat bereits die gefloppten Flip-Videokameras eingestellt und im Mai eine Vereinfachung des gesamten Konzerns angekündigt. Seitdem warteten die Cisco-Beschäftigten auf eine klare Ansage.

IBM stellt höheren Gewinn in Aussicht

Bei IBM dagegen können die Mitarbeiter optimistischer in die Zukunft schauen. Das zweite Quartal verlief für den IT-Riesen besser als gedacht. Im Gesamtjahr traut sich der Konzern sogar einen höheren Gewinn zu als bisher erwartet. Insgesamt setzte IBM von April bis Juni 26,7 Milliarden Dollar um - das sind zwölf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn kletterte um acht Prozent auf unterm Strich 3,7 Milliarden Dollar.

Die Zahlen dürften bei Anlegern für Erleichterung sorgen, denn IBM gilt wegen seiner breiten Angebotspalette als Gradmesser für die gesamte IT-Branche und darüber hinaus.

mmq/dpa-AFX

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