Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung KPMG-Chef in den Niederlanden tritt zurück

Neue Vorwürfe gegen die Firma KPMG: In den Niederlanden geraten die Wirtschaftsprüfer jetzt wegen eines Verdachts auf Steuerhinterziehung ins Visier der Ermittler. Der Vorstandsvorsitzende räumte deshalb bereits seinen Posten.

Jurgen van Breukelen, KPMG-Chef in den Niederlanden: "Fehlurteile und Fehler"
KPMG

Jurgen van Breukelen, KPMG-Chef in den Niederlanden: "Fehlurteile und Fehler"


Hamburg/Amsterdam - Die Anschuldigungen zeitigen erste Folgen. Gegen die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG in den Niederlanden sind Ermittlungen wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung eingeleitet worden: Nun ist der Chef der Firma, Jurgen van Breukelen, zurückgetreten.

Das Unternehmen solle sich mit dem Schritt von den "jüngsten Fehlurteilen und Fehlern" lösen können, sagte van Breukelen laut einer Mitteilung des Unternehmens. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen eines Gemeinschaftsunternehmens von KPMG und einem Projektentwickler. Die verantwortlichen Manager sollen in dem Joint Venture Kosten aufgebläht haben, um in den Genuss von Steuernachlässen zu kommen.

Die Firma KPMG geriet im vergangenen Jahr zuletzt wegen des Skandals um einen früheren Berater der Gesellschaft in die Schlagzeilen. Scott London, ranghoher Ex-Mitarbeiter des Unternehmens, soll einem Freund Insider-Informationen gesteckt haben - und musste sich wegen der mutmaßlichen Weitergabe von vertraulichen Informationen über KPMG-Kunden in den USA vor Gericht verantworten.

In Deutschland war KPMG im Jahr 2008 im Zusammenhang mit der Schmiergeldaffäre bei Siemens unter Beschuss geraten. Kritiker warfen den Wirtschaftsprüfern vor, bei der verbreiteten Praxis der schwarzen Kassen weggeschaut zu haben, KPMG bestritt die Vorwürfe. Siemens setzte KPMG schließlich vor die Tür.

bos/Reuters



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