Übernahmeversuch Unilever lehnt 143-Milliarden-Dollar-Angebot von Kraft ab

Bahnt sich eine Megafusion in der Konsumgüterbranche an? Der Ketchup-Hersteller Kraft Heinz will den Konkurrenten Unilever übernehmen - doch der niederländisch-britische Konsumgüterkonzern wehrt sich.

Heinz-Ketchup
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Heinz-Ketchup


Der amerikanische Ketchup-Hersteller Kraft Heinz Chart zeigen strebt einen Zusammenschluss mit dem Lebensmittel- und Konsumgüterkonzern Unilever Chart zeigen an. Der niederländisch-britische Konkurrent habe einen "umfassenden Vorschlag" aber abgelehnt, teilte Kraft Heinz am Freitag mit.

Unilever gab an, das Kaufangebot in Höhe von 143 Milliarden Dollar sei deutlich zu niedrig gewesen. Der US-Konzern Kraft will dennoch weiter versuchen, den Übernahmeversuch zum Erfolg zu führen. Ob aber ein weiterer Vorschlag oder ein formelles Übernahmeangebot gemacht werde, sei ungewiss. Eine Unilever-Sprecherin äußerte sich zunächst nicht.

Die Unilever-Aktie schoss an der Londoner Börse um mehr als 14 Prozent nach oben auf ein Rekordhoch. Das Kraft-Heinz-Papier tendierte nach anfänglichen Verlusten im vorbörslichen US-Geschäft etwa vier Prozent fester.

Ziel des Zusammenschlusses sei es, einen führenden Konsumgüterkonzern zu schaffen, der langfristig wachsen könne, teilte Kraft Heinz weiter mit. "Wir freuen uns darauf, eine Einigung über die Bedingungen einer Transaktion zu erreichen", gab die Firma sich optimistisch. Sie will sich zu gegebener Zeit erneut äußern.

Der Konzern war 2015 aus einer Fusion der Nahrungsmittel-Giganten Kraft und H.J. Heinz entstanden. Einer seiner großen Investoren ist der Milliardär Warren Buffett und dessen Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway.

hej/beb/Reuters

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frenchie3 17.02.2017
1. Als weiter so
wenn dann alles nur noch von einem "Hersteller" kommt fällt vielleicht die bescheuerte Werbung endlich weg. Braucht man dann halt nicht mehr
Björn L 17.02.2017
2. Weichenstellungen zum
Seit den 90igern erlebe ich branchenübergreifend Fusionen aller Art. Aus diesen Entwicklungen resultieren nun Bestrebungen die Märkte vollends zu dominieren. Da fast alle Konzerne Aktiengesellschaften sind, sind feindliche Übernahmen dank Mehrheitsanteile nur logische Konsequenz. Wettbewerbshüter/Kartellämter sind auch nur so integrer wie ihre Kontrollinstanzen und deren Intigrität. Langfristig sehe ich keine Chance Monopolstellungen bestimmter Branchen abzuwenden. Gebt dem Kind viele Namen und jeder soll es anders rufen, schon merkt es keiner !
Hänschen Klein 17.02.2017
3.
Ich verstehe nicht, wieso niemand diese Fusionen unterbinden kann. Gibt es keine globale Wettbewersbehörde? Wozu diese Größenmanie? Ich finde sogar, dass Unternehmen zerschlagen werden sollten, sobald sie einen bestimmten Marktanteil erreichen.
der_nachtarbeiter 17.02.2017
4. Und dann...
...gibt es nur noch Kraft und Nestle. Und wie bezahlt man die 150,- Mrd. EUR? Langfristig mit teureren Produkten-Konkurrenz fällt ja weg. Na gut, dass die eh nur ungesunden Müll verkaufen. Kann man Frau verzichten und lebt gesünder...
Circular 17.02.2017
5. Wo soll denn eine globale Wettbewerbsbehörde angesiedelt sein?
Zitat von Hänschen KleinIch verstehe nicht, wieso niemand diese Fusionen unterbinden kann. Gibt es keine globale Wettbewersbehörde? Wozu diese Größenmanie? Ich finde sogar, dass Unternehmen zerschlagen werden sollten, sobald sie einen bestimmten Marktanteil erreichen.
Und nach welchem Recht soll sie entscheiden? Nicht zuletzt bleibt die Frage, wer das bezahlen soll?
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