Energieversorgung Kraftwerke müssen wegen Hitze ihre Leistung drosseln

Die hohen Temperaturen haben Folgen für die Stromproduktion in Deutschland. Viele Kraftwerke können wegen der Hitze nicht mit Volllast betrieben werden.

Rheinhafen-Dampfkraftwerk in Karlsruhe
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Rheinhafen-Dampfkraftwerk in Karlsruhe


Wegen der anhaltenden Hitze müssen erste Kraftwerke in Deutschland ihre Leistung drosseln. Der Essener Kraftwerksbetreiber Steag habe die Leistung seines Steinkohlekraftwerks in Bergkamen im Ruhrgebiet heruntergefahren, sagte ein Unternehmenssprecher. Die Außentemperaturen seien so hoch, dass die Anlage nicht mehr ausreichend gekühlt und deshalb nicht mit Volllast betrieben werden könne.

Die Leistung des Kraftwerks wurde zunächst um 150 Megawatt verringert, für Freitag hat Steag eine Reduzierung von 200 Megawatt an die Strombörse EEX gemeldet. Auch ein Block des Rheinhafen-Dampfkraftwerks in Karlsruhe in Baden-Württemberg soll der Zeitung "Die Welt" zufolge betroffen sein.

Bei einem Atomkraftwerk im schleswig-holsteinischen Brokdorf könnte es dem Zeitungsbericht zufolge bald zu Leistungseinschränkungen kommen. Die Elbe habe momentan eine Temperatur von 23 Grad Celsius. Werde diese Grenze überschritten, müsse der Reaktor aus wasserrechtlichen Gründen schrittweise zurückgefahren werden.

Laut "Welt" können Behörden allerdings auch Ausnahmegenehmigungen erteilen. Der Betreiber des Großkraftwerks Mannheim habe dies bereits vorsorglich beantragt. Die Einleitung von Kühlwasser wird behördlich geregelt, um die Gewässer vor ökologischen Schäden zu bewahren.

Keine Versorgungsengpässe zu befürchten

Der sinkende Wasserstand auf den Flüssen könnte zudem die Belieferung von Kohlekraftwerken beeinträchtigen, da die Schiffe nicht mehr wie gewohnt beladen werden können. RWE meldete vorsorglich, dass sein Kraftwerk in Hamm betroffen sein könnte. Die Produktion sei aber nicht beeinträchtigt. Das Großkraftwerk, das 3,2 Millionen Menschen mit Strom versorgt, wird zwar vorrangig über den Datteln-Hamm-Kanal beliefert. Es hat aber auch einen Anschluss an das Schienennetz.

Versorgungsengpässe seien durch die Drosselungen nicht zu befürchten, sagte ein Sprecher des Dienstleisters TSCNET Service in München der "Welt". Das Gemeinschaftsunternehmen großer europäischer Netzbetreiber übernimmt Aufgaben bei der Netz- und Versorgungssteuerung.

cop/dpa/AFP



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Seite 1
tatsache2011 26.07.2018
1. Viele Sonnenstunden, viel PV-Strom
Gut, dass die PV-Kraftwerke während des Tages beim höchsten Stromverbrauch mit Volllast einspeisen.
msdelphin 26.07.2018
2. Sicher Stromversorgung?
Wo sind den all die Kommentatoren, die ständig von einer unzureichenden Stromversorgung im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien schreiben. Dieses lustige Wort "Dunkelflaute", bei denen angeblich regenerative Energien nicht mehr den Strombedarf decken können und es zu Stromausfällen kommt, wird immer wieder dazu verwendet, um die sichere Stromversorgung durch konventionelle Kraftwerke zu begründen. Jetzt sieht man, wenn die regenrativen Anlagen auf vollen Touren laufen, streiken die konventionellen Kraftwerke. Also auch die konventionellen Kraftwerke können keine sichere und ausreichende Stromversorgung gewährleisten. Wenn die wärme Phase noch lange anhält, wird ein konventionelles Kraftwerk nach dem anderen in Europa ausfallen oder die Umwelt massiv schädigen. Dann sind immer mehr Bürger von den regenrativen Energien abhängig, die in den heissen sonnigen Monaten den Strom sicher liefern.
quark2@mailinator.com 26.07.2018
3.
Zitat von tatsache2011Gut, dass die PV-Kraftwerke während des Tages beim höchsten Stromverbrauch mit Volllast einspeisen.
Das mag positiv erscheinen, bringt aber wieder eigene Probleme mit sich, u.a. wenn am Abend der Verbrauch hochschnellt, aber die Sonne weg geht. Dann braucht man plötzlich konventionellen Strom und man kann die Kohle nicht mal so eben hoch- und runterfahren (auch wenn es da Verbesserungen gibt), jedenfalls ist das nicht effizient und während die PV Geld verdient, leiden die Kohlekraftwerke ökonomisch unter so einem Betrieb. Das mag ja witzig für alle sein, die Kohle eh nicht mögen, aber gesund ist anders.
quark2@mailinator.com 26.07.2018
4.
Zitat von msdelphinWo sind den all die Kommentatoren, die ständig von einer unzureichenden Stromversorgung im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien schreiben. Dieses lustige Wort "Dunkelflaute", bei denen angeblich regenerative Energien nicht mehr den Strombedarf decken können und es zu Stromausfällen kommt, wird immer wieder dazu verwendet, um die sichere Stromversorgung durch konventionelle Kraftwerke zu begründen. Jetzt sieht man, wenn die regenrativen Anlagen auf vollen Touren laufen, streiken die konventionellen Kraftwerke. Also auch die konventionellen Kraftwerke können keine sichere und ausreichende Stromversorgung gewährleisten. Wenn die wärme Phase noch lange anhält, wird ein konventionelles Kraftwerk nach dem anderen in Europa ausfallen oder die Umwelt massiv schädigen. Dann sind immer mehr Bürger von den regenrativen Energien abhängig, die in den heissen sonnigen Monaten den Strom sicher liefern.
Naja, aber vor 20 Jahren haben wir es auch überstanden, oder ? Und auch wenn es gerade heiß ist - es gab auch früher heiße trockene Phasen. Man muß nun nicht gleich überall immer nur den Beweis für die eigene Weltsicht suchen. Oder mal anders gesagt, wenn es alles so problemlos ginge, wäre es längst gemacht worden.
Andi P 26.07.2018
5.
So bald es dunkel wird, kommt da aber nix mehr aus der PV-Anlage. Jetzt im Sommer bei viel Sonne hui, im Winter wirds dann dunkel. https://www.agora-energiewende.de/service/aktuelle-stromdatenagorameter/chart/power_generation/23.07.2018/26.07.2018/ https://www.energy-charts.de/power_de.htm Ohne konventionelle Kraftwerke wirds sehr dunkel.
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