Deutsche BKK und Barmer GEK Krankenkassen planen offenbar Großfusion

Die zweitgrößte Ersatzkasse und die zweitgrößte Betriebskrankenkasse wollen einem Bericht zufolge fusionieren. Bis spätestens 2017 sollen Deutsche BKK und Barmer GEK verschmelzen.

Gesundheitskarte der Barmer GEK (Archivbild): Fusion bis 2017
DPA

Gesundheitskarte der Barmer GEK (Archivbild): Fusion bis 2017


Unter den gesetzlichen Krankenversicherungen steht offenbar eine Großfusion bevor. Die Barmer GEK, mit 8,5 Millionen Versicherten die zweitgrößte Ersatzkasse, will die Deutsche BKK übernehmen. Spätestens zum 1. Januar 2017 soll die mit 1,1 Millionen Kunden zweitgrößte Betriebskrankenkasse in der Barmer/GEK aufgehen, meldet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ).

Demnach sollen die Verwaltungsräte beider Kassen am Freitag das Verfahren klären und den Vorständen konkrete Arbeitsaufträge erteilen; eine beiderseitige Absichtserklärung sei schon unterschrieben. Ein Sprecher der Barmer GEK sagte dem Blatt: "Wir reden mit der Deutschen BKK über mögliche Formen der Kooperation." Worin diese letztlich enden würden, sei noch "völlig offen."

In Kassenkreisen wird laut "FAZ" eine angespannte finanzielle Lage der Deutschen BKK als Grund für den geplanten Zusammenschluss genannt. Vermutlich müsse sie ihren Zusatzbeitrag im nächsten Jahr weit über das Durchschnittsmaß anheben, was eine mögliche Abwanderung vieler Versicherter zur Folge haben könnte.

Auch die Barmer GEK rechnet offenbar seit Längerem mit Schwierigkeiten. Bis 2018 sollen 3500 Stellen in dem Unternehmen wegfallen, das ist jede fünfte. Zudem wird die Zahl der Filialen mehr als halbiert. Mit den Reformen sollen 250 bis 300 Millionen Euro eingespart werden.

mxw



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insgesamt 10 Beiträge
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keinblattvormmund 20.10.2015
1. Endlich....
...scheinen die Kassen selbst zu realisieren, dass es wenig Sinn macht, dass es in D hunderte von einzelnen Kassen mit jeweils aufgeblähter Verwaltung und überbezahltem Management gibt. Die Party scheint vorbei. Man rückt enger zusammen. Ein erster Schritt zur Kostenrdeuzierung, also zur Entlastung der Beitragszahler... Mal sehen, was da noch geht...
Tsaxndi 20.10.2015
2. Fusion?
Ich bin hier in meiner Denke gespalten! Als Konservativer (Ich vermeide den Begriff "Rechte" seit einiger Zeit) ist das sinnvoll, verringert Kosten und damit evtl., auch ein wenig die Versichtern. Als Linker würde ich sagen: Alles super, aber es dürfen keine Arbeitsplätze wegfallen (wahlweise für beide Seiten zusätzlich : Privilegien, Standorte usw.) Als Mensch sage ich, ich habe dieses GKV Zeug sogar gelernt, es hat aber nichts mehr mit dem vor 30 Jahren zu tun, weil es anderes ausgelegt wird. Für die Versichteren kann es nur eins bedeuten: Beitragssenkung durch mittelfristige Einsparungen bei den "Verwaltungen" dieser "Unternehmen". Und das ist das Einzige was mich an dieser Nachricht stört
hugahuga 20.10.2015
3. Wenn es denn allein dem Zweck dient, dass sinnvolle
Synergien entstehen, die kostensparend dem Kunden zugute kommen, dann wäre es von Vorteil. Da aber bereits über Kostensteigerungen - ohne Flüchtlingszuwanderung - gesprochen wurde, mag auch diese Notmaßnahme nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Generell ist Konkurrenz immer gut - aber im Gesundheitssektor muss man das mMn vielleicht doch etwas anders sehen.
bill:harziosus 20.10.2015
4. @Zaxndi
Was bitte stört an Beitragssenkungen ?
andib81 20.10.2015
5. Das Prinzip ist einfach
je mehr Kassenfusionen, desto weniger Konkurrenz, desto weniger müssen sich die Kassen anstrengen. Wenn es am Ende nur noch eine Kasse gibt, befinden wir uns im Bereich von Agentur für Arbeit oder Rentenversicherungsträger. Die Qualitäten der Träger in Sachen Geschwindigkeit und Bemühen sind wohl allgemein bekannt.
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