Cupertino/New York - Seinen Anhängern gilt Steve Jobs als Legende. Der Firmengründer von Apple, der stets in schwarzem Rollkragenpullover und Jeans auftritt, ist eines der bekanntesten Gesichter der Computerindustrie. Nun geht bei dem Unternehmen eine Ära zu Ende: Jobs, 56, ist als Konzernchef zurückgetreten.
Er könne seine Aufgaben nicht länger erfüllen, erklärte Jobs gegenüber dem Aufsichtsrat. "Ich habe immer gesagt, dass wenn jemals der Tag kommen sollte, an dem ich nicht länger meine Aufgaben und Erwartungen als Apple-Chef erfüllen kann, ich der erste wäre, der das mitteilt. Leider ist dieser Tag gekommen", schrieb er in einem Brief. Jobs nannte keine näheren Gründe für den Rückzug. Jobs ist allerdings schwer krank. 2004 hatte er wegen Krebs behandelt werden müssen; 2009 bekam er eine neue Leber. Im Januar hatte er sein Arbeitspensum reduziert, um seine Gesundheit zu schonen.
Sein Nachfolger wird Stellvertreter Tim Cook, der bisherige Vorstand für das operative Geschäft. Der 50-Jährige arbeitet seit 1998 bei Apple.
Jobs hatte es trotz seiner gesundheitlichen Probleme fertig gebracht, die Konkurrenz mit immer neuen Produkten vorzuführen. Er gilt als treibende Kraft hinter den Erfolgsgeräten wie dem iPhone und dem Tablet-Computer iPad. Auch die Mac-Computer, mit denen Apple einst groß geworden war, verkauften sich zuletzt sehr gut.
Heute hat Apple den Erzrivalen Microsoft bezüglich des Firmenwerts längst überholt und liefert sich mit dem Ölmulti ExxonMobil ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel des wertvollsten Unternehmens überhaupt. Apple liegt aktuell mit 349 Milliarden Dollar nur knapp hinter Exxon. Nach Jobs' Rücktrittserklärung am Mittwoch fiel der Kurs im nachbörslichen Handel um 5,4 Prozent.
Jobs betonte in seinem Brief, dass er Apple weiter erhalten bleibe. Er freue sich darauf, zum Erfolg von Apple in seiner neuen Rolle als Chef des Aufsichtsrats beizutragen, schrieb er. Jobs ist damit der oberste Kontrolleur des Konzerns.
Zusätzlich zu dem Chefsessel im Apple-Aufsichtsrat solle Jobs auch seinen Posten im Kontrollgremium des Unterhaltungsriesen Disney behalten, berichtet Bloomberg. Jobs ist größter Einzelaktionär von Disney, seit der Konzern das Animationsstudio Pixar kaufte.
kgp/dpa/dapd
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